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30.09.1983 - 

Die Programme schreibt die Buchhalterin:

Maßgeschneiderte Text- und DV-Lösung

BIETIGHEIM-BISSINGEN (hö) - Die sprichwörtliche schwäbische Sparsamkeit verhalf dem kunststoffverarbeitenden Mittelständler Weigelt + Söhne zu einer vernünftigen EDV- und Textverarbeitung. Es galt, ein System zu finden, das die vielfältigen Anforderungen des Betriebes "zu vertretbaren Kosten" unter einen Hut brachte.

Die gleichzeitige Verarbeitung von Text und Daten ist für Prokurist Friedrich Schelling, zuständig für Organisation, Finanzen und Personal bei dem mittelständischen Unternehmen Weigelt + Söhne, kein Zukunftsthema mehr, sondern alltägliche Praxis:

Auf der Textsystemfamilie 8000 von CPT wurden Programme entwikkelt, die exakt auf den betrieblichen Ablauf im Hause Weigelt abgestimmt sind. Von der Angebots- und Auftragsbearbeitung bis zur Jahresinventur werden eine Vielzahl von Bereichen abgedeckt.

Dabei hatte es noch vor ein paar Jahren, als Schelling ein geeignetes System zu suchen begann, nicht da nach ausgesehen, als ließen sich die vielfältigen Anforderungen des Betriebes zu vertretbaren Kosten unter einen Hut bringen.

Im eigenen Haus oder bei geeigneten Partnern wird eine breite Palette technischer Gummi- und Kunststoffprodukte gefertigt. Der Aufgabenbereich erstreckt sich von der Teileentwicklung bis zum Sondermaschinenbau. Die 140 festangestellten Mitarbeiter und etwa 250 Heimarbeiterinnen beziehungsweise Nebenbeschäftigte haben es überwiegend mit kundenspezifischen Waren zu tun, vom einfachen Profil bis zum komplexen speziell entwickelten Lüftungsteil für einen Sportwagen.

Fertige Softwarepakete - so Schelling - gab es für diese vielschichtige Problemstellung nicht, und die externe Erstellung von Programmen für eine EDV-Anlage der mittleren Datentechnik war schon kostenmäßig nicht zu vertreten.

CPT, dessen Schreibsystem auf Kassettenbasis sich seit einigen Jahren im praktischen Einsatz bei Weigelt bewährt hatte, brachte gerade ein neues Textsystem auf den Markt, das durch die freie Programmierung über Makro und Supermakrobefehle auf der gewohnten Taschenrechnertastatur weit mehr konnte als nur Schreibarbeit automatisieren.

Mit der festen Zusage des Herstellers, daß neben den Disketten- bald auch Plattenlaufwerke angeschlossen werden könnten, machten sich die Bietigheimer Kunststoffspezialisten an die Konzeption und Ausarbeitung eines Organisationsplans.

Buchhaltung, Lohnabrechnung, umfangreiche statische Auswertungen sowie die Nachkalkulation der Fertigungsabläufe werden heute weiter, wie bisher, über ein Servicerechenzentrum der Hausbank extern abgewickelt.

Auftragsbearbeitung, der gesamte Komplex der Angebotsabwicklung sowie eine Reihe weiterer, früher ebenfalls sehr zeitraubender Arbeiten wie die Heimarbeiterabrechnung, die Jahresinventur und die Gesamtbilanz aber werden jetzt mit dem CPT-System im Hause durchgeführt.

Nach der erfolgreichen Testphase steht darüber hinaus gerade die Übernahme der kompletten Fakturierung und Rechnungskontrolle an. Geplant ist die Ablösung der bisherigen Registratur durch das System in Verbindung mit Mikroverfilmung oder die Einbeziehung von Teletex.

"Flüssiger Ablauf des Tagesgeschäfts, schnellerer Durchlauf der Bestellungen und Angebote, Entlastung von Routinearbeiten und direkter Zugriff auf alle aktuellen Daten bei Rückfragen der Sachbearbeiter oder Kunden" sind, so der Org.-Chef, spürbare Verbesserungen, die "ohne große Umstellungsschwierigkeiten" erreicht werden konnten.

Parallel zum schrittweisen Aufbau der Programme wurde auch die Zahl der CPT-Systeme nach und nach auf sieben erhöht. Zudem gibt es bei Weigelt vier Drucker und fünf Magnetplatten mit insgesamt 150 Miobyte Speicherkapazität.

Direkt am Bildschirm werden jetzt die eingehenden Bestellungen, etwa 60 bis 80 täglich, geprüft und in das System eingegeben. Lieferschein, Auftragsbestätigung samt Vorfakturierungsbeleg laufen automatisch.

Auch die Prüfung und Erfassung der eingehenden Anfragen zur Abgabe eines Angebots erfolgt am Bildschirm. Die zirka 100 Anfragen pro Tag werden durchlaufend numeriert. Über spezielle Masken ist die Erfassung aller wichtigen Daten gesichert und schnell durchgeführt. Benötigt der Sachbearbeiter für die Abgabe des Angebots seinerseits Angebote von Lieferanten, werden diese mit fertigen Briefmasken unter Verwendung der bereits gespeicherten Daten erstellt und später über einen Drucker mit Einzelblatt- beziehungsweise Formulareinzug in Korrespondenzqualität ausgedruckt.

Eine Vielzahl fertiger Bausteine beschleunigt das Briefschreiben zusätzlich und hilft, Fehler bei den schwierigen technischen Redewendungen zu vermeiden. Bei spezifischen Problemen sind auch individuelle und ausführliche Darstellungen jederzeit möglich.

Das CPT-System speichert automatisch unter der jeweiligen Anfragenummer die Daten der ausgehenden Briefe und auch die Antworten der Lieferanten. Das Angebot an den Kunden und seine Reaktion werden über das System erfaßt beziehungsweise geschrieben. "Obwohl sich die einzelnen Anfragen in Art und Umfang beträchtlich unterscheiden, ist ihre einheitliche Verwaltung problemlos, weil das System ohne feste Satzlängen arbeitet", freut sich Prokurist Schelling.

Alle Programme werden von einer Mitarbeiterin geschrieben, die vorher mit EDV noch nie zu tun hatte: In drei Seminaren beim Hersteller, insgesamt zehn Arbeitstage, hat sich Anne Rose Wimmer - neben der Lohn- und Gehaltsabrechnung jetzt auch noch für das CPT-System zuständig - nach und nach das notwendige Wissen erworben und durch die praktische Umsetzung vertieft. Der Ganzseitenbildschirm und die positive Zeichendarstellung - schwarz auf weißem Grund - half dabei, leichter von der Schreibmaschine auf den Textcomputer umzusteigen. Auch die älteren Angestellten arbeiten ohne Scheu an den Bildschirmen. Klagen über Augenflimmern habe es noch keine gegeben.