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24.09.1976 - 

IKD-Nachlese:

"MDT-Sprache" nicht in Sicht

BERLIN - Welche Programmiersprache sich in der mittleren Datentechnik durchsetzt, die MDT-Sprache schlechthin wird, ist noch völlig offen: "Cobol hat - was den Grad der Standardisierung angeht - die Nase vor, Basic kommt den Benutzeranforderungen am nächsten." Auf diesen kurzen Nenner könnte die abschließende Diskussion beim IKD-Workshop "MDT-Anwendungen und Bürocomputer" gebracht werden.

Erwin Walter vorn SIB-Software Ingenieur-Büro E. Walter, Calw, ging in seinem Referat "Problemorientierte Sprachen für MDT" auf die Normierungsproblematik ein. Eine Umfrage unter mehr als zwanzig Anbietern von Büro-Computern habe gezeigt - so weder bei den Herstellern noch bei den Anwendern eine einheitliche Vorstellung über die günstigste Programmiersprache für die MDT durchgesetzt habe. Allgemein lasse sich jedoch feststellen, daß neben den jeweils anlagen-spezifischen Assemblersprachen (und eventuell Makrosprachen) vor allem die "Hochsprachen" Basic, Cobol, RPG und - in geringerem Maße - PL/1 eine Rolle spielten. Interessant werde die Frage nach problemorientierten Sprachen für MDT erst, wenn man die zukünftigen Aspekte der MDT-Szene mit einbeziehe:

- Die prognostizierte Wachstumsrate für Bürocomputer liege mit 100 Prozent weit über dem Durchschnitt der EDV-Branche,

- die anhaltende Kostendegression für Speicher und integrierte Schaltkreise werde zu weiteren Leistungssteigerungen bei Bürocomputern führen,

-die steigenden Personalkosten zwängen zur rationelleren Software-Erstellung,

- die fortschreitende Emanzipation der MDT-Benutzer veranlaßte diese immer mehr zur Eigenprogrammierung ihrer Anlagen.

Ziel seiner Betrachtungen sei - so Walter - die Sprachen Cobol, PL/1, Basic und RPG im Hinblick auf ihre zukünftige Verwendbarkeit zu analysieren. Dabei solle weder der Versuch unternommen werden, eine neue Sprache zu propagieren, noch die von bestimmten Herstellern als besonders geeignet dargestellten Eigenentwicklungen zu bewerten.

Eine Programmiersprache müsse vielmehr nach dem Grad der Standardisierung hin untersucht werden. Aus der Beantwortung dieser Frage ließen sich dann die Möglichkeiten der Software-Kompatibilität erörtern. Wie Walter feststellte, sei Cobol hierbei ganz klar den anderen Sprachen voraus. Die von Codasyl festgelegten und vom ANS-Institut der USA bestätigten Normen würden schon von sehr viel Anwendern eingehalten.

Beim Vergleich der in der MDT am häufigsten verwendeten problemorientierten Sprachen würde man, nach Meinung von Walter, feststellen, daß es die optimale Sprache nicht gibt. Diese müßte nämlich folgende Mindestanforderungen erfüllen:

- Die Hardware der Bürocomputer werde immer deutlicher die Eigenschaften von Dialog-Computern annehmen.

Eine optimale "MDT-Sprache" müsse berücksichtigen, daß keine zu langen Compile-Zeiten entstehen,

- der Programmierungsaufwand sollte - im Hinblick auf die wachsende Nachfrage nach Software - gering sein,

- eine Sprache für die MDT sollte so "offen" sein, daß sie Wandlungen der MDT-spezifischen Verarbeitung (Magnetkonto, Diskette, Platte, Bildschirm, DFÜ) verkraften kann.

Unter Berücksichtigung dieser Forderungen konstatierte Walter, daß,

- PL/1 für die Übersetzung zu aufwendig ist,

- RPG nicht alle Verarbeitungsformen der MDT berücksichtigt,

-Cobol sich nicht für interaktive Programmierung eignet,

-Basic noch nicht ausreichend standardisiert ist.

Walter folgerte daraus, daß, würde man derjenigen Sprache die meisten Chancen geben, deren Schwächen am ehesten zu beseitigen seien, Basic eindeutig Favorit wäre.

Walter bezweifelte allerdings, daß die Einigung auf eine einheitliche Programmiersprache allein schon die Software-Misere beseitige. Walter: "Beim Einsatz sogenannter Standard-Software entsteht nicht selten die Situation, daß die Kosten für Anpassungen um ein Vielfaches die eigentlichen Anschaffungskosten überschreiten. "Erst die Schaffung rationeller Applikationsmethoden dürfte eine spürbare Verbesserung der Software-Situation bringen. ob