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06.11.1981 - 

VDRZ: Mikros haben MDT von rechts, links oder welcher Seite auch immer überholt

MDT-Anlagen sind auf der Strecke geblieben

MÜNCHEN (nw) - Anlagen der Mittleren Datentechnik (MD) sind nach Ansicht des Verbandes Deutscher Rechenzentren (VDRZ) auf der Strecke geblieben. Denn Computer, die nicht in irgendeiner Weise miteinander korrespondieren, haben künftig keine Chance mehr. Der Mikro sei deshalb eine echte Alternative zur MDT-Anlage.

Für Rechenzentren war früher, so betont VDRZ-Geschäftsführer Peter Lange-Hellwig, die mittlere Datentechnik eine ernsthafte Konkurrenz weil die Stand-alone-Anlagen teilweise bis an die Universalcomputer heranreichten. Das habe sich jedoch gewandelt. Heute sind Anlagen, die nicht im Remote Batch, im Timesharing oder im Dialog miteinander arbeiten können, veraltet.

Der Kunde habe nun Konsequenzen gezogen. Die Folgen spürten die MDT-Anbieter: Nixdorf beispielsweise, der immer noch als "Hecht im Karpfenteich" gelte, habe sich mit Gewinnmargen zufriedenzugeben, für die nicht einmal ein Großhändler arbeiten würde. Doch der Bereich MDT macht nach Ansicht Lange-Hellwigs bei dem Paderborner Unternehmen mit Sicherheit überhaupt kein Gewinn mehr. Gewinnträchtig seien hier noch Kassenterminals, also die Geräte, auf Netzwerke abzielen. Kienzle habe sich unter Mannesmann geflüchtet, und Triumph-Adler mache, mit Sicherheit in diesem Jahr über eine Milliarde Mark minus. Im letzten Jahr waren es bereits 80 Millionen, und der Nürnberger MDT-Bauer liege nun beim VW-Werk auf der Tasche.

Personal Computer (PC) dagegen haben Lange-Hellwig zufolge schon deshalb ihre Berechtigung weil sie für die Vor-Ort-Verarbeitung und die intelligente Datenerfassung vorzüglich geeignet sind. Das habe den Rechenzentren, die mit den Großanlagen den Background bieten könnten, schon immer gefehlt. Die meisten von den kleinen Anlagen seien auch dialogfähig. So sei endlich das von den Rechenzentren ungeliebte Problem der Datenerfassung gelöst. Bislang seien 15 bis 20 Prozent der in der Bundesrepublik installierten PC über Rechenzentren vertrieben worden. Fraglich ist indes, so gibt der Verbandssprecher zu bedenken, ob die Mikros auch künftig so viel Erfolg haben werden. Denn all die Folgekosten und Voraussetzungen auch an die Qualifikation derer, die damit arbeiten, seien ähnlich hoch wie bei der Einführung einer MDT oder Großanlage.

Den Unternehmen direkt empfehlen, sich einen Personal Computer hinzustellen, will Lange-Hellwig nicht. Denn: Verdient wird mit dieser Hardware praktisch nichts. Wann bei der Vorarbeit ein Aufwand entsteht von vier Wochen Bearbeitungszeit, dann ist von den durchschnittlich 5000 Mark, die ein Personal Computer kostet, nicht zu holen. Das eigentliche Geschäft glauben die Rechenzentren jedoch in der Folge zu machen: Kunden könnten erhalten oder neu erschlossen werden, später ihre ganze Organisation und große Teile der Verwaltung außer Haus geben.