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28.09.1984 - 

DEC-Konkurrent will 20 Prozent vom europäischen Kuchen:

Masscomp-Workstation für 32-Bit-Systemmarkt

MÜNCHEN(mer) - Die "Workstation 500", einen 32-Bit-Arbeitsplatzcomputer mit virtuellem Speicher unter dem Unix-Derivat RTU (Real Time Unix) sowie integriertem Floating-Point- und Array-Prozessor, hat die Masscomp GmbH aus München jetzt für den europäischen Markt freigegeben. Das System ist konzipiert für Grafik, etwa bei Echtzeit-numerischen Analysen im CAD-Bereich sowie bei anderen technisch wissenschaftlichen Anwendungen.

"Unser Produkt bietet das Zehnfache an Leistung, aber es müssen noch nicht einmal 40 Prozent der Kosten vergleichbarer Systeme aufgewendet werden." Karl Müller, Geschäftsführer der im Juni 1984 gegründeten deutschen Niederlassung des amerikanischen Computerherstellers aus Massachusetts, prophezeit denn auch für das Unternehmen eine außerordentliche Akzeptanz im europäischen technisch-wissenschaftlichen Systemmarkt: In fünf Jahren sollen - ausgehend von einem Gesamtvolumen von rund 400 Millionen Dollar für diesen Bereich - etwa 20 Prozent Marktanteil erzielt werden. Größter Konkurrent sei hierbei die Digital Equipment Corp., deren Anteil am europäischen Markt von den Masscomp-Verantwortlichen auf 25 Prozent eingeschätzt wird. Weitere Widersacher seien Hewlett-Packard und Data General mit jeweils 10 Prozent.

Das Systemdesign der vorgestellten Workstation beinhaltet Unternehmensangaben zufolge einen Speicherverbindungsbus mit einer Geschwindigkeit von 8 MB pro Sekunde, der mit einem 32-Bit-Doppelprozessor (MC 68010 und MC 68000), einem 4-KB-Cache und einem bis zu 6 Megabyte großen Fehlerkorrekturspeicher mit 16 MB virtueller Adreßraumunterstützung gekoppelt ist.

Der unabhängige Floating-Point-Prozessor, so Masscomp weiter, führe eine Addition oder Multiplikation mit einfacher Genauigkeit (32-Bit) in 1,6 Mikrosekunden aus, ermögliche aber auch IEEE-Standardrechnungen mit doppelter Genauigkeit (64-Bit). Eine 1024-Punkte-Addition oder -Multiplikation dauere 240 Mikrosekunden.

Das System unterstützt zwei 19-Zoll-Raster-Bildschirme - entweder ein 1024x800-Schwarzweiß-Terminal oder einen 832x600-Farbmonitor - beide mit einem eigenen Grafikprozessor.

Die Workstation ist als "Tower"- oder "Desk-Top"-System erhältlich. Eine typische Konfiguration besteht aus CPU, 1 MB ECC-Speicher, 50 MB Winchesterplatte, 5 1/4-Zoll-Floppy-Laufwerk (1 MB), 19 Zoll-Farbbildschirm, Floating-Point- und Array-Prozessor sowie einem Echtzeit-Unix-Derivat mit den Sprachen Fortran, Pascal, APL und Lisp.

Der niedrigste Preis liegt bei rund 18 900 US-Dollar. Ein mittleres System kostet etwa 30 000 Dollar, ein großes bis zu 155 000 Dollar.