Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Mieteinsparungen über 50 Prozent


10.01.1975 - 

Marktsituation des Leasing im Computersektor

CW-Gespräch mit dem Geschäftsführer der Leasco.

- Leasing existiert heute im Computersektor ca. 6 bis 7 Jahre, können Sie kurz Leasing im Computerbereich definieren?

Leasing ist eine weitere Art von Finanzierungsmöglichkeit, die dem Kunden dann zustatten kommt, wenn er von der üblichen Herstellermiete abgeht, selbst aber nicht kaufen will und deshalb die zweite Art der Finanzierung, nämlich Leasing wählt.

- Wie sehen Sie heute den Stand der Leasing-Gesellschaften im allgemeinen, und wie waren die Wachstumsraten in den letzten Jahren ?

Der jetzige Stand des Computer-Leasing ist noch immer so, daß er gemessen an den Herstellern und nicht zuletzt an dem Riesen IBM im Verhältnis klein ist. Wir schätzen ihn im Augenblick auf ca. sieben bis acht Prozent der installierten Mittel- und Großanlagen. Diese Zahl hat sich im Laufe der gesamten Leasing-Aktivitäten von ca. 6. bis 7 Jahren gebildet, sagt aber nur etwas über den entsprechenden Marktanteil zu den vermietenden Anlagen aus, jedoch noch nicht über das Wachstum.

Die Wachstumsraten sind sehr erheblich, zum Beispiel wenn wir das Jahr 1967 als Null nehmen, haben wir bis heute oder die Leasing-Gesellschaften im allgemeinen jährliche Zuwachsraten von ca. 20 bis 30 Prozent. Für die Leasco bedeutet das, daß wir von 1967 bis zum heutigen Tage einen Computerbestand in der BRD von ca. 60 Anlagen haben. Diese Maschinenzahl entspricht einer Kapitalinvestition von ca. 180 Millionen DM.

- Wo sehen Sie die Vorteile des Leasing gegenüber der Herstellermiete und dem Kauf für den Anwender?

Die Vorteile des Leasing im allgemeinen bestehen darin, daß die Leasing-Gesellschaften, im besonderen die Leasso durch das Operating-Leasing im Vergleich zur Herstellermiete flexibler und billiger sind, da die Leasing-Gesellschaften gegenüber den Herstellern längere Abschreibungszeiträume in Ansatz bringen. Das bedeutet wiederum, daß in der Regel bei Neuanlagen in der ersten Mietphase Einsparungen zwischen ca. acht bis zehn Prozent gegenüber der Herstellermiete realisierte werden können.

Auch im Vergleich zum direkten Kauf des Anwenders bieten sich entsprechende Vorteile, die einmal in der Vermeidung der Bindung erheblicher finanzieller Mittel liegen, zum anderen aber in der Möglichkeit, die Leasingrate voll abzuschreiben, während andererseits die gekaufte Anlage nur innerhalb der AFA-Zeit (Abschreibungstabelle) abgeschrieben wird.

- Worin sehen Sie den Einfluß des Leasing auf die derzeitige Marktsituation?

Auf diese Frage kann ich Ihnen eine aktuelle Antwort geben. Inzwischen hat sogar der Riese IBM Langzeitverträge angeboten. Wir sind davon überzeugt, daß dieses Angebot nicht zuletzt aufgrund der ständig steigenden Wachstumsraten der Leasings-Gesellschaften als Zugeständnis gegenüber dem Anwender gebracht wurde.

- Wie ist der heutige Stand des Leasing im europäischen Markt?

Jetzt möchte ich mit einigen Zahlen aufwarten. Beispielsweise sind von den 100 größten europäischen Industrie-Unternehmen 25 Kunden unserer Gesellschaft unter anderem die Royal Dutch/Shell, Unilever, Philips, Nestle, Thyssen und viele andere. Computer haben wir in der Regel im Operating-Leasing vermietet, das heißt, in einer Leasing-Form, die unser eingesetztes Kapital plus entsprechendem Gewinn in ein bis drei Mietphasen hereinspielt.

Als eine Mietphase bezeichnen wir den Zeitraum in dem ein Kunde die Maschine nutzt, also Mietphase 1 Kunde A, Mietphase 2 Kunde B usw. Mit anderen Worten stellen wir die Anlage zwei oder mehreren Kunden in vereinbarter Leasingdauer für insgesamt ca. sieben bis acht Jahre zur Verfügung.

- Es gibt immer wieder Stimmen am Markt, die die Seriosität des Leasinggeschäfts in Frage stellen, was können Sie uns dazu sagen?

Hier darf ich ausführen, daß sich die Gesamtsituation in dem letzten Jahr wesentlich gebessert hat. Leider gibt es in Einzelfällen immer noch Auswüchse, jedoch ist im Großen und Ganzen bereits eine Bereinigung eingetreten.

Allerdings gibt es immer noch die sogenannten Zwei-Mann-Firmen, die nach außen als Leasing-Firmen auftreten, die in Wahrheit aber als Vermittler nach Vertragsabschluß mit dem unmittelbaren Anwender diese Anlage (obwohl der Vermittler selbst in den meisten Fällen nicht Eigentümer ist) an eine Leasing-Gesellschaft verkaufen und durch diese Leasing-Gesellschaft dann auf eine bestimmte Zeit an den Anwender zurückverleasen (Sale and lease back). In diesen Fällen sind Wartung oder Umtausch der Maschine nicht mehr sichergestellt.

- Welchen Unterschied sehen Sie zwischen Leasing von neuen Anlagen und Second-hand-Anlagen?

Darf ich als Beispiel den Branchenführer IBM mit seinen Anlagen anführen. Als Neuanlage nehmen wir beispielsweise die 370 Anlagen und als Secondhand-Anlagen die 360 Anlagen. Das Neuanlagen-Geschäft haben wir bis vor wenigen Monaten als Sale and Leaseback-Verfahren (Kauf der Anlage von dem Kunden und Rückvermietung) abgewickelt. Hier haben wir gegenüber der Herstellermiete dem Kunden eine monatliche Mieteinsparung von ca. acht bis zwölf Prozent geboten. Bedingt durch die stets steigenden Zinssätze haben wir jedoch diese Leasing-Variante inzwischen eingestellt. Das bedeutet mit anderen Worten, daß wir zum derzeitigen Zeitpunkt nur im Remarketing mit den /360 Anlagen aus unserem Inventar arbeiten. Hier haben wir im letzten Jahr ganz entscheidende Einbrüche auch gegenüber dem Branchenführer IBM erzielt, so daß wir in sehr vielen Fällen sogar /370 Anlagen durch /360 Anlagen ersetzt haben, so zum Beispiel bei Renault. Im Prinzip bietet heute das Leasing-Geschäft mit /360 Anlagen die größte Möglichkeit, denn hier bieten wir dem Kunden Mieteinsparungen von ca. 50 bis 60 Prozent gegenüber der normalen Herstellermiete an. Ausschlaggebend dafür ist natürlich die Leasingdauer, die dann im allgemeinen bei ca. drei bis vier Jahren liegt.

- Das Leasing-Geschäft mit Secondhand-Anlagen wie zum Beispiel der 360 Serie, schien für Sie sehr vorteilhaft zu sein. Wie sehen Sie das Verleasen von Neu-Anlagen, insbesondere im Hinblick auf das Konjunkturprogramm der Bundesregierung, sprich die vom Bundestag beschlossene Investitionszulage in Höhe von 7,5 Prozent?

Hier scheinen sich wesentliche positive Aspekte anzubahnen, und wir glauben, daß im Zusammenhang mit der zukünftigen Zinspolitik, die voraussichtlich in den nächsten Monaten etwas gemäßigt sein wird, wieder neue Möglichkeiten bestehen, das Leasing-Geschäft mit Neuanlagen zu beleben und dem Kunden in etwa wieder die gleichen Vorteile wie früher bieten zu können. Dabei wird sich jedoch eine entsprechende Langzeitwirkung nicht vermeiden lassen, das heißt, wir müssen damit rechnen, gegenüber den Hersteller-Laufzeit-Verträgen bis zu 48 Monate einen 60 Monatsvertrag entgegensetzen zu müssen.