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16.04.1999 - 

Künftig zwei Marken unter einem Dach

Mannesmann Arcor und Otelo: Ehe auf Belegschaftskosten

MÜNCHEN (CW) - Mit der 2,25 Milliarden Mark teuren Übernahme von Otelo hat Mannesmann Arcor nicht nur den Namen, sondern auch rund 2800 Mitarbeiter des ehemaligen Konkurrenten erworben. Während Otelo jedoch als eigenständige Marke weitergeführt werden soll, heißt es für die meisten Angestellten: Koffer packen.

Wieviel Otelo-Personal entlassen wird, steht nach Aussagen von Arcor-Chef Harald Stöber noch in den Sternen. Allerdings komme man um "harte Schnitte" bei der Belegschaft nicht herum. Die Umstrukturierung sei jedoch keine Neuheit für die Mitarbeiter, denn die ehemaligen Otelo-Mutterkonzerne RWE und Veba hätten unlängst bereits ähnliche Maßnahmen in die Wege geleitet.

Immerhin, so Stöber vergangene Woche in Düsseldorf, sind noch rund 600 Stellen bei Arcor unbesetzt, für die unter Umständen Otelo-Mitarbeiter in Frage kämen. In verschiedenen Arbeitsgruppen wollen sich die Unternehmen des Themas in den nächsten Wochen annehmen. Große Teile der Otelo-Belegschaft müssen in jedem Fall räumliche Flexibilität beweisen, denn die Firmenzentrale wird von Düsseldorf nach Köln verlegt.

Getreu der Devise "Getrennt marschieren, vereint schlagen" will das Unternehmen künftig die Deutsche Telekom mit zwei selbständigen Marken angreifen. Die Otelo-Division soll in erster Linie den Privatkundenmarkt abdecken, während sich Arcor verstärkt um die Geschäftsverbindungen kümmert. Eine strikte Trennung sei nach Aussagen Stöbers nicht vorgesehen. Gegenwärtig beträgt der gemeinsame Anteil von Otelo und Arcor auf dem deutschen Festnetzmarkt rund 3,3 Prozent. Es soll bis zum Ende des Jahres auf mindestens fünf Prozent ausgebaut werden.

Nach einer Arcor-Prognose übersteigt der Umsatz der neu formierten Telefongesellschaft bereits Ende 1999 die Drei-Milliarden-Mark-Grenze. Dabei wird Otelo rund 800 Millionen Mark zum Ergebnis beitragen. Spätestens nächstes Jahr, so Stöber in der "Süddeutschen Zeitung", soll die Neuerwerbung "in die Nähe des operativen Break-even" gebracht werden. Schwarze Zahlen erwartet die Gruppe für das Jahr 2001.

Kaum Probleme bei der Übernahme dürfte das Bundeskartellamt machen. Gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" sagte ein Behördensprecher, die Fusion werde zwar geprüft, jedoch sei nicht mit einer marktbeherrschenden Stellung der Gruppe zu rechnen. Diese Position hat immer noch der Ex-Monopolist Deutsche Telekom inne: Während Otelo und Arcor gemeinsam rund 35 Millionen Gesprächsminuten pro Tag vermitteln, wickelt der rosa Riese täglich etwa 500 Millionen Minuten ab.

Regulierer

TK-Markt ist kein Selbstläufer

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) hat eine Stellungnahme zur Übernahme des Festnetzgeschäfts von Otelo durch Mannesmann Arcor abgegeben. Darin äußert sich der Regulierer nicht zu möglichen Ursachen für den Verkauf, sondern warnt vielmehr vor überzogenen Erwartungen: "Das Ereignis macht klar: Der neue Telekommunikationsmarkt ist kein Selbstläufer." Die Behörde sieht den Vorgang als einen deutlichen Beweis für die Bedeutung ihrer Arbeit. Das Schaffen von funktionsfähigem Wettbewerb in dem noch jungen deregulierten TK-Markt "ist und bleibt eine wichtige Aufgabe".