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04.03.1977 - 

BBF entwickelt Auskunftssystem:

Medienbank der beruflichen Bildung

BERLIN - Das Problem Medienbeschaffung spielt für Schule und Betrieb eine entscheidende Rolle, zumal in konventionellen Prospekten und Katalogen Medien oft nur unzureichend beschrieben sind. Folge: Sie können nur schwer der jeweiligen Ausbildungssituation zugeordnet werden. Notwendig ist ein Informationssystem, das leicht ansprechbar ist und auf eine gezielte Anfrage schnell eine detaillierte Antwort geben kann. Ein solches Informationssystem wurde vom Bundesinstitut für Berufsbildungsforschung (BBF) in Berlin entwickelt - die "Medienbank".

"Für den einzelnen Ausbilder ist es schwierig, sich die Adressen der Verlage zu beschaffen, die für ihn passendes Unterrichtsmaterial herstellen und vertreiben", erklärt Oskar Hecker, wissenschaftlicher Mitarbeiter am BBF. "Es erscheint daher sinnvoll, eine Stelle zu haben, die zentral Medien abspeichert, dokumentiert und damit Auskunft erteilen kann."

Die "Medienbank" steht Lehrern, Ausbildern und den sonst an der Berufsbildung Interessierten kostenlos zur Verfügung. Alle auf dem deutschen Markt erhältlichen Lehrprogramme und -systeme, die in der beruflichen Aus- und Weiterbildung eingesetzt werden können, sollen aufgenommen werden. Dazu gehören programmierte Bücher, Tonbildschauen, Videoprogramme, CUU-Programme, Programmierte Übungen, Filme, Overheadfolien, Lehrposter sowie Tests, Prüfungen, Lehrbücher, Lehrgänge und Fernunterrichtskurse.

1400 Lehrprogramme in der Medienbank

Bisher wurden ungefähr 1400 Eintragungen gespeichert: 700 für Elektrotechnik, 300 für Wirtschaft und Verwaltung und 100 für Metall. Der Rest entfällt auf berufsfeldübergreifende Bereiche. Eine Marktanalyse ergab, daß etwa 15000 zu erfassen sein werden. Das BBF rechnet, jährlich 1500 Medien aufnehmen zu können. Für die Dokumentation wurde ein Datenbaum entwickelt. Je Lehrprogramm werden mehr als 60 Einzeldaten erfaßt, die den neun Hauptgruppen zugeordnet sind (Abbildung 1).

Die Einzeldaten einer Medieninformation (Zielinformation) können beim Suchprozeß durch logische Operatoren verknüpft werden.

Aufbau des Datenpools

Die Lehrprogramm-Einzeldaten werden mit OCR B-Schreibmaschinen in eine maschinenlesbare Form gebracht, von dem optischen Belegleser Scan Data-300 gelesen und auf Magnetband geschrieben. Die auf dem Magnetband gespeicherten Daten werden korrekturgelesen und in EDV-gerechtes Format gebracht. Diese Datenaufbereitung hat den Vorteil, daß die Daten in Groß- und Kleinschreibung aufgenommen werden können. Aus dem so entstandenen Eingabeband wird der eigentliche Datenpool aufgebaut. Das Siemens-Datenbanksystem GOLEM 2 (Großspeicher-Orientierte Listenorganisierte Ermittlungs-Methode 2. Entwicklungsstufe) erzeugt aus den Eingabedaten die benötigten maschineninternen Formate die auf Magnetplatten abgespeichert werden (Abbildung 2). Dabei erstellt:

- Zielinformationsdatei die die Zielinformationen enthält.

- Schlagwortdatei (Thesaurus). Hier sind alle Deskriptoren abgespeichert, die die Zielinformationen inhaltlich und formal beschreiben. Es wurde ein offener Thesaurus verwendet.

- Zielpunkt- und Freipunktlisten für die logische Verknüpfung der Zielinformations- und Schlagwortdatei.

Nach dem Poolaufbau besteht jetzt für den Interessenten die Möglichkeit, Anfragen an die MEDIENBANK zu richten. Dazu wurde eine Anfragekarte entwickelt, in der die Wünsche an ein Unterrichtsmedium zu einem bestimmten Unterrichtsinhalt eingetragen werden können, Die Suchbegriffe werden über ein Datensichtgerät in die EDV-Anlage - eine Siemens 4004 - eingegeben. Informationen über Lehrprogramme können sowohl über das Terminal als auch auf Magnetband oder Schnelldrucker ausgegeben werden. Auf dem Ausgabemagnetband, sind spezielle Kennungen vorhanden, aus denen das typographische Erscheinungsbild der zu druckenden Seiten für die Lichtsetzmaschine Digiset 50 T erkennbar wird. Das Ergebnis bilden fertig umbrochene Seiten auf Offset-Filmen, die als Grundlage für den Druck dienen (Abbildung 3).

Das BBF will alljährlich berufsfeldbezogene Einzelkataloge auflegen, die Angaben über die gespeicherten Lehrprogramme enthalten. "Wir befinden uns jetzt in dem Stadium, in dem wir Auskunft geben können", berichtet Oskar Hecker. "Der erste Katalog für das Berufsfeld Elektrotechnik wird bis Anfang Juli erscheinen."

Informationen: Bundesinstitut für Berufsbildungsforschung (BBF), Abt. Medienforschung, Platz der Luftbrücke 1-3, 1 Berlin 42