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01.08.1980 - 

Leitfaden zur Beurteilung kommerzieller Minicomputer, Teil 2:

Maxi-Qualen bei Mini-Wahlen

MÜNCHEN (rs) - Die Auswahl eines Computersystems sollte nicht zum Lotteriespiel werden. Die Verheißungen der Vertriebsbeauftragten verwirren häufig, und der Anwender ist anschließend kaum mehr in der Lage, eine sachlich fundierte Entscheidung zu treffen. Um dem Anwender Hilfestellung zu leisten und ihm Anregungen für den Entscheidungsprozeß zu geben, druckt die COMPUTERWOCHE in mehreren Folgen einen "Leitfaden zur Beurteilung kommerzieller Minicomputer" mit freundlicher Genehmigung der Data General GmbH, Eschborn, als Herausgeber ab. Interessenten, die den Nachdruck in dieser Zeitung nicht abwarten wollen, können die Broschüre anfordern bei: Data General, Stuttgarter Straße 10, 6236 Eschborn, Telefon 0 61 96/49 41.

Beurteilung der Software

Die Software, ein wichtiger Bestandteil aller kommerziellen Systeme, steuert den Computer und die Peripherie und weist das System an, wie die Arbeit abzulaufen hat. Die Systemsoftware koordiniert alle Hardwarekomponenten und wird normalerweise vom Hersteller zusammen mit der Hardware geliefert, Anwendungssoftware umfaßt die eigentlichen Programme für die aktuellen kommerziellen Arbeiten wie Debitorenbuchhaltung, Lagerbewirtschaftung, Fakturierung, etc. Diese Anwendungsprogramme sind in Computersprachen geschrieben, zum Beispiel in Cobol (Common Business Oriented Language), einer der verbreitetsten Computersprachen für kommerzielle Aufgabenstellungen.

Fragen, die Sie stellen sollten:

- Welche Software bietet der Lieferant?

- Unterstützt und pflegt er die gelieferten Software-Moduln auch nach der Auslieferung?

- Wird die Software vom Lieferanten installiert?

- Kann er Anwendungspakete anbieten oder entsprechende Pakete vermitteln?

- Lassen sich die Anwendungspakete den Erfordernissen Ihrer Aufgabenstellungen anpassen?

- Handelt es sich um branchenspezifische Anwendungspakete, die den Anforderungen Ihrer Branche oder Ihres Unternehmens entsprechen?

- Weist der Lieferant Softwarehäuser nach, die für Sie die benötigten Programme erstellen können, sofern er selbst keine Programmpakete liefert?

- Mit welcher Programmiersprache arbeitet das System?

- Ist die Programmiersprache industriekompatibel? (Laufen die Programme auch auf Ihrem Computer, wenn Sie bisher bei einem Rechenzentrum haben arbeiten lassen?)

- Ist die Programmiersprache in Ihrer Branche üblich?

- Wenn in Ihrem Betrieb mehrere unterschiedliche große Systeme benötigt werden, können dann die auf einem der Systeme entwickelten Programme auch auf den anderen Systemen eingesetzt werden?

- Muß Ihr System besonders programmiert werden, um mehrere Anwendungsprogramme zu verarbeiten?

- Können mehrere Anwendungsprogramme simultan verarbeitet werden?

- Welche DFÜ-Einrichtungen stehen für die Übertragung von Daten zu Ihren anderen Systemen, DFÜ-Druckern oder -Bedienungsplätzen zur Verfügung?

- Sind die DFÜ-Einrichtungen industriekompatibel, so daß Sie auch Daten von Systemen anderer Hersteller verarbeiten können?

Welche Spezialfunktionen bietet die Programmiersprache, die Sie für Ihren Betrieb nutzen können?

Beinhaltet die Software Sicherungsfunktionen, um den Zugriff auf Programme und Daten in gewünschter Form zu begrenzen?

Ganz allgemein gesehen, ist es nicht so wichtig, daß der Lieferant auch Programmpakete liefert, da es eine Vielzahl von Softwareunternehmen gibt, die sachgerechte Programme für alle Unternehmensbereiche erstellen. Wichtig ist jedoch die für das System verwendete Programmiersprache.

Suchen Sie sich einen Lieferanten, der eine der üblichen Standardsprachen anbietet. Sie haben dann weniger Probleme, ganz gleich von wem die Programme geschrieben sind. Die Programmierung ist ein Vorgang kein Resultat, und die Programmpflege ist auf lange Sicht ein wesentlicher Kostenfaktor. Eine sich selbst dokumentierende Sprache wie beispielsweise Cobol trägt zur Kostensenkung bei, da bei der Fehlerkorrektur und künftigen Änderungen keine Unsicherheiten und Zweifel mehr auftreten können.

Vergewissern Sie sich, daß die Software dialogfähig ist, daß Ihre Fragen auf Knopfdruck in Sekundenschnelle beantwortet werden. Ihr System wäre nur noch die Hälfte wert, wenn Sie sich Ihre Antworten zeitaufwendig aus seitenlangen Berichten zusammensuchen müßten.

Außerdem sollten Sie mit der Systemsoftware mehrere Arbeiten simultan erledigen können wie Prüfung des Lagerbestandes und gleichzeitig Fortschreibung der Kreditorenkonten und Gehaltsdateien. Ein Computersystem muß sich an den Arbeitsablauf anpassen können. Da Ihre Mitarbeiter mehrere Arbeiten erledigen, sollte das System das auch können. Und wenn Ihr Betrieb zu einem größeren Unternehmen gehört, sollten Sie sich überzeugen, daß DFÜ-Funktionen geboten werden, damit Ihr System Informationen mit anderen Systemen des Unternehmens austauschen kann.