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Marktnischenpolitik bei Nokia

03.05.1985

HANNOVER (hö) - Mit einem "massiven Angriff auf den Terminal- und Mikromarkt" will der finnische Konzern Nokia seinen Geschäftsbereich Information Systems in Deutschland weiter ausbauen. Zwar wurden keine Einzelergebnisse bekanntgegeben; bis 1989 sollen jedoch 50 Millionen Mark Umsatz erzielt werden, um die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung - 1984 allein für den Bereich Elektronik über 100 Millionen Mark - zu rechtfertigen.

Die Nokia-Strategie heißt "Marktnischenpolitik". Entsprechend diesem Motto warteten die Finnen in Hannover mit drei Neuheiten auf. Die erste stellt eine Terminalfamilie mit flimmerfreien Bildschirmen in Positiv-Darstellung mit den ersten zwei Modellen, ein grafikfähiges Terminal für Großkunden sowie ein steckerkompatibles Gerät zum DEC VT220 dar.

Flaggschiff für die Kassensysteme ist das 16-Bit-Professional-Mehrplatz- und 3270-Clustersystem. Betriebssysteme wie Unix oder Xenix werden - "um die Multifunktionalität zu erhalten" - bewußt nicht verwendet. Mit der PC-Lösung will Nokia mit Großunternehmen ins Geschäft kommen. Die dritte Novität sind drei Features für die PC-3270-Welt Sie sollen den Weg ebnen für: Leitungsaufbau nur bei Bedarf, vorherige Anfrage, welche Host-Leitung frei ist sowie die Möglichkeit für jeden Teilnehmer, mit zwei Hosts gleichzeitig zu kommunizieren.

"Die Ziele für den deutschen Markt sind klar abgesteckt", verkündete Jürgen Berger, Marketing-Direktor der Nokia Informations Systems Deutschland. Was fehle, sei eine entsprechende Vertriebsorganisation, die man "leider nicht aus dem Boden stampfen kann".