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12.08.1988 - 

Perkin-Elmer gibt Realtime-Engagement auf:

Masscomp und Concurrent planen Fusion

TINTON FALLS (CW) - Im Markt für Realtime-Systeme bahnt sich ein Firmenzusammenschluß an, bei dem der Kleine den Großen schluckt. Die Massachusetts Computer Corp. (Masscomp) will dem Perkin-Elmer-Konzern die Concurrent Computer Corp. abkaufen. Woher das Geld kommen soll, ist noch unklar.

Die Perkin-Elmer Corp. gibt ihr Engagement im DV-Sektor auf. Der amerikanische Gerätehersteller, ein wichtiger Zulieferant der Halbleiterindustrie, hatte die 1966 als Interdata Inc. gegründete heutige Concurrent Computer Corp. 1974 übernommen; bis Ende 1985 wurde sie als Data Systems Group geführt. Jetzt soll Perkin-Elmers noch 82prozentiger Gesellschaftsanteil an die Masscomp verkauft werden.

Die Pläne für das künftige Unternehmen sind schon recht konkret, auch wenn der Deal rechtlich noch nicht unter Dach und Fach ist. Masscomp will, obwohl offiziell der übernehmende Partner, seinen Namen aufgeben - die Firma soll Concurrent heißen. Als Zentrale wird dem Plan zufolge das heutige Concurrent-Hauptquartier in Tinton Falls im US-Bundesstaat New Jersey dienen. Auch den Präsidenten stellt die bisherige Perkin-Elmer-Tochter - ihren Chief Executive, James K. Sims. Masscomp-Boß Russell Planitzer, der auch als Venture-Capital-Finanzier bekannt ist, strebt lediglich einen Sitz im Board of Directors an.

Daß Masscomp über das für den Kauf der Concurrent-Aktien nötige Geld nicht selbst verfügt, gilt in der Branche als sicher. Das Unternehmen bietet 20 Dollar pro Aktie, was auf ein Gesamtvolumen von 188 Millionen Dollar hinausläuft. Doch Masscomp setzte im vorigen Geschäftsjahr gerade 75 Millionen Dollar um; der Jahresgewinn dürfte zwischen 3 und 4 Millionen Dollar erreichen. Concurrent ist mit knapp 250 Millionen Dollar Jahresumsatz mehr als dreimal so groß wie das Unternehmen aus Massachusetts.

Nach der COMPUTERWOCHE vorliegenden Informationen soll die Finanzierung wahrscheinlich im Rahmen eines Leveraged Buyout (LBO) erfolgen. Das würde bedeuten, daß das übernommene Unternehmen selbst einen großen Teil des Geldes beibringt und dazu sehr viel Fremdkapital aufnimmt. Dieses Verfahren wird in der letzten Zeit kritisch diskutiert, nachdem es - in anderen Branchen - zu spektakulären Fällen von Zahlungsunfähigkeit gekommen war. Eine Bestätigung für die Annahme war indes bei keinem der Unternehmen zu bekommen.

Wie es in den deutschen Niederlassungen weitergeht, ist im Moment völlig offen. Günter Kurz, Geschäftsführer der Concurrent Computer GmbH in München-Martinsried, und der neue Münchner Masscomp-Chef Günter Wirsing, waren beide bei Bekanntwerden der Fusionspläne im Urlaub. Nach Angaben von Concurrent-Sprecher Stefan Klusmeier wird sich hierzulande vorerst nichts tun.