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25.09.1998 - 

Anleger reagieren mit weiteren Verkäufen

Manugistics schließt zweites Quartal in Folge mit Verlust ab

Die Softwareschmiede tummelt sich mit ihren Produkten zum Supply Chain Management (SCM) in einem boomenden Markt, der von derzeit 500 Millionen Dollar auf mehrere Milliarden Dollar im Jahr 2002 anwachsen soll, so prognostizieren Analysten verschiedener Marktforschungsunternehmen. Des weiteren teilen sich dieses Segment bis dato noch wenige Spezialabieter, verglichen mit dem Markt für PPS- oder Enterprise-Resource-Planning-(ERP-) Lösungen. Um so erstaunlicher erscheint deshalb das schwache Abschneiden von Manugistics.

Dessen Chief Executive Officer (CEO) William Gibson gibt zu, daß durch das hohe Expansionstempo seines Unternehmens die Produkte etwas aus dem Blickfeld geraten seien. Die Verluste schreibt er aber nicht dem operativen Geschäft zu, sondern Faktoren wie dem Kauf von Promira Software und der Aufstockung des Personals.

Ein weiterer Grund für das schwache Ergebnis könnte das Eindringen von SAP, Baan, Peoplesoft und Oracle in diesen Nischenmarkt sein, was Analysten bisher allerdings noch nicht bestätigten wollen. Die Anbieter klassischer ERP-Systeme haben sich im vergangenen Jahr durch Kooperationen und Zukäufe in puncto SCM verstärkt oder wie im Fall SAP die Entwicklung einer eigenen Lösung angekündigt. Viele Kunden könnten nun, bevor sie von einem Spezialanbieter kaufen, die Produkte oder Konzepte der ERP-Multis prüfen, um so gegebenenfalls Lösungen aus einer Hand zu erhalten.

"Die Ankündigungen der Walldorfer lassen manche IT-Abteilungen schon mal aufhorchen", bestätigt Dirk Kansky, Manager Business Development bei Manugistics in München. Dadurch verzögerten sich die Entscheidungsprozesse in den Unternehmen, doch ein Projekt habe er deswegen bisher noch nicht verloren. Hierzulande schreibe die Company darüber hinaus schwarze Zahlen, die er nicht weiter beziffern wollte.

Auch die neueste Einschätzung der Gartner Group, die technische Basis von Manugistics weise im Vergleich zu Mitbewerbern wie I2 und Synquest Schwächen auf und sei veraltet, wirke sich negativ auf das Image des ehemaligen SCM-Marktführers aus. Für das erste Halbjahr summiert sich der Verlust von Manugistics mittlerweile auf 14,5 Millionen Dollar. Die Aktionäre reagierten prompt und verkauften das Papier, das derzeit bei rund elf Dollar tendiert - dem niedrigstem Wert seit zwei Jahren.