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22.01.1988 - 

Weg von "Bypassing" und "Network-Spaghetti":

McDonald's verkettet Burger-Büros mit ISDN

OAK BROOK (IDG/bi) - McDonald's Corp. macht ernst mit ISDN. Dies ließ der Hamburger-King jetzt auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit ISDN-Anbieter Illinois Bell und AT&T Network Services verlauten. Interpretiert Siemens-Manager Peter Pribilla: "Das heißt, daß sich das Thema ISDN jetzt weltweit in Bewegung setzt."

Die Entscheidung, ISDN unternehmensweit als Telekommunikationsmedium einzuführen, fiel nach einem Test im Headquarter der Fastfood-Gesellschaft von der Dauer eines Jahres. Die Corp. ist IDG zufolge das erste Unternehmen, das diese Konsequenz aus den insgesamt drei ISDN-Versuchen in den USA zieht.

Ab Jahresmitte soll der Dienst gebührenpflichtig werden. Man will, so ist aus Oak Brook zu hören, von den derzeit 100 Anschlüssen in der Unternehmenszentrale noch in diesem Jahr auf 400 gehen. Ein Gebäude soll völlig auf ISDN umgestellt werden.

Im Unterschied zum derzeit noch sehr häufigen unternehmensindividuellen Bypassing, das die Gesellschaften betreiben, um die Gebühren der amerikanischen Netzbetreiber unterlaufen zu können, basiert das McDonald's-ISDN-Netz samt Vermittlungstechnik auf dem Equipment der regionalen Bell Operating Company. Der Vermittlungsrechner ist eine modifizierte 5ESS von AT&T, die in Oak Brook in einem Vermittlungsamt positioniert ist.

Ameritech, die Muttergesellschaft der Illinois Bell, will den ISDN-Dienst- nach Abschluß des Beta-Tests bei dem Fast-food-Giganten im Juni- im Einzugsgebiet von Oak Brook und in anderen Staaten und Städten des mittleren Westens anbieten.

Die Preise für den Daten, Sprache und Text integrierenden Dienst liegen allerdings, so Allen Cizner, Vice-President der Illinois Bell, noch nicht endgültig fest. Sie werden sich jedoch aus einer Grundgebühr und variablen Zuschlägen, je nach Anwendung, zusammensetzen und wettbewerbsorientiert sein, wie Cizner betont.

Die Leitung des Fast-food-Unternehmens war mit dem ISDN-Test an den Arbeitsplätzen ein gewisses Risiko eingegangen, wie jeder, der sich mit einer neuen Technik auseinandersetzt. Immerhin wurden die Endgeräte durch NEC America, Fujitsu America und Hayes Microcomputer Products kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die künftigen ISDN-Endanwender sollen sich ihre Anwendung aus 300 unterschiedlichen Features komponieren können, einschließlich des interaktiven Zugriffs auf den Host von unterschiedlichen Terminaltypen und etlicher Telefonkomfortmerkmale. Über ISDN-Links könnten Anwender in unterschiedlichen Büros auf elektronische Berichte zugreifen, und per Mischkommunikation dann auch gleichzeitig mit dem normalen Telefongespräch kommentieren und/oder editieren.

Zunächst einmal sieht der MIS-Verantwortliche bei McDonald's den praktischen Nutzen der ISDN-Vernetzung in einem Weniger an "Network-Spaghetti" und entsprechenden Kosten, die sich darüber hinaus auch deshalb reduzieren, weil in Zukunft ein privates Bypass-Netz überflüssig wird. Dafür habe das Unternehmen auch gar nicht genug Datenaustausch zwischen zwei Niederlassungen. ISDN stelle aber ein "virtuelles privates Bybass-Netz" dar, das als Transportmedium zwischen Mainframe und End-Usern anzusehen sei.

Für das Big-Mac-Unternehmen mit seinen weltweit 9700 Filialbetrieben, davon 7000 in den USA, ist dies offenbar der entscheidende Vorteil gegenüber traditionellen Lösungen. ISDN werde eine ganze Reihe von Datenübertragungsarten an den Mainframe unterstützen.

Konkret ist die Rede von SDLC-Links, Messages von IBM-8100-Rechnern sowie von Unix-basierten Systemen, ferner von einer Amdahl 5890 und IBM 3090 sowie X.25-Anwendungen via Tandem-Rechner, die als Front-End-Systeme für die IBM- und Amdahl-Maschinen fungieren.

"ISDN bedeutet eine Menge für eine Penny-Profit-Company", betonte ein weiterer Sprecher in Oak Brook. "Wir machen Geld mit jedem Tropfen Ketchup, den wir aus der Tube pressen können, und wir hoffen, daß ISDN uns in ähnlicher Weise dabei helfen wird, die Verwaltungskosten zu minimalisieren."