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19.11.2004

Map Point glänzt mit Office-Integration

Von Jan
Zur Aufbereitung geografischer Daten gibt es Programme vom einfachen Routenplaner bis zur ausgefeilten Visualisierungssoftware. Microsofts "Map Point 2004" ist eine erschwingliche Lösung und bietet von allem etwas.

Landkarten und Routenplanung sind für Microsoft kein Neuland. Bereits seit Jahren bündeln die Redmonder ihr Produkt "Auto Route" mit dem Einstiegs-Office-Paket "Works". Hiermit werden die grundlegenden Funktionen abgedeckt, um mit dem Automobil von A nach B zu kommen und bei Bedarf ein Restaurant für den Mittagstisch zu finden. Für Anwender mit weitergehenden Ansprüchen gibt es bei Microsoft das Programm "Map Point", das in Version 2004 erhältlich ist. Neben Fahrtenplanung bietet Map Point einige Möglichkeiten, Geschäftsdaten in ihrer geografischen Verteilung zu visualisieren und mit demografischen Informationen anzureichern.

Die Installation von Map Point verläuft problemlos über einen Assistenten. Für eine komplette Installation sollte man einiges an Festplattenkapazität frei haben - über 1 GB kopiert der Installer auf den lokalen Speicher, wenn neben dem Programm alle Karten und Daten installiert werden. Die leidige Aktivierung, die inzwischen bei vielen Microsoft-Produkten Standard ist, entfällt bei Map Point.

Wer bereits mit dem Routenplaner "Auto Route" gearbeitet hat, wird beim ersten Start von Map Point ein Déjà-vu haben: Die Oberfläche präsentiert sich fast wie die des kleinen Bruders. Map Point kann die Aufgaben des Routenplaners übernehmen, die Bedienung unterscheidet sich in diesem Punkt nicht: Nach Eingabe von Start- und Zielort beginnt mit einem Klick auf das Auto-Symbol in der Menüleiste die Routenberechnung. Vorher kann man detaillierte Angaben zu den eigenen Fahrtpräferenzen hinterlegen. Dazu gehören unter anderem die persönlichen Durchschnittsgeschwindigkeiten auf den verschiedenen Verkehrswegen, bevorzugte Straßenarten oder der individuelle Pausenzyklus.

Für die Routenplanung stehen in Map Point ebenfalls die aus Auto Route bekannten Daten zur Verfügung: Auf Wunsch können Restaurants, Hotels, Sehenswürdigkeiten oder Tankstellen eingeblendet werden. Fast alles, was ein Ortsunkundiger wissen muss, lässt sich in einer individuellen Liste zur Anzeige festlegen. Diese persönliche Konfiguration ist auch dringend nötig. In den Standardeinstellungen ist besonders in großen Städten sonst die Anzeige extrem unübersichtlich.

Ein großes Plus der Software ist die gelungene Integration in Microsoft Office ab Version 97. Map Point legt ein eigenes Icon in der Symbolleiste der anderen Office-Programme ab. Der Aufruf gelingt jedoch nur, wenn Map Point das aktuell genutzte Office-Programm auch sinnvoll unterstützen kann. So lässt sich die Kartensoftware zwar nicht aus dem E-Mail-Bereich von Outlook starten, steht jedoch im Adressbuch in vollem Umfang zur Verfügung.

Aufruf aus dem Adressbuch

Wird Map Point etwa aus einem Kontakt heraus aufgerufen, erscheint eine Detailkarte mit dem genauen Domizil der Person. Das allerdings funktioniert nicht immer: Manchmal scheint die Feldzuordnung zwischen beiden Programmen nicht einwandfrei zu arbeiten. Map Point kann dann Ort, Straße oder Land nicht identifizieren. Das passiert zuweilen selbst dann, wenn die Feldzuordnungen in Outlook penibel korrekt geführt werden. Im Test gelang es Map Point nicht, uns den Weg zu einigen Kontakten in Großbritannien oder Deutschland zu weisen.

Während die Wege-Such-Funktion in Outlook noch in den Bereich der netten Kleinigkeiten gehört, bringt die Anbindung an andere Office-Komponenten teils erheblichen Geschäftsnutzen. So ist es zum Beispiel ohne großen Aufwand möglich, Daten aus Excel-Tabellen oder Access-Datenbanken in Map Point aufzubereiten. Damit kann zum Beispiel eine Tabelle, die die Umsätze eines Unternehmens nach Vertriebsregionen aufteilt, in eine farbig angelegte Karte mit Diagrammen überführt werden. Map Point versucht dabei, in der Tabelle automatisch Zellen mit Ortsangaben zu erkennen. Ist das nicht möglich, muss der Anwender die geografischen Daten manuell verknüpfen. Das geht jedoch sehr einfach und schnell.

Vorlagen für die Darstellung

Ähnlich gestaltet sich auch der Datenimport aus Access. Weitere mögliche Datenquellen sind Outlook-Kontakte, Textdateien, Microsoft-Datenverknüpfungen und Auto-Route-Dateien. Auch SQL Server und Exchange von Microsoft werden unterstützt. Daten lassen sich importieren und verknüpfen.

Um die einbezogenen Informationen grafisch aufzubereiten, bringt Map Point einige Vorlagen mit. Gebiete können mit verschiedenen Schattierungen unterlegt werden, Punkte auf der Karte lassen sich mit virtuellen Pins markieren. Die in der Kartografie üblichen Kreisdarstellungen für quantifizierbare Größen, zum Beispiel Einwohnerzahlen, beherrscht das Programm auch. Diese Funktionen lassen sich recht einfach über Assistenten abrufen.

Für das Marketing und den Vertrieb sind jedoch nicht nur unternehmensinterne Informationen wichtig. Deswegen besitzt Map Point eine breite Basis von demografischen Daten einiger europäischer Länder. Für Deutschland und andere europäische Länder stehen so recht vielfältige Angaben über die Bevölkerung zur Verfügung. Die Anzahl geschiedener Menschen in München lässt sich ebenso schnell ermitteln wie der Anteil der weiblichen Bevölkerung über 18 Jahre in Dresden. Als Ergebnis einer solchen Abfrage erhält man je nach Einstellung zum Beispiel eine Komplettansicht Deutschlands, in der die demografische Verteilung als Farbschattierung angezeigt wird. Mit der Maus können nun einzelne Gebiete der Karte ausgewählt werden. Dann blendet das Programm die Detailinformationen dazu ein.

Datenaustausch mit Excel

Die demografischen Daten lassen sich praktischerweise kombinieren. So erhält man ein sehr genaues und an den Bedarf angepasstes Bild der Bevölkerungsverteilung. Zudem können diese Angaben aus Map Point in eine Excel-Tabelle exportiert werden und stehen dann für weitere Aufgaben bereit. Allerdings beru-hen diese Informationen für Deutschland auf Daten vom Jahr 2002. Ärgerlich auch, dass der Euro noch keinen Einzug in das Programm gehalten hat - die statistischen Haushaltseinkommen werden in Mark angegeben. Etwas mehr Aktualität würde man sich in einer Softwareversion "2004" schon wünschen.

Um die gewonnenen Erkenntnisse aus den verschiedenen Datenarten auch nutzbringend anzuzeigen, stehen in Map Point mehrere Kartenarten bereit. Neben der aus Auto Route bekannten Straßenkarte können die Anwender auf topografische oder politische Karten zurückgreifen. Dabei ermöglicht die Detailgenauigkeit nur in großen Orten eine hausnummernexakte Navigation. So ist zum Beispiel München sehr genau abgebildet, kleine Gemeinden jedoch bleiben auch bei starker Vergrößerung ein Punkt auf der Karte. Dennoch kann Map Point auch als Navigationssystem dienen, die Anbindung eines GPS-Empfängers ist möglich. Ein weiterer Pluspunkt: Im Paket enthalten ist eine Version für das PDA-Betriebssystem "Pocket PC" von Microsoft. "Pocket Map" kann gleich aus dem Installationsmenü von Map Point heraus angewählt und automatisch eingerichtet werden. Die Voraussetzung dafür ist, dass das Microsoft-eigene Synchronisationsprogramm "Activesync" auf dem Computer installiert ist.

Wem die mitgelieferten Funktionen der Software nicht reichen, der kann die Microsoft-typischen Schnittstellen nutzen. Actice X steht dabei genauso zur Verfügung wie die Anbindung an "Visual Studio" ab Version 6. Auch das .NET-Framework von Microsoft wird unterstützt. (ue) u