Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.


17.02.1995

Marketing statt Standards SAS hat Zweifel an den hehren Motiven des Olap-Konsortiums

MUENCHEN (CW) - Vor kurzem erst gegruendet*, erfaehrt das Olap- Council (Olap = Online Analytical Processing, eine von Edgar F. Codd entwickelte dynamische Datenanalyse), bestehend aus der Arbor Software Corp., der Comshare Inc., der IRI Software und der Pilot Software Inc., vehemente Kritik. Dabei tut sich die SAS Institute Inc., die eine Mitgliedschaft ablehnte, besonders hervor. Die Gartner Group leistet Schuetzenhilfe.

Gartner-Analyst Howard Dresner empfiehlt den Anwendern schlichtweg, die Council-Empfehlungen zu missachten: "Waehrend das Council vorgibt, einen Olap-Standard zu erarbeiten, glauben wir, dass die Firmen lediglich angetreten sind, um ein neues Markenzeichen fuer Multidimensionalitaet zu erfinden. Das Council dient ihnen einzig als Selbstbedienungsladen fuer Marketing."

Die jetzigen Council-Mitglieder bieten multidimensionale Datenbanken an. Diese Form koennen flexible Datenformate verarbeiten. Insbesondere bei komplexen Berechnungen und grossen Datenmengen gelten sie als leistungsfaehiger als die herkoemmlichen relationalen Datenbanken.

Tatsaechlich hat sich das Olap-Council zum Ziel gesetzt, ein Application Programming Interface (API) zu schaffen, das es Anbietern erlauben soll, Client-Server-Komponenten als kompatibel zu offerieren. Die Anwender sollen in die Lage versetzt werden, Komponenten verschiedener Hersteller zu kombinieren. In der Vergangenheit hatten sich Benutzer beklagt, dass es schwierig sei, Systeme nach der Olap-Methode zusammenzustellen, und dass die angebotenen Softwarebausteine nicht zusammenpassen.

Waehrend das Gremium die Forderung Codds nach unbegrenzten Datendimensionen (siehe Kasten) in seinen Datenbankprodukten erfuellt sieht, vermeint SAS Institute aus Cary, North Carolina, dieses Ziel ueber verschiedene Sichten auf die Daten erreichen zu koennen, und zwar unabhaengig von einem speziellen Datenbanksystem durch die Art der Applikation.

SAS gehoert mit ihrem Fuehrungsinformationssystem und Datawarehousing-Konzept zu den fuehrenden Anbietern von Olap- Implementationen. Nach eigenen Angaben war das Unternehmen eingeladen, Mitglied im Council zu werden. SAS schlug das Angebot aus, weil es die Massgabe: kein Olap ohne den Einsatz einer multidimensionalen Datenbank, nicht hinnehmen wollte. Ein solches Prinzip sei sowohl theoretisch als auch in der Ausfuehrung inkorrekt.

Olap koenne darueber hinaus zwar zu einem Juwel in der Krone des Data-Warehousing werden, sei jedoch keinesfalls mit dieser zu verwechseln, heisst es in einer Erklaerung von SAS. Deren System basiert auf Schnittstellen zu relationalen Datenbankkonzepten sowie auf Erweiterungen der Coddschen Regeln, die weitere Sichten auf die Daten ermoeglichen sollen. Vorgesehen sind unter anderem: objektorientierte Applikationsentwicklung, Portabilitaet, Multimedia und geografische Datenvisualisierung.