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13.02.1998 - 

66 000 Stellenangebote für Computerfachleute

Mehr als ein Viertel der Jobs kommen aus der IT

Vor vier Jahren, als das Angebot an IT-Jobs seine Talfahrt erreichte, kamen nur zehn Prozent der offenen Stellen aus dem IT-Sektor. Die damalige Flaute entstand unter anderem durch technologisch bedingte Strukturverschiebungen. Im Rahmen des Outsourcing- und Re-Engineering-Trends wurden Rechenzentren zusammengelegt und teilweise an Dienstleister ausgelagert. Ein Großteil der Mitarbeiter wurde nicht mehr gebraucht. Auch das Berufsbild des Programmierers verlor an Attraktivität. Standardsoftware war mittlerweile für fast sämtliche Organisations- und Unternehmensbereiche verfügbar.

Forciert durch die Globalisierungswelle wuchs das Bestreben, schnelle und umfassende Informationssysteme aufzubauen. "Internet, Intranet und Online-Anbindung wurden zwangsläufig zum Management-Thema", beschreibt Ulrike Koy-Seemann, Leiterin des IBM Personal-Marketings in Stuttgart, die Trendwende. "Der Außendienstmitarbeiter mit Aktenkoffer kann die Verbindung mit der Zentrale ohne elektronische Unterstützung nicht aufrechterhalten." Auch sei der Einsatz von Kommunikationsingenieuren und Netzwerkspezialisten erforderlich, die den Informationsfluß des Unternehmens intern und weltweit organisieren, berichtet die IBM-Managerin.

Bei der Suche nach entsprechenden Experten stehen in der Riege der IT-Anwender Banken und Versicherungen ganz vorn. Im Zeichen des deregulierten europäischen und internationalen Wettbewerbs veröffentlichten sie 1997 rund 50 Prozent mehr Stelleninserate für IT-Fachleute als im Jahr zuvor. Stärker als andere Branchen richteten sie ihr Augenmerk auf Kommunikationsspezialisten, doch die größte Nachfrage galt Software-Entwicklern und Systemanalytikern. Auch Systemspezialisten und System- und Datenbankverwalter standen bei den Finanzdienstleistern hoch im Kurs.

Andere Dienstleistungs- und Industriebranchen setzen ebenfalls auf die Effizienzsteigerung ihrer Informationssysteme. Wie die Stellenmarktuntersuchungen zeigen, besteht auch dort ein deutlich erhöhter Bedarf an Systemanalytikern und Organisationsprogrammierern, die in der Lage sind, selbstentwickelte oder Standardsoftware im Unternehmen zu implementieren.

"Groß ist die Nachfrage nach Wirtschaftsinformatikern und Informatikern, die die Fähigkeit haben, Branchenkenntnisse und Anwenderfachwissen mit ihrem IT-Wissen zu verknüpfen", ergänzt Koy-Seemann.

Ein Unternehmen benötige die Unterstützung eines kompetenten IT-Teams. Das treffe nicht nur auf traditionelle Betriebe zu. "Der Kostendruck im Gesundheitswesen und die Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand zwingen mittlerweile auch Krankenhäuser zur Einführung umfassender Kommunikationssysteme mit dem Ziel, die Kosten mittel- und langfristig zu senken", so die Stuttgarter Personalexpertin.

Entwicklung und Implementierung der erforderlichen Software wird allerdings immer häufiger spezialisierten DV-Dienstleistern übertragen. Daß der Trend zum Outsourcing weiter anhält, belegen die Anzeigenanalysen. Von Software-Unternehmen, DV-Beratern und sonstigen DV-Dienstleistern stammten im vergangenen Jahr 45 Prozent aller Offerten für IT-Spezialisten. 1993 machte der Anteil nur 33 Prozent aus.

"Ein Grund für die Outsourcing-Welle ist das Bestreben der Unternehmen, sich auf ihre Kernprozesse zu konzentrieren", erläutert hierzu Brigitte Krcmar, Marketing-Leiterin der Integrata Training AG aus Tübingen. "Auf diese Weise nutzen Firmen die fachliche Kompetenz der IT-Anbieter und optimieren ihre Kostenstrukturen." Sie seien dadurch weder gezwungen, um die knappen und teuren Personalressourcen zu konkurrieren, noch die erforderlichen Steuerungsinstrumente vorzuhalten.

Die innovativen und teilweise auf Branchen spezialisierten DV-Dienstleister förderten die Nachfrage durch das Angebot ständig verbesserter Produkte. "Ihr Markt wächst stärker als der ihrer Klientel. Das führt zu einem entsprechend stärkeren Personalbedarf bei IT-Beratern und Softwareproduzenten", so Krcmar.

Wie aus den EMC-Stellenmarktauswertungen hervorgeht, haben sich im Laufe der letzten Jahre auch innerhalb des IT-Anbietersektors die Gewichte für DV-Spezialisten verschoben. Im Gegensatz zur Software- und Beraterbranche, die stetig an Bedeutung gewinnt, sank der Anteil der Jobs in der Elektronikindustrie und bei Computerherstellern von 18 Prozent im Jahre 1993 auf nunmehr sieben Prozent. Umgekehrt entwickelt sich der Trend bei den Telekommunikationsunternehmen. Sie veröffentlichten im vergangenen Jahr doppelt so viele Stellenangebote für IT-Spezialisten und vergrößerten ihren Stellenmarktanteil damit binnen Jahresfrist von fünf auf sieben Prozent. Beeinflußt wurde der gewaltige Sprung durch das Auftreten einer Reihe neuer Marktteilnehmer, die einen großen Teil ihres Personalstabes neu rekrutieren müssen. Gesucht wurden vor allem Kommunikationsingenieure, Systemspezialisten und Software-Ingenieure, aber auch Vertriebsprofis mit einschlägigem IT-Wissen.