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27.08.1982

MDT-Benutzer zeigen mehr Mut zur Dialogverarbeitung

Die "Kleinen" haben Blut geleckt. Während die Organisatoren in Großunternehmen noch um die Entlastung des Zentralrechners durch weitestgehende Dezentralisierung der Datenverarbeitung kämpfen müssen, schießt die Dialogverarbeitung bei Klein- und Mittelbetrieben ins Kraut. Die Groß-EDV braucht dagegen zunehmend "Dolmetscher, Ratgeber, Ausbilder und sogar Streitschlichter", so ein Betroffener, wenn es darum geht, Computerleistung an den Arbeitsplatz zu bringen "Mittlere Datentechniker" sind häufig durch den Informationshunger ihrer Fachabteilungen bereits an der Kapazitätsgrenze ihres Rechners angelangt. Offensichtlich gibt es in überschaubaren Betrieben keine Probleme, wenn Mitarbeiter mit dem Computer im Dialog arbeiten. ih

Volker Elstermann

Unternehmensberater, Steinbach

Bei der Frage, welche Aufgaben bleiben der zentralen Datenverarbeitung beim Wandel von zentraler zu dezentraler DV vorbehalten, muß man zwischen Groß-EDV und Mittlerer Datentechnik (MDT) unterscheiden.

Bei der MDT findet man fast alle Aufgabengebiete auf die Fachabteilungen verteilt, so daß in manchen Unternehmen der zentralen DV nur noch die Datensicherung und Anwendung systemnaher Programme verbleibt. Typische Aufgaben für die zentrale DV sind beispielsweise Datensicherung Monats- und Jahresabschlüsse lange Batch-Anwendungen sowie "kritische" Programme, die nur ein Spezialist bedienen darf.

Bei der Groß-EDV sind die Abläufe meist komplizierter vielfältiger und weniger standardisiert als bei der MDT. Daher ist für den Einsatz vieler Programme EDV-technisches Spezialwissen erforderlich. Dies kann nicht auf den Sachbearbeiter verlagert werden.

Die Aufgaben der zentralen DV sind die gleichen wie bisher. Eine Entlastung kann nur durch Einsatz zusätzlicher unabhängiger Computersysteme erfolgen, die der zentralen DV ganze Arbeitsbereiche abnehmen.

Wenn neue Aufgaben in der DV übernommen werden so kommt der Anstoß wohl seiten durch mangelnde Auslastung der EDV, sondern aus der Fachabteilung und sehr häufig auch durch neue technische Möglichkeiten der Computer.

Die Ausbildung der Sachbearbeiter in puncto Datenverarbeitung erfolgt in den meisten Unternehmen durch die DV-Abteilung. Hier fehlt aber sehr häufig die Fähigkeit, sich sowohl menschlich als auch sprachlich verständlich auszudrücken. In vielen Firmen wird ein externer oder interner "EDV-Verbindungsmann" herangezogen, der sich gründlich in die EDV-Problematik einarbeitet und später als Dolmetscher, Ratgeber, Ausbilder und Streitschlichter wirksam ist. Hiervon wird in Zukunft noch mehr Gebrauch gemacht werden müssen.

Gerhard Schmidtkonz

Leiter Org./DV, Bekleidungshäuser Rudolf Wöhrl, Nürnberg

Die Unternehmensgruppe Wöhrl betreibt zur Zeit 15 Bekleidungshäuser in Deutschland. Bis zum Jahr 1977 waren die EDV-Aktivitäten unserer Gruppe in einem Service-Rechenzentrum ausgelagert. Bei der damaligen Abwicklung konnte von einer arbeitsplatzorientierten Datenverarbeitung keine Rede sein. Erst bei der Neukonzeption auf Datenbankbasis wurde die arbeitsplatzorientierte Abwicklung berücksichtigt. Heute sieht es bei uns so aus: Über Menübilder, die entsprechend ausgefüllt werden müssen, kann sich der Sachbearbeiter seine Fragen selber zusammenstellen. Im Rahmen unserer Datenbankorganisation können dies sehr komplexe Fragen wie Bestellungen, Lieferungen, Lieferrückstände, Lagerbestand oder Abverkaufsquoten für eine bestimmte Warengruppe von einem Lieferanten in einer Saison sein. Die Sachbearbeiter nutzen gemeinsam die Bildschirme, an die teilweise Hardcopy-Tintendrucker angeschlossen sind, so daß die Bearbeitung der gedruckten Informationen am Schreibtisch erfolgen kann.

Darüber hinaus steht im Rahmen der Datenbankorganisation eine relativ einfach zu handhabende Abfragesprache zur Verfügung. Von den Sachbearbeitern wird davon allerdings sehr wenig Gebrauch gemacht, da unsere Menübilder den Bedarf sehr stark abdecken.

Daß Sachbearbeiter am Bildschirm selbst programmieren, ist auch für die Zukunft nicht geplant.

Da unsere Konzeption von Anfang an sehr stark dialogorientiert war, ergibt sich auch durch die dezentralisierten Anwendungen keine Einsparung im zentralen Computer. Jeder weitere dezentrale Anwender und die Ausweitung der Möglichkeiten bringen dagegen eine Mehrbelastung der zentralen DV mit sich.

Unter anderem werden wir uns in Kürze an dem Feldversuch einer privaten Bildschirmtextzentrale mit Rechnerkopplung zur Bundespost beteiligen. Unsere Verkaufshäuser werden dann über Bildschirme die Möglichkeit zur Rückfrage auf unsere zentrale Datenbank haben.

Wir werden den begonnenen Weg konsequent weitergehen und planen eine wesentliche Ausweitung der arbeitsplatzorientierten Verfahren wie zum Beispiel Limitkontrolle bei der Auftragserteilung. Damit ist auch eine Erweiterung unserer zentralen EDV-Kapazität verbunden.

Robert Schlink

Geschäftsführer, Mampe GmbH, Berlin

Bis zur Einführung des IBM-Systems /34 übergaben die Fachabteilungen unseres Hauses die ablochfähigen Belege an die zentrale Datenverarbeitung. Dort wurden sie erfaßt und per Programm geprüft. Aufgetretene Fehler wurden je nach Ursache entweder durch die DV oder die Fachabteilungen behoben. Durch die inzwischen installierte Dialogerfassung erfolgen alle Eingaben durch die Sachbearbeiter der Fachabteilungen. Fehler können somit sofort behoben werden. Da Prüf- und Abstimmlisten in der EDV entfallen, haben die DV-Mitarbeiter mehr Zeit für eigentliche DV-Arbeiten.

Auch ein Großteil des Operating konnte entfallen. Alles zusammen bedeutete dies für unser Haus eine Einsparung von rund 25 Prozent. Geblieben sind bei der zentralen DV Arbeiten wie Programmieren, Operating, Datensicherung, Drucken von Monatsauswertungen, Abschlußarbeiten sowie Finanz- und Debitorenbuchhaltung.

Durch die Einsparung war es möglich, neue Aufgaben mit der zentralen DV zu starten. Als Beispiel möchte ich die Integration Provisionsabrechnungen, Umstellung der Buchhaltung auf eine Art Mandantenbuchhaltung und natürlich Verbesserungen der Arbeitsabläufe sowie der Programme nennen.

Die Schulung der Mitarbeiter erfolgte durch den Leiter der Datenverarbeitung. Wir hatten keine Probleme, denn die Dialogerfassungsprogramme wurden mit den Sachbearbeitern zusammen erarbeitet. Dadurch wurde die Einführung erheblich erleichtert.