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19.02.1982 - 

Ergonomische Gesichtspunkte oft vernachlässigt:

Mediziner kritisieren Bildschirmarbeit

WIESBADEN (CW) - Für tarifvertragliche Vereinbarungen bei der Einführung von Bildschirmarbeitsplätzen sprach sich jetzt Hessens Sozialminister Armin Clauss aus. Notwendig sind seiner Meinung nach vor allem Mischarbeitsplätze mit höchstens 50 Prozent Arbeitszeit am Bildschirm.

Der Minister machte seinen Vorschlag nach Mitteilung des Wochendienstes der Landesregierung, nachdem er sich in einer Reihe von Betriebsbesuchen "vor Ort" über die Probleme an Bildschirmarbeitsplätzen informiert hatte. Dabei habe er feststellen müssen - so Clauss -, daß die Umsetzung, der neuen Technologie in der Betriebspraxis noch viele Wünsche offenlasse.

Vor allem die richtige Auswahl und Anordnung der einzelnen Geräte am Bildschirmarbeitsplatz erfolge meist nicht nach den neuesten

Erkenntnissen der Arbeitsmediziner und Sicherheitsingenieure. Danach

liege die größte Belastung der am Bildschirm tätigen Arbeitnehmer in

den oft sehr kurzen, immer gleichen Arbeitsschritten, die über die

gesamte tägliche Arbeitszeit wiederkehren. Als Folge entstehen nach den

Ergebnissen der Arbeitsmedizin körperliche Verkrampfungen, die langfristig zu starken Gesundheitsschädigungen führen können. Auch mangelnde Anpassung an die Sehbedingungen des menschlichen Auges bewirke Beschwerden wie Kopfschmerzen, brennende oder tränende Augen oder Augenflimmem.

Neben der Festschreibung von Mischarbeitsplätzen empfiehlt der hessische Sozialminister daher auch, arbeitsmedizinische und sicherheitstechnische Vereinbarungen tarifvertraglich zu regeln. Hierzu gehören seiner Auffassung nach zum Beispiel bezahlte Erholungszeiten, ausreichende Zeit für Einarbeitung und Weiterbildung, regelmäßige ärztliche Überwachung und die genaue Einhaltung der bestehenden Sicherheitsregeln.

Clauss selbst will bis zu einer endgültigen Vereinbarung nicht untätigbleiben. Er hat - so der Wochendienst der Landesregierung - die staatliche Gewerbeaufsicht seines Landes angewiesen, die Einhaltung der seit dem 1. Januar 1981 geltenden "Sicherheitsregeln für Bildschirmarbeitplätze im Bürobereich" genauestens zu prüfen.