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Binder Datentechnik sieht zu geringe Stückzahlen im Low-Cost-Bereich:


12.04.1979 - 

"Markt der Billig-Drucker links liegen lassen"

VILLINGE (pi) - "Magnetischen" Ursprungs ist ein Newcomer auf dem Datendrucker-Markt, der sich vorgenommen hat, der amerikanischer Konkurrenz zu trotzen: Der Binder Datentechnik GmbH. Jetzt hat der Schwarzwälder Hersteller neue Drucker entwickelt, die "schnell und robust sind und keine Applikationen brauchen", wie Binder-Geschaftsführer Dr. Heribert Gasser anläßlich einer Pressekonferenz erklärte (CW-Nr. 14 vom 6. 4. 1979: "Binder will sich gegen US-Konkurenz behaupten".)

Sie gehört der "Gemeinschaftsaktion Mittlere Deutscher DV-Unternehmen "impuls" an. Die Binder Datentechnik GmbH wurde am 1. Juli 1978 gegründet. Gesellschafter sind die Binder Magnete GmbH (zu 60 Prozent) und die Deutsche Wagnisfinanzierungsgesellschaft. Das Stammkapital beträgt 6,5 Millionen Mark. Im Werk in Villingen-Schwenningen und in den vorerst drei Vertriebs- und Servicebüros in München, Frankfurt und Villingen /(weitere sollen demnächst in Düsseldorf und Hannover eröffnet werden) sind rund 100 Mitarbeiter beschäftigt. Der Umsatz des am 30. 6. 79 endenden Geschäftsjahres wird auf etwa 10 Millionen Mark veranschlagt. Abnehmer sind swohl OEM-Kunden als auch Systemhäuser und Endbenutzer. Etwa 60 Prozent der Produktion wird exportiert.

Magnete GmbH zählt mit 1300 Mitarbeitern zu den führenden Unternehmen von Anwendungsmöglichkeiten des Magnetismus in der Feinmechanik. Die umfassende Erfahrungen in der Physic des Magnetismus, verbunden mit den entsprechenden feinwerktechnischen Fertigungskapazitäten veranlaßte 1972 Firmenchef Dr. Binder, einen Matrixdrucker - gewissermaßen unter dem Motto "Signaltransformation bei begrenzten Hubbewegungen" - zu entwickeln. Ab 1976 wurden von einer eigenen Division die BM-Druckerreinhen gefertigt und vertreben. Bis März 1979 konnten rund 6000 Einheiten verkauft werden. Mitte 1978 wurde die Druckerdivision in eine eigene Firma, die Binder Datentechnik GmbH, umgewandelt. Die 40 prozentige Beteiligung der Deutschen Wagnisfinanzierungsgesellschaft, die aus Kapitalgründen eingegangen wurde, kann von den Villinger Magnetebauern, die übrigens in räumliche Nähe zu Kienzle angesiedelt sind, wieder zurückgenommen werden.

Mit der neuen Matrixdruckergeneration glaubt die Binder datentechnik GmbH ihr erstes Nahziel, ein wettbewerbsfähiges, innovationsintensiveres Produktionsprogramm verwirklicht zu haben. Die Palette wird abgerundet durch Elektronikkomponenten, die unter anderem an IBM und die Zahnradfabrik Friedrichshafen geliefert werden, sowie durch Schrittmotoren und -setuerungen. Das Unternehmen hat die technologischen Trends auf dem Drukersektor beobachtet und zielt mit seinen Erzeugnissen auf Marktsegmente, bei denen es als relativ kleiner Hersteller erfolgreich gegen Firmen wie Texas Insturments, DEC, Centronics und Tally sein will. Vorerst links liegen gelassen wird der Markt der Low-Cost-Druker, da hier die Stückzahlen für niedrige Preise fehlen. Auch am oberen Ende der Preisskala hat man nichts im Sinn.

Mit den Serie 1000 und 2000 bietet die Binder Datentechnik Drucker an, die !schnell und robust sind und keine Applikationen Brauchen" (Gasser). Für den Preis eines 120-Zeichen-Druckers will man Geräte offerieren, die im Leistungsbereich von 160 bis 200 Ziechen liegen. Es werden zwei Baubreiten (80 und 132 Zeichen pro Zeile) produziert. Die Druckgeschwindigkeit Beträgt bei der 1000er-Serie 150 Ziechen pro Sekunde und bei der 2000er-Serie 200 Ziechen pro Sekunde. Bei Abnahme von 50 Einheiten soll sich der Preis für das Modell 1000 um die 3400 Mark bewegen. Die 32 Optionen der Serie 4000 sind größtenteils miteinander kombinierbar. Die wichtigsten sind Groß-/Kleinschreibung, Label-Printing , Bar-Code, APL, OCR-A, OCR-B, Einzelblattzuführung, Stapelzuführung, Doppeltraktor, arabische, hebräische, kyrillische und persische Zeihensätze, Rot-/Schwarz-Druck. Zeilenbreuten: 80, 132 und 200 Zeichen, Druckgeschwindigkeit 165 und 200 Zeichen pro Sekunde etwa 3800 bis 4000 Mark.

Mit der Serie 4000 K wollen die Binder-Leute im den Markt der Textverarbeitung einbrechen. Bei dem Produkt soll es sich um der ersten Matrixdrucker handeln, der durch besonders hohe Punktdichte Korrespondenzqualität mit einer Druckgeschwindigkeit von mehr als 80 Zeichen pro Sekunde druckt. Prophezeit Gasser: "In Verbindung mit der Kartenstapelzufuhr wird der 4000 K den Textverarbeitungsmarkt in Bewegung bringen". Baubreiten: 80/132/200 Zeichen pro Zeile. Die Druckgeschwindigkeit kann - bei geänderter Matrix - auf 160 Zeichen pro Sekunde erhöht werden. Preis nach der Mengenstaffel rund 5000 bis 5300 Mark.