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28.11.1975 - 

Kleine Computer werden meistens gekauft

MDT-Anwender sonnen sich im Besitzerstolz

CW-Bericht, O. Schulte

MÜNCHEN - Wie groß auch immer die vielgepriesenen steuerlichen Vorteile von Leasing- und Mietverträgen sein mögen: die deutschen Steuerberater scheinen selbst nicht recht daran zu glauben. Von den nahezu 1000 Datev-Genossen, die bislang Terminals für ihre Kanzleien bestellten (von Olivetti, Triumph-Adler oder Logabax), haben 80 Prozent die Anlagen gekauft (rund 28 000 Mark), nur 20 Prozent gemietet oder geleast.

Vom steuerlichen Vorteil einmal abgesehen, liegt die Vermutung nahe, daß sich die Steuerberater nicht anders verhalten, als es auch der Mentalität ihrer Mandanten - meist kleine und mittlere Unternehmer - entspricht: Nur Eigentum zählt. Nicht besitzen, nur benutzen - die liquiditätsfreundliche Werbe-Devise der Leasing- und

Mietfinanzierungs-Gesellschaften, scheint im Gegensatz zur MDT-Anwenderphilosophie zu stehen: Nur was ich bezahlt habe, ist auch mein.

Mieten und in den letzten Jahren auch Leasen von Großcomputern ist allgemein Brauch. Die Idee in den MDT-Bereich zu übertragen, hat auf den ersten Blick drei positiv eingestellte Interessentengruppen: Finanziers (wie Banken), die sich langfristig ein gutes Geschäft versprechen; Hersteller und Vertriebsfirmen, die darin Absatzförderung sehen, Anwender die sich Rationalisierungsvorteile kaufen können, ohne den Gegenwert auf einmal bar auf den Tisch legen zu müssen.

Großanwender neigen zur Miete

Weitgehend überzeugt von der Richtigkeit dieser Überlegung sind - nach den Erfahrungen der Hersteller und der Finanzierungsgesellschaften (durchaus herstellereigen wie bei Philips, Nixdorf, Triumph-Adler, Kienzle und anderen) - Großanwender, die in größeren Stückzahlen MDT-Terminals einsetzen: sie mieten in der Regel (Monatsmiete im Schnitt 2 Prozent des Kaufpreises). Je kleiner jedoch das Anwenderunternehmen einerseits, je kleiner die eingesetzte Anlage andererseits, desto häufiger - über den Daumen und quer durch die Branchen gepeilt etwa im Verhältnis 70 Prozent Kauf zu 30 Prozent Miete/Leasing - fällt die Entscheidung für den Eigenbesitz.

Das bestätigt übrigens eine brandneue Marktstudie der IDC Deutschland GmbH bei knapp 700 Chemieunternehmen - überwiegend überdurchschnittlich große Firmen. Während beispielsweise IBM-Anlagen zu fast 90 Prozent, Honeywell-Bull-Computer zu 58 Prozent gemietet oder geleast sind, ergaben sich bei MDT-Anlagen ganz andere Daten (in Klammern Prozentsätze der gemieteten/geleasten Anlagen): Philips (33), Nixdorf (54), Kienzle (28), Burroughs (37). Beim Rest klingelte es bar in der Herstellerkasse.