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11.03.1983 - 

Check nach amerikanischem Vorbild:

MBP-Compiler auf dem GMD-Prüfstand

ST. AUGUSTIN (hh) - Einen Prüfungsvertrag unterzeichnete die MBP aus Dortmund mit der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung (GMD). Gegenstand der Überprüfung ist der portable Cobol-Compiler der Dortmunder. Die GMD verwendet Prüfroutinen und Methoden aus den USA, die dort zur Erteilung eines Zertifikates dienen.

Dieser Prüfbericht ist in den Vereinigten Staaten Grundvoraussetzung, um Aufträge der Bundesbehörden zu bekommen. Entwickelt wurden die Prüfroutinen Anfang der 70er Jahre auf dem militärischen Sektor. Sie umfassen mittlerweile über 250 000 Statements für Cobol, erläutert ein Mitarbeiter der GMD. Aber auch für andere Sprachen stehen diese Programme zur Verfügung. Bestrebungen gehen dahin, auch in Europa diese Verfahren und Methoden einzusetzen. Ziel ist dabei, die Ergebnisse gegenseitig anerkennen zu können.

Aus Frankreich, England und der Bundesrepublik liegen diesbezügliche Anträge bei den Europäischen Gemeinschaften vor. Die Beteiligten, die sich fachlich über das Subjekt einig sind, hoffen auch auf eine finanzielle Unterstützung durch die EG. Der MBP-Compiler nun ist das erste deutsche System, das nach amerikanischen Kriterien überprüft werden soll. Die MBP beabsichtigte ursprünglich, den Test bei US-Kunden durchführen zu lassen.

Um die Prüfung möglichst schnell abwickeln zu können, werden die Routinen in der Regel 30 Tage vorher zur Implementierung übersandt. In diesem Fall stellte sich heraus, daß es nicht möglich war, auf der zur Verfügung stehenden Anlage diese Programme zu installieren. Bei der MBP in Dortmund steht eine identische Anlage, die allerdings einen Online-Anschluß an einen Siemens-Rechner hat, so daß die Prüfprogramme hier ablauffähig sind.

Nachdem diese Prüfung durchgeführt ist, wird mit dem Prüfbericht das Zertifikat ausgestellt, in dem aber auch Fehler vermerkt werden.

Die Amerikaner haben eine pragmatische Lösung gefunden, um die Qualität der Produkte sicherzustellen. Die Bescheinigung wird nach einem Jahr ungültig. Bei der dann anstehenden Revalidierung müssen die enthaltenen Fehler beseitigt sein - ansonsten verfällt das Papier.

Werden amerikanische Unternehmen in diesem Fall aus der Lieferantenliste der Regierung gestrichen, so hat das Papier in Deutschland vorerst noch rein psychologischen Charakter. Dennoch sind auch hier Bestrebungen im Gange, gemeinsam mit Regierungsstellen dieses Zertifikat aufzuwerten.