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30.07.1999 - 

Kolumne

"Marionette Capellas?"

30.07.1999

Wäre man böse - oder auch nur ehrlich, was manchmal aufs gleiche hinausläuft -, ließe sich die Wahl von Michael Capellas zu Compaqs neuem Vorstandsvorsitzenden so kommentieren: Nachdem alle externen Wunschkandidaten von Ben Rosen, dem wahren Machthaber in Houston, dankend abgewunken haben, zog der nun die Notbremse und setzte irgendeinen halbwegs präsentablen Mann auf Compaqs Schleudersitz.

Immerhin sind nun die Zeiten des Interregnums vorbei. Niemand kann dem 44jährigen Capellas nachsagen, er habe nicht gewußt, auf was er sich einläßt. Erst seit einem Jahr beim PC-Branchenprimus in Lohn und Brot, erlebte er die ersten Gehversuche des Unternehmens vom Boxenschieber zum Anbieter von DV-Unternehmenslösungen ê la IBM nach dem Kauf von Digital live mit. Nun liegt es an ihm, ob dem Anlauf auch ein weiter Satz folgt.

Und hier beginnen die Probleme: Capellas war als Chief Information Officer, als oberster Verantwortlicher für Compaqs interne Datenverarbeitung, nie in strategische Entscheidungen des schlingernden Unternehmens eingebunden. Die hat Rosen in den vergangenen Monaten in großer Machtvollkommenheit sehr einsam getroffen. Capellas hat in seinem Leben bislang überhaupt noch nirgends das Zepter geschwungen, führte nie Regie. Als Chief Executive Officer, als zumindest nominell oberster Verantwortlicher für Compaqs Zukunft, muß er jetzt jedoch Rosens Entschlüsse ausführen. Der sitzt ihm zudem als Chairman im Nacken - eine zwar übliche Konstellation, die aber bei Compaq noch keinem CEO gut bekommen ist. Marionette Capellas?

Als ehemaliger Manager bei Oracle und insbesondere als Top-Verkäufer bei SAP dürfte Capellas jedoch wenigstens wissen, welche Sorgen Anwender wirklich umtreiben: Nicht Fragen der Hardware bringen DV-Verantwortliche in Unternehmen um den Schlaf - für einen reinen Hardware-Anbieter mental nur schwer nachvollziehbar. Vielmehr gilt es Softwarekonzepte zu entwickeln. Lösungen und deren gelungene Integration im Unternehmen sind für den Erfolg von Firmen entscheidend. Hier erwarten sie von einem Anbieter wie Compaq kompetente Hilfe.

Capellas'' größte Herausforderung dürfte deshalb sein, im eigenen Haus die nötige Sensibilität für die Nöte der Anwender zu wecken.