Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

29.07.1994

Markt muss fuer Pay-TV-Anbieter der EU offen sein Kommission befuerchtet zu starke Macht der Media-Service GmbH

BRUESSEL (vwd) - Die Europaeische Kommission wird die beabsichtigte Gruendung der Media Service GmbH (MSG) in die zweite Pruefungsphase ueberfuehren. Das Zusammenschlussverfahren war am 6.Juni 1994 nach den Vorschriften der europaeischen Fusionskontrolle bei der Kommission in Bruessel angemeldet worden. Es betrifft die Gruendung eines Joint-ventures von Bertelsmann, der Telekom sowie der Kirch- Gruppe.

Das Gemeinschaftsunternehmen wird, vorausgesetzt, die Bruesseler Eurokraten stimmen zu, im Bereich technischer und administrativer Dienstleistungen fuer Pay-TV und andere kostenpflichtige Kommunikationsdienste als Anbieter auftreten. Nach europaeischem Recht stellt das Projekt einen Zusammenschluss im Sinne der gemeinschaftlichen Fusionskontrollverordnung dar, da die MSG alle Funktionen einer selbstaendigen wirtschaftlichen Einheit erfuellt und selbst im Wettbewerb aktiv sein moechte. Die Kommission geht davon aus, dass dieser Markt insbesondere durch die Einfuehrung von Digital-TV starke Impulse erhalten wird.

Diese Entwicklung werde in der Bundesrepublik durch die hohe Zahl von Privathaushalten beguenstigt, die bereits heute Fernsehen ueber Kabel oder Satellit empfangen koennen. Vor diesem Hintergrund sei eine marktbeherrschende Stellung der MSG auf Dauer nicht auszuschliessen. Die Telekom, in Deutschland mit Abstand fuehrender Anbieter von Kabelnetzdiensten, hat sich kuerzlich, so die Kommission, an dem europaeischen Satellitenbetreiber SE-Astra beteiligt.

Bertelsmann und Kirch verfuegen ueber zahlreiche Aktivitaeten im Bereich audiovisueller Medien und betreiben zusammen mit Canal Plus den bisher einzigen deutschen Pay-TV-Sender Premiere. Von besonderem Gewicht, so die Kommission, seien daher die Auswirkungen, die sich aus der Zusammenfassung dieser marktdominierenden Unternehmen ergeben.

Wie die Behoerde weiter mitteilte, hat das Bundeskartellamt inzwischen die Rueckverweisung des Falles beantragt. Diese Forderung wurde von Bruessel allerdings abgelehnt, da nach den vorlaeufigen Ermittlungen noch nicht auszuschliessen ist, ob durch den Zusammenschluss Pay-TV-Anbieter aus anderen EU-Mitgliedsstaaten im Zugang auf den deutschen Markt beeintraechtigt werden.