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27.10.2000 - 

Konferenzbesucher hießen die Neuausrichtung willkommen

Manugistics Inc. wirbt mit Branchenkenntnissen um die Kunden

MÜNCHEN (uo) - Eine langlebige Partnerschaft mit den Kunden strebt Manugistics Inc. aus Rockville, Maryland, an. Erreichen will der Spezialist für das Supply-Chain-Management (SCM) sein strategisches Ziel mit Optimierungsprodukten von der Bedarfsplanung bis zur Preisgestaltung, mit Beratung, Service und Branchen-Know-how. Die Kunden goutieren diesen Ansatz.

Erst seit 17 Monaten ist Greg Owens President und Chief Executive Officer bei Manugistics, und doch ist der Einfluss des ehemaligen SCM-Beraters von Andersen Consulting deutlich spürbar. Er setzt auf Beratung, Service und Ausbau der Produktpalette.

IT-Projekte, in die Manugistics-Produkte involviert sind, greifen in der Regel tief in die Prozesse und die Kultur eines Unternehmens ein. Das Parfüm- und Kosmetikunternehmen Coty Inc. mit Marken wie Lancaster, Davidoff und Joop nutzt Manugistics-Software etwa für ein europaweites einheitliches Forecasting. Auf der europäischen User-Konferenz in Cannes erläuterte Rainer Bogensperger, einer der beiden Coty-Projektleiter, die Herausforderung habe nicht allein darin bestanden, die Manugistics-Software über 27 Installationen in 15 Ländern zu verteilen. Schwieriger sei es gewesen, sich im Unternehmen auf aussagekräftige Prognose-Kennzahlen zu einigen und die involvierten Vertriebs-Manager davon zu überzeugen, ihre Zahlen offen zu legen.

Wie viele andere Konferenzteilnehmer lobte Bogensperger die tiefgehenden Branchenkenntnisse der Manugistics-Berater. Darauf scheint Owens Wert zu legen - nicht nur bei der Ausbildung des vorhandenen Personals, sondern auch bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter. Gefragt sind die "alten Hasen", die Manugistics etwa der Automotive-, Retail-, Pharma- oder Logistikbranche abwirbt.

Das branchenorientierte Beratungsgeschäft unterlegt der Wettbewerber von I2 Technologies mit einer klareren Produktstruktur (siehe Kasten "Die Produktstruktur").Bisher gibt es jedoch noch kein Unternehmen, das seine komplette Supply Chain mit Hilfe von Manugistics-Produkten abdeckt. In Cannes fanden sich hauptsächlich Anwender, die ihre Bedarfsplanung und ihre Umsatzprognosen in den Griff bekommen wollen. Eine Automatisierung über das eigene Unternehmen hinaus scheitert zumeist an fehlenden organisatorischen Voraussetzungen.

In Fällen, in denen kleine Geschäftspartner den Anschluss an eine Lieferkette suchen, will Manugistics den Firmen ein Application-Service-Providing (ASP) anbieten. Die Geschäftspartner bräuchten häufig lediglich eine Anschlussapplikation, so Owens, und keine komplette Abdeckung ihrer Supply Chain. Für diese Firmen biete sich das ASP-Modell an. Wie Bernhard Schwister, Geschäftsführer der Manugistics Deutschland GmbH, einräumt, gibt es aber zumindest in Deutschland noch keine ASP-Kunden.

Die Geschäftspartner der spanischen Tochter des Waschmittelkonzerns Henkel wären aus Sicht von Owens geeignete ASP-Kandidaten. Esteban Carriga, Trade & Sales Services Manager von Henkel Iberia, berichtete über ein "Replenishment"-Projekt, das Henkel mit einem seiner größten Abnehmer, der Supermarktkette Eroski, aufgesetzt und erfolgreich abgeschlossen hat. Zuvor waren weder Henkel selbst noch die Läden und die Endverbraucher zufrieden, da es vorkam, dass der Warenbestand an Henkel-Produkten nicht rechtzeitig aufgefüllt wurde.

Die Partner sind noch nicht so weitNun ist Henkel Iberia dabei, das aus dem Pilotprojekt entwickelte Supply-Chain-Modell mit anderen Kunden umzusetzen. Doch an eine Automatisierung der Prozesse über die Unternehmensgrenzen hinweg ist bislang noch nicht zu denken. "Unsere Partner sind noch nicht so weit", hält Carriga fest.

Trotz aller Vorbehalte gegenüber der Automatisierung von Entscheidungsprozessen und der Offenlegung von Geschäftszahlen wurde auf der Konferenz in Cannes deutlich, dass die Anwenderunternehmen bereits daran feilen, die Lieferprozesse mit Hilfe von Software effizienter zu gestalten und weitere Lieferkettenbausteine zu implementieren. Insofern fanden die Signale von Manugistics hinsichtlich der Beraterqualität, der Pflege von Kundenbeziehungen und der Einführung von Produkten, die die komplette Supply Chain unterstützen können, positiven Widerhall. Ron Basu, Head of Global Business Excecutives des Pharmakonzerns Glaxo Wellcome, gab an, er habe vor der Konferenz überlegt, noch zwei, drei Jahre Manugistics-Software einzusetzen, um dann zum Wettbewerber I2 Technologies zu wechseln. Doch nun habe er sich anders besonnen.

Die ProduktstrukturManugistics bietet mit "Bstreamz" zum einen Software, die unternehmensintern für mehr Effektivität sorgen soll, sodann Infrastrukturprodukte für das B-to-B-Geschäft im Internet und drittens Optimierungs-Tools für die Preis- und Umsatzgestaltung. Letztere stammen von der Talus Solutions Inc. aus Atlanta, Georgia, die Manugistics vergangenen Monat im Rahmen eines Aktientauschs für rund 366 Millionen Dollar akquiriert hat.

Die Optimierungswerkzeuge von Talus aus eigenentwickelten und vom Anbieter Ilog stammenden Algorithmen erhalten den Familiennamen "Networks" und decken unterschiedliche Bereiche der unternehmensinternen Supply Chain ab: "Commit", "Demand", "Fulfillment", "Master Planning", "Procurement", "Scheduling", "Strategy", "Supply" und "Transport".

Die Servicemodule für B-to-B- und B-to-C-Geschäfte heißen "Collaborative", "Monitor", "One View" und "Visibility" und werden unter der Bezeichnung "Networks Collaborative" zusammengefasst. "Exchange Works" soll dagegen Many-to-many-Beziehungen erlauben. Seine Integrationsplattform versieht Manugistics mit der Bezeichnung "Web Connect".