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12.08.1994

Markt fuer PDAs entwickelt sich erst langsam Mehrheitseigner AT&T laesst die Eo Inc. ueber die Klinge springen

MUENCHEN (kk) - Der sich nur zoegernd entwickelnde Markt fuer PDA- Rechner fordert sein erstes Opfer - die Eo Inc. stellt den Geschaeftsbetrieb ein.

Noch im vergangenen Jahr wurde den Westentaschenrechnern eine glorreiche Zukunft vorausgesagt. Einmuetig prognostizierten Marktforschungsinstitute wie BIS Strategic Decisison Inc. oder Link Resources Corp. im Verbund mit der International Data Corp. (IDC) jaehrliche Wachstumsraten von 50 Prozent und ein Marktvolumen von 3,8 Milliarden Dollar im Jahr 1996.

Erste Risse in der Fassade zeigten sich, als harsche Kritik auf den lange angekuendigten Personal Digital Assistant mit Newton- Technologie von Apple niederprasselte. Bemaengelt wurden die unausgereifte Software fuer die Handschriftenerkennung und die nicht ausreichenden Faehigkeiten zur Kommunikation.

Compaq Computer verzoegert immer wieder die Ankuendigung seines Kleinstrechners, der unter dem Namen "Mobile Companion" in die Laeden kommen soll. Als Gruende nennt die Pfeiffer-Company, dass man wegen der Schwierigkeiten, die Apple mit der Handschriftenerkennung habe, das Design neu ueberdenken wolle.

Unklarheit besteht auch noch darueber, ob der Compaq-Zwerg nur mit Stift oder auch ueber Tastatur zu bedienen sein wird. Da PDAs unbedingt ueber drahtlose Kommunikationsfaehigkeiten verfuegen sollen, spielen auch die Kosten eine Rolle. Compaq will sein Geraet unterhalb der 1000-Dollar-Marke anbieten. Erst kuerzlich stellte der Hersteller die Produktion des Stift-Notebooks "Concerto" wegen mangelnder Nachfrage ein.

Einen Hinweis darauf, dass sich die PC-Hersteller nicht mit eigenen Handheld-Rechnern den Markt fuer ihre Subnotebooks kaputt machen wollen, liefert neben Compaq auch die Ing. C. Olivetti & Co SpA. Compaq erzielt mit dem "Aero" derzeit durchschlagende Verkaufserfolge, die Italiener haben mit der zweiten Version des "Quaderno" ebenfalls ein Siegerpferd im Stall.

Garantieverpflichtungen und Service sind gesichert

Nicht einig waren sich die grossen PDA-Hersteller, welche Hardwaretechnik eingesetzt werden soll. Zur Auswahl stehen noch immer der RISC-Chip der englischen Advanced Risc Machine (ARM) und der Hobbit-Prozessor von AT&T, den beispielsweise Eo in seinen Geraeten einsetzte.

Der Kommunikationsriese aus den USA haelt mit 52 Prozent den Hauptanteil an der Eo Inc. und verschmolz die Firma im vergangenen Jahr mit der Go Corp. Im Februar 1994 musste das Unternehmen 100 Mitarbeitern kuendigen, die beiden PDAs "Eo440" und "880" erzielten nicht den gewuenschten Umsatz.

Zwar steht eine neue Generation von PDAs in den Eo-Labors, aber die AT&T-Mutter war nicht bereit, weitere Finanzmittel fuer die Vermarktung in die Firma zu pumpen. Eo koenne fuer einen Erfolg nicht garantieren, deshalb sei die Firma im kalifornischen Mountain View geschlossen worden. Mit dieser Entscheidung haben auch die anderen Eo-Teilhaber Marubeni Corp., Matsushita Electric Industrial Co Ltd., der Venture-Kapital-Geber Kleiner Perkins Caufield & Byers, Olivetti und einige Privatleute ihr Kapital verloren.

AT&T sichert fuer die ausgelieferten Eo-Rechner die Erfuellung aller Garantie- und Serviceverpflichtungen zu. Bis Redaktionsschluss war nicht zu erfahren, was aus der Hobbit-CPU werden soll.

Trotz dieses Rueckzuges will AT&T das Geschaeft mit mobilen Klein- PCs nicht voellig aufgeben. Die CW-Schwesterpublikation "Infoworld" zitiert AT&T-nahe Quellen mit der Aussage, dass der Kommunikationsriese derzeit an der Entwicklung von "Smart Phones" arbeite und sich die AT&T GIS (vormals NCR) mit einem Geraet auf Basis von Microsofts Betriebssystem Winpad beschaeftige.

Auch die IBM plant ein Betriebssystem fuer PDAs, das Elemente zur Kommunikation enthalten und auf Intel- und Power-PC-Plattformen ablauffaehig sein soll. Als Systemvoraussetzungen werden derzeit 2 MB Arbeitsspeicher und 4 MB ROM genannt. IBMs PDA-Betriebssystem wird voraussichtlich Mitte 1995 ausgeliefert werden.