Neun-Monate-Bilanz 2013

Media-Saturn bringt Redcoon wieder auf Wachstumskurs



Matthias Hell ist Experte in Sachen E-Commerce und Retail sowie  Buchautor. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in renommierten Handelsmagazinen und E-Commerce-Blogs. Zuletzt erschien seine Buchveröffentlichung "Local Heroes 2.0 – Neues von den digitalen Vorreitern im Einzelhandel".
Nach der Stagnation im Jahr 2012 konnte der Online-Händler Redcoon im laufenden Geschäftsjahr um fast 40 Prozent zulegen, so Metro-Chef Olaf Koch an der Bilanzkonferenz des Handelskonzerns. Auch Media-Saturn setzt in Deutschland sein Wachstum auf vergleichbarer Fläche fort.
Ist mit der Entwicklung bei Media-Saturn hochzufrieden: Metro-Chef Olaf Koch
Ist mit der Entwicklung bei Media-Saturn hochzufrieden: Metro-Chef Olaf Koch
Foto: Metro

Bei der Präsentation der Geschäftszahlen für das Rumpfgeschäftsjahr 2013 konnte Metro-Chef Olaf Koch wie schon in den vorhergehenden Quartalen für die Konzernsparte Media-Saturn durchgehend positive Nachrichten vermelden. Der Gesamtumsatz von Media-Saturn stieg in den ersten 9 Monaten des Jahres um 0,6 Prozent auf 14,4 Milliarden Euro. Auf dem deutschen Markt konnte der Elektronik-Retailer um 3,1 Prozent auf knapp 6,9 Milliarden Euro wachsen und erzielte dabei ein flächenbereinigtes Wachstum von 1,6 Prozent.

Weiter machen Media-Saturn allerdings die sogenannten "Preisinvestitionen", also die Senkung des stationären Preisniveaus auf das von Online-Handel vorgegebene Preisniveau, zu schaffen. So liegt das EBIT der Elektronikkette nach 9 Monaten bei einem Negativbetrag von 54 Millionen Euro. Allerdings sieht die Metro-Geschäftsführung hier eine positive Tendenz. So habe Media-Saturn nach einem Verlust von 94 Millionen Euro in Q2 im darauffolgenden Quartal einen Gewinn von 75 Millionen Euro erzielt. Indem man eine größere Effektivität bei der Beschaffung erreicht habe, sei es gelungen die Marge zu stabilisieren und die Kostenposition zu verbessern.

Starkes Online-Wachstum

Bei seiner Online-Aufholjagd setzt Media-Saturn weiter auf ein hohes Tempo: So wie Media Markt und Saturn im stationären Handel, solle die E-Commerce-Tochter Redcoon im Online-Bereich zu Europas führendem Händler im Bereich Unterhaltungselektronik werden. Nachdem Redcoon 2012 bei einem Umsatz von 432 Millionen Euro stagnierte, habe der Online-Händler in diesem Jahr bislang in einer Größenordnung von fast 40 Prozent zulegen können, erklärte Metro-Chef Olaf Koch. Damit dürfte Redcoon nach 9 Monaten bei einem Umsatz von rund 400 Millionen Euro liegen und die Umsatzmarke von einer halben Milliarde Euro bis zum Ende des Jahres deutlich überspringen.

Konzernweit konnte Media-Saturn seinen Online-Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 75 Prozent auf 848 Millionen Euro steigern und geht nun davon aus, im E-Commerce-Geschäft 2013 deutlich mehr als eine Milliarde Euro erzielen zu können. Der Online-Anteil am Gesamtumsatz von Media-Saturn liegt damit bei 5,9 Prozent und soll weiter erhöht werden. "Für 2015 haben wir 10 Prozent ausgerufen. Ich denke, das ist das Minimum", so Metro-Chef Koch. Das Mehrkanalangebot von Media-Saturn wurde im laufenden Jahr zudem weiter ausgebaut. So umfasst das Produktangebot bei Mediamarkt.de und Saturn.de inzwischen mehr als 20.000 Artikel. Die Abholrate liegt mit mehr als 40 Prozent weiterhin auf einem außergewöhnlich hohen Niveau.

Redcoon als "neuer Media Markt"

In den Ausführungen zur Geschäftsstrategie bezeichnete die Metro-Führung Redcoon als "neuen Media Markt": Die Positionierung des Online-Händlers sei mit der Schwerpunktsetzung auf eine größtmögliche Auswahl zu kleinsten Preisen vergleichbar mit Media Markt in den 1990ern. Redcoon werde seine Produktpalette auf mehr als 150.000 Artikel ausbauen und weiterhin keine stationären Märkte betreiben. Indem Einkauf und Logistik gemeinsam mit Media Markt und Saturn betrieben würden, könne man so geringste Kosten erzielen.

Die stationären Marken Media Markt und Saturn sollen im Sinne eines "no-line"-Ansatz im Internet ein ähnlich großes Sortiment anbieten wie Redcoon und davon bis zu 20.000 Artikel auch in den Märkten vorhalten. Flexibel zeigt man sich im Hinblick auf das Auftreten am Markt: In Ländern, in denen die Zwei-Marken-Strategie des Retailers nicht mehr relevant sei, wie z.B. Spanien, Schweiz, oder Belgien, werde man künftig nur noch mit Media Markt vertreten sein. Zudem könne im Bedarfsfall auch die Marktgröße angepasst werden.

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