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07.04.2000 - 

Lizenzumsatz stieg im vierten Quartal um 51 Prozent

Manugistics streift am Turnaround vorbei

MÜNCHEN (CW) - Der Supply-Chain-Management-(SCM-)Spezialist Manugistics hat ein turbulentes Geschäftsjahr hinter sich. Die Lizenzumsätze konnten zwar in jedem Quartal gesteigert werden, dennoch weisen die Softwerker für das Gesamtjahr ein Minus von neun Millionen Dollar aus.

Mit den Produktverkäufen scheint es nach einem enttäuschenden Jahr 1999 bei Manugistics nun wieder aufwärts zu gehen. So konnten im vierten Quartal des abgeschlossenen Geschäftsjahres 1998/99 (Ende: 29. Februar) bei einem Umsatz von 43,7 Millionen Dollar 51 Prozent mehr Produkte als im vorangegangenen Dreimonatszeitraum verkauft werden. Die Steigerung zur Vorjahresperiode lag bei 45 Prozent. Besonders kräftig sei der europäische Markt gewachsen, wo die größte Anzahl an Neuaufträgen verzeichnet wurde.

Der Verlust ging von 71,2 Millionen Dollar auf 1,1 Millionen Dollar oder vier Cent pro Aktie zurück. Damit übertraf das Softwarehaus aus Rockville, Maryland, die Erwartungen der Analysten, die mit sechs Cent pro Anteilschein gerechnet hatten. Auch der Gesamtjahresverlust sank von 96,1 Millionen für 1998/1999 auf rund neun Millionen in diesem Jahr.

Börsenbewertung konnte deutlich erhöht werdenNeben der positiven Umsatzentwicklung konnte die Company im abgelaufenen Jahr ihren Börsenwert ebenfalls drastisch erhöhen: Vom Tiefpunkt bei etwa fünf Dollar im Mai 1999 kletterte das Papier kontinuierlich auf derzeit über 65 Dollar und ist damit nahe am Allzeithoch von knapp mehr als 70 Dollar Anfang 1998. Manugistics führt diese erfreuliche Entwicklung auf Umstrukturierungen im Vertrieb sowie die Umsetzung seiner E-Business-Strategie zurück.

Doch dieser positive Trend kann nicht über die allgemeinen Schwierigkeiten des Anbieters hinwegtäuschen. So sank der Gesamtumsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 152,4 Millionen Dollar nach 177,6 Millionen im Vorjahr. Der Hauptrivale i2 Technologies dagegen legte im gleichen Zeitraum um 55 Prozent zu und erwirtschaftete ein Plus von über 30 Millionen Dollar.

Ins Hintertreffen ist Manugistics auch beim derzeitigen Hype-Thema, dem Aufbau von Internet-Marktplätzen, geraten. Während Mitbewerber wie i2, SAP und Oracle mittlerweile wöchentlich Kooperationen mit Chemieunternehmen, Telekommunikationsanbietern und Automobilherstellern melden und Beschaffungsplattformen im Web aufbauen wollen, kann Manugistics seine Strategie nicht deutlich machen. Hier setzt die Kritik von Analysten an: Manugistics verfüge mit der Web-basierten SCM-Lösung "Networks", dem Portal "Bstreamz.com" und dem Hosting-Service "Bnetworks.com" zwar über ausgereifte Produkte, vermarkte diese aber zu zaghaft. Hier sei das Unternehmen aufgefordert, für mehr Transparenz des Angebots zu sorgen, um den Anschluss an die Mitbewerber nicht weiter zu verlieren.

Einen Schritt voraus ist vor allem i2, das vor kurzem den Spezialisten für Katalog- und Beschaffungssoftware Aspect Develoment gekauft sowie mit IBM und Ariba ein E-Commerce-Trio gebildet hat. In die Allianz bringt i2 "Trade Matrix" ein. Das ist eine Software, mit der sich elektronische Marktplätze entwickeln lassen. Ariba steuert seine B-to-B-E-Commerce-Software und sein E-Procurement-Know-how bei. Die IBM schließlich beteiligt sich mit rund 600 Millionen Dollar an den beiden Unternehmen und bringt die "Websphere"-Application-Server-Software, die "DB2"-Datenbank sowie "MQ Series" und Hardware in die Zusammenarbeit ein. Außerdem soll die 138000 Mann starke Global-Service-Truppe von Big Blue für den Support und Vertrieb der neuen Serviceangebote sorgen.