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22.10.2007 - 

E-Commerce-Strategie vorläufig gescheitert

MediaOnline ist offline

Media-Saturn gibt auf: Der Onlineshop MediaOnline.de wurde vom Netz genommen. Künftig soll es nur noch Mediamarkt.de und beschränkte Online-Bestellmöglichkeiten geben.

Von Marzena Fiok

Mediaonline.de ist offline: Das Angebot der MediaOnline GmbH steht ab sofort nicht mehr zur Verfügung. Die Media-Saturn-Unternehmensgruppe organisiert ihre E-Commerce-Aktivitäten neu, heißt es dazu von offizieller Seite.

MediaOnline.de sei auf die Plattform Mediamarkt.de überführt worden. Hier soll der Kunde künftig ein Angebot vorfinden, das "stärker als bisher mit dem stationären Geschäft von Media Markt in Deutschland verknüpft ist." So soll Mediamarkt.de eine Interaktions- und Kommunikationsplattform für Kunden mit ihren stationären Media Märkten werden. Neben Informationen über Produkte, Preise, Dienstleistungen und Services sollen auch Marktneuheiten vorgestellt werden.

Mit dem Thema E-Commerce ist es aber zunächst vorbei: Offene Bestellungen werden noch abgearbeitet, neue aber nicht mehr angenommen. Marktbeobachter werten dies dann auch nicht als Neuausrichtung, sondern als klares Scheitern der bisherigen Online-Strategie. MediaOnline habe die Umsatzerwartungen trotz der angebotenen Kampfpreise nicht erfüllt, heißt es. Außerdem habe es regelmäßig Probleme zwischen Konzernleitung und den stationären Geschäftsführern wegen der internen Konkurrenz gegeben: "Die haben mit Schaum vor dem Mund in Ingolstadt angerufen, wenn mal wieder ein Kunde im Laden wissen wollte, warum er da mehr für ein Produkt zahlen soll, als bei MediaOnline.de."

Von ChannelPartner zur Sachlage befragt, sagt ein Unternehmenssprecher von Media-Saturn, man habe in den vergangenen Jahren positive Erfahrungen im Online-Business gemacht. Und dass MediaOnline im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 90 Millionen Euro erzielt habe. "Trotzdem haben wir festgestellt, dass die dezentrale Struktur der Media-Saturn-Unternehmensgruppe mit den Rahmenbedingungen des Online-Geschäfts nicht 1:1 in Deckung zu bringen ist." Die für die dezentrale Unternehmensstruktur charakteristische Eigenständigkeit der einzelnen Märkte und ihrer geschäftsführenden Gesellschafter sei jedoch eine zentrale Säule des Geschäftsmodells. "Wir fokussieren uns deshalb künftig wieder verstärkt auf unser stationäres Kerngeschäft, das durch die Plattform Mediamarkt.de unterstützt wird."

Der Aufbau von MediaOnline.de sei der Versuch gewesen, neben den bisherigen Vertriebskanälen neue Wege zu beschreiten. "Das dauert selbstverständlich einige Zeit, um abschätzen zu können, ob die Kunden dieses Angebot akzeptieren, welche Ansprüche sie daran haben." Und man habe festgestellt, dass die Stammkunden, das heißt die klassischen Media-Markt- und Saturn-Kunden, Anforderungen haben, die man mit einer Internet-Vertriebslinie nicht in Gänze erfüllen konnte. "Denn unsere Kunden sind es gewohnt und erwarten es, dass sie die Mitarbeiter vor Ort ansprechen können, sich beraten lassen, die Geräte im Markt ausprobieren und unsere diversen Serviceleistungen nutzen können. MediaOnline.de kann diese Erwartungen so nicht erfüllen", räumt der Unternehmenssprecher ein.

Allerdings bedeute dies keinesfalls, dass man die Aktivitäten im Online-Bereich aufgeben, sondern vielmehr, dass man sie im Markenauftritt Mediamarkt.de bündeln werde. So soll auf der Plattform Mediamarkt.de künftig ein besonderer Fokus auf aktuelle Aktionsangebote aus der nationalen Werbung gelegt werden. Ziel sei es, mit Aktionen, die den stationären Handel begleiten, dem Kunden Preisattraktivität und einen echten Mehrwert zu bieten.

Neuorganisation: Media-Saturn will seinem stationären Handel künftig keine Konkurrenz mehr machen.
Neuorganisation: Media-Saturn will seinem stationären Handel künftig keine Konkurrenz mehr machen.

Stammkunden werden auch künftig Ware online bestellen können: "Wir haben bisher bereits über 1 Million registrierter Kunden auf Mediamarkt.de. Diesem Kundenkreis bieten wir unsere aktuellen Werbeprodukte künftig auch online an. Das heißt, sie haben die Möglichkeit, schnell die Aktionsangebote zu beziehen und können entscheiden, ob sie diese in ihrem nächstgelegenen Markt reservieren oder sich direkt liefern lassen möchten."

Meinung der Redakteurin

Die Schließung ist tatsächlich eine Kapitulation. Allerdings weniger vor dem hart umkämpften E-Commerce-Markt, als vor den internen Querelen. Denn die finanzielle Kraft, bei den Preiskämpfen im Netz mitzuhalten oder das Angebot durch Werbung zu pushen, hat der Konzern zweifelsohne. Eine Online-Strategie, die nicht nur dem Wettbewerb, sondern auch den eigenen Leuten zu schaffen macht, ist aber von Anfang an zum Scheitern verurteilt.