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13.11.1992 - 

Big Blue wird größter Einzelaktionär

Marcam erwirbt Rechte an IBMs AS/400-Fertigungspaket Mapics

MÜNCHEN (hv) - Das amerikanische Softwarehaus Marcam Corp. und die IBM haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, nach der Marcam künftig Big Blues Software "Mapics" für die diskrete Fertigung vermarkten und weiterentwickeln wird. Keine leichte Aufgabe für das mittelständische Unternehmen: Die Software für AS/400-Rechner ist weltweit 13 000mal installiert.

Marcam läßt sich das Geschäft mit dem Marktführer einiges kosten: IBM soll zunächst 16 Prozent der insgesamt zehn Millionen Aktien erhalten und damit größter Einzelaktionär werden. Verläuft das Mapics-Geschäft erwartungsgemäß, plant das Softwarehaus, den Aktienanteil der IBM sogar auf bis zu maximal 30 Prozent zu erhöhen. Außerdem erhält Big Blue einen Sitz im Vorstand des US-Softwarehauses. Kritischen Stimmen, die eine zu starke Abhängigkeit befürchten, entgegnet Moritz Gerke-Dörnemann, Geschäftsführer der Düsseldorfer Marcam-Niederlassung: "Es ist durchaus gewünscht, näher an die IBM heranzurücken."

Neben Mapics will der Software-Anbieter auch weiterhin sein eigenes Paket "Prism" anbieten - ein Produktionsplanungs- und Management-System für die Fertigungs- und verfahrenstechnische Industrie, das bis heute rund 1000 Installationen vorweisen kann. "IBM wird beide Produkte als die bevorzugte Lösung für die Fertigungswelt anbieten", frohlockt Gerke-Dörnemann.

Die breite Installationsbasis der Mapics-Software veranlaßt jedoch Branchenkenner zur Skepsis. Der neue IBM-Partner, so wird geargwöhnt, könnte mit seinen weltweit 600 Mitarbeitern und 39 Niederlassungen bei der Betreuung dieser Kunden überfordert sein.

Diesen Einwand kann der deutsche Marcam-Chef entkräften. Sein Unternehmen verhandele mit jeder einzelnen IBM-Vertretung darüber, ob Big Blue die Mapics-Kunden künftig weiter betreuen werde oder nicht. In Deutschland deute sich an, daß IBM auch in Zukunft für die Mapics-Kunden zuständig bleibe. Ebenso werde an den Vertriebspartner-Verträgen zumindest "im ersten Ansatz" nichts verändert.

IBM-Kunden, die sich nach einem Bericht der CW-Schwesterpublikation "Computerworld" technologische Vorteile von dieser Kooperation erhofft hatten, dürften enttäuscht werden. Nach Angaben des deutschen Geschäftsführers ist es entgegen anders lautenden Berichten nicht geplant, die in die Jahre gekommene Mapics-Software im großen Maßstab zu verändern und um prozeßorientierte Features zu erweitern.