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25.03.1994

Markteinfuehrung noch im Maerz Multiprozessor-Systeme: Bull setzt auf die Power-PC-Karte Christoph Hammerschmidt*

GRENOBLE - Noch in diesem Monat sollen sie offiziell das Licht der Welt erblicken: die neuen Multiprozessor-Systeme, die Bull gemeinsam mit IBM entwickelt. Mit den Maschinen soll die Power-PC- Architektur in den kommerziellen Midrange-Bereich Einzug halten.

Als Abteilungsrechner lassen sie sich immer schwerer verkaufen, daher heissen sie jetzt trendgerecht "Server": die Maschinen der Mittelklasse, die organisatorisch wie preislich unterhalb der Mainframe-Ebene angesiedelt sind. Als Anwendungs- oder Datenbankserver erledigen sie die Aufgaben, die sich in ihrer Struktur nicht sehr von derjenigen der klassischen Abteilungsrechner unterscheiden, hinzu kommen Datei- und Kommunikations-Server-Dienste fuer vernetzte Arbeitsplatzintelligenz.

Gemeinsam arbeiten derzeit Bull und IBM an solchen Systemen. Ihr Entwicklungsstand ist bereits so weit fortgeschritten, dass Bull kuerzlich den Schleier etwas lueftete und Journalisten einen Blick auf die Maschinen mit der Projektbezeichnung Pegasus werfen liess. Schon auf der Unix-Fachmesse Uniforum, die noch in diesem Monat in den USA stattfindet, sollen die Rechner offiziell praesentiert werden.

Nummer eins im RISC-Markt

Nicht zuletzt wegen der Kooperation mit Big Blue setzt Bull kompromisslos auf den Power-PC. Diese Architektur biete erstmals die Chance, im zersplitterten RISC-Markt einen allseits akzeptierten Standard zu setzen. "In zwei bis drei Jahren sind wir die Nummer eins im RISC-Markt. Der Power-PC wird dann mehr als die Haelfte dieses Markts abdecken", hofft Jean-Pierre Glachant, fuer Europa zustaendiger Vice-President der Poweropen Association, in der Bull neben Apple und IBM zu den prominentesten Mitgliedern zaehlt. "Unser primaeres Ziel ist es, dem User dieselben Vorteile zu bieten, wie er sie vom PC her kennt, naemlich Binaerkompatibilitaet."

Diese Eigenschaft wird auch die Maschinen von Bull und IBM auszeichnen, denn sie sind praktisch baugleich. Im Gegensatz zu bisher schon von beiden Unternehmen vertriebenen Rechnern der Familie RS/6000 sind die Pegasus-Computer als symmetrische Mehrprozessor-Systeme ausgefuehrt und erschliessen damit hoehere Leistungslevels.

Um den System-Bus als Flaschenhals fuer die Performance auszuschalten, sind die Rechner mit einem Crossbar-Switch bestueckt, der saemtliche Daten und Adressen an die richtige Stelle weiterleitet. Maximal acht CPUs lassen sich so parallelschalten. Dieses Limit sei jedoch "eher eine Frage der Produktstrategie als der Architektur", bemerkt Michel Veran, Bulls Director fuer Software Development. Das Unternehmen peilt mit den Maschinen einen "sehr niedrigen Einstieg in den Markt an", so Armand Malka, Vice-President von Bulls Unix Division. Ausserdem erstrebe man mit den Multiprozessoren die Fuehrungsposition hinsichtlich des Preis- Leistungs-Verhaeltnisses. Die Rechner sollen nicht nur ueber IBM- und eigene Vertriebskanaele abgesetzt werden, sondern auch ueber OEMs.

Die passende Systemsoftware fuer die SMP-Maschinen ist ebenfalls in Arbeit. Bis Sommer will Bull eine multiprozessorfaehige Variante von AIX auf den Markt bringen; zur Zeit befindet sich das Produkt im Betastadium. Die Software soll ohne Aenderungen auf Ein- und Mehrprozessormaschinen laufen. Existierende Anwendungen fuer die RS6000-Familie seien ohne Neukompilierung einsatzfaehig, verspricht Veran. Fuer sicherheitsbewusste Anwender soll das Betriebssystem nach dem Level B1 des Orange Book zertifiziert werden.