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18.03.1977

Mathematik allein genügt nicht:\Praktische EDV-Kenntnisse erwünscht

MÜNCHEN - Versicherungsunternehmen waren noch vor zwanzig Jahren die einzigen Abnehmer für diplomierte Mathematiker. Heute beschäftigen die EDV-Hersteller und -Anwender weitaus die meisten Leute

dieser Berufsgruppe, wie ein Berufsreport "Mathematiker" im UNI-Berufswahl-Magazin (herausgegeben von der Bundesanstalt für Arbeit) feststellt. Allein bei Siemens sind es Zur Zeit 380. Gemessen an den 7000 Hochschulabsolventen, die bei Siemens arbeiten, bilden sie dennoch eine Minderheit. Das größte Handikap der Mathematiker in der elektronischen Industrie ist - so Peter Thust, verantwortlich für die Ausbildung des technischen Nachwuchses bei Siemens - daß sie vor allem am Anfang geistig blockiert sind, wenn sie mit praxisorientierten Ingenieuren zusammenarbeiten. "Reine" Mathematiker haben es schwer, einen Job zu finden - er wartet werden EDV-, Betriebswirtschafts- und Englischkenntnisse Das heißt, daß in jedem Fall eine Zusatzausbildung erforderlich ist: Nur intellektuell bewegliche Mathematiker die sich in immer neue technische volks- und betriebswirtschaftliche Aufgaben einarbeiten können, haben Aufstiegschancen. Bei Versicherungsunternehmen beginnt der junge Diplom-Mathematiker seine Karriere als Sachbearbeiter in einer mathematischen Abteilung, in der Bilanzabteilung, in der Organisations- oder Systemprogrammierung der hauseigenen EDV-Abteilung. Im vergangenen Jahr beschäftigten sämtliche Versicherungsunternehmen in Deutschland knapp 500 Mathematiker. Bei einer Umfrage der Projektgruppe "Mathematik in der Industriegesellschaft" an der Fakultät für Mathematik der Universität Bielefeld gaben 92 Prozent der befragten Mathematiker an, daß EDV-Kenntnisse auch in der Versicherungswirtschaft unverzichtbar seien. Die Hälfte der Befragten mußte sie sich nach dem Diplom aneignen. Peter Thust rät daher den Mathematik-Studenten, sich unbedingt ein "zweites Standbein" zu suchen: Für den technischen Bereich der EDV-Industrie Elektrotechnik, für den kaufmännischen Bereich Betriebs- und Volkswirtschaft - in jedem Fall aber praktische Kenntnisse am Rechner. (pi)

Informationen: UNl Berufswahl Magazin, Bonn-Bad Godesberg