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30.04.1999

Markt in Bewegung

Die führende Position des Debis Systemhauses im deutschen Outsour- cing-Markt ist nach Ansicht der Marktforscher von PAC relativ zu sehen - eine bemerkenswerte Aussage, ist doch die Ende vergangenen Jahres erschienene Studie "Der deutsche Outsourcing-Markt" eine Auftragsarbeit für den IT-Dienstleister gewesen. Doch zurück zu den Fakten: Die Position von Debis ist laut PAC gut, aber nicht gut genug. Was Debis- Systemhaus-Chef Achinger zupaß kommen dürfte, ist die Tatsache, daß der deutsche Outsourcing-Markt nach wie vor durch einen hohen An- teil sogenannter kaptiver Geschäfte gekennzeichnet ist, also von Service-Anbietern, die immer noch weitgehend für ihre Mutter- und/oder andere Konzerngesellschaften tätig sind (Debis Systemhaus/Daimler-Chrysler; SBS/Siemens etc.) Hier haben die Schwaben mit ihrem vergleichsweise hohen Anteil des Fremdgeschäfts am Umsatz einen großen Vorsprung (1997 waren es beispielsweise 40 Prozent der gesamten Outsourcing-Einnahmen). Doch die Konkurrenz schläft nicht - EDS, CSC Ploenzke, Digital, HP, Compunet, Lufthansa Systems, Hiserv, Datev, Detesystem und natürlich IBM lassen grüßen! Ganz zu schweigen von (noch) kleinen Nischenanbietern wie Alldata, Atos, Origin oder Thyssen Informatik. Der Markt wird für die Anbieter - nicht nur beim Thema Outsourcing - zusehends rauher.

Kein Zuckerschlecken also für ein Unternehmen wie das Debis Systemhaus, das sich gleich drei Essentials in sein Stammbuch geschrieben hat: Herstellerunabhängigkeit, Vollservice-Angebotsportfolio und den Aufstieg zum Global Player. Hinzu kommt, daß auch der Heimatbastion Europa zunehmend Gefahr droht. Denn was für den deutschen IT-Service-Markt gilt, trifft erst recht für den europäischen zu: Er ist mehr denn je fragmentiert. Immer mehr Experten erwarten deshalb in diesem und im nächsten Jahr eine Fusions- und Übernahmewelle. Nach Angaben von Merrill Lynch hat selbst Branchenprimus IBM auf dem Alten Kontinent nur einen Markanteil von gut sechs Prozent; Cap Gemini, oft als größter europäischer Anbieter gehandelt, kommt demnnach nur auf 2,8 Prozent. Noch immer geben Firmen wie WM-Data (Schweden), Sema Group (Großbritannien/Frankreich) oder Tieto (Finnland) in ihrem jeweils regionalen Einflußbereich den Ton an. Doch der vermeintliche Zwang zur Größe greift auch hier längst um sich. So hat erst kürzlich Tieto eine Fusion mit dem schwedischen IT-Dienstleister Enator angekündigt. Mit der Globalisierung des Geschäfts wird das vielzitierte US-Standbein unabdingbar. Für viele europäische Anbieter dürfte diese Politik jedoch eine Nummer zu groß sein. Das Merger-Karussell werde sich, so Merrill Lynch, vermutlich verstärkt in anderer Richtung drehen - viele weiße Flecken auf der europäischen Landkarte dürften eine US-Flagge bekommen.