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27.02.1987 - 

CW-Umfrage bei Anwendern über neue Berufschancen in der Informationstechnik:

Mehr Benutzernähe fördert die DV-Karriere

MÜNCHEN - Näher an den Endanwender - dieser Trend bei den DV-Dienstleistungen in Unternehmen hält weiter an. Dabei entstehen neue Berufsbilder, wie eine Umfrage der COMPUTERWOCHE bei und 100 Anwendern ergab. Ein anderes interessantes Ergebnis: Bei 82 Prozent der befragten Anwender neigten nach Angaben der DV-Verantwortlichen die Unternehmensleitungen jetzt mehr Interesse für Die Datenverarbeitung.

Aus diesem Resultat lassen sich zwei Schlüsse ziehen: Den Topmanagern wird die Datenverarbeitung langsam zu teuer, oder sie beginnenden Wandel zur Informationsverarbeitung zu verstehen. In beiden Fällen kommen neue Aufgaben auf den DV-Chef alter Prägung zu. So bemerken die DV-Leiter (72 Prozent) auch eine Veränderung der Arbeitsinhalte in ihrer Abteilung: Jetzt werde mehr konzeptionell gearbeitet als früher.

Die "neue" Anwendernähe ist für eine Reihe von Unternehmen indes bereits Realität: 39 Prozent haben bereits ein Benutzerservice-Zentrum installiert, weitere 20 Prozent planen dessen Einrichtung. Aber immerhin: 41 Prozent halten nichts von einer derartigen Institution - sie ist nicht einmal geplant. Dabei registrieren über 90 Prozent der Befragten veränderte Anforderungen an ihre Mitarbeiter.

Ein verstärktes Engagement bezüglich des PC-Einsatzes melden 72 Prozent der DV-Leiter, mehr Netzwerk-Know-how ist in 62 Prozent der Unternehmen gefordert und ein Viertel beschäftigt sich mit Upgrading beziehungsweise Downsizing (siehe auch Grafik).

Völlig klar erkennen die DV-Verantwortlichen, auch dies ein Ergebnis der CW-Umfrage, daß sie jetzt über die individuelle Datenverarbeitung (IDV) nachdenken und zur Umsetzung neuer Anforderungen "von oben" zunehmend betriebswirtschaftliche Zusammenhänge verstehen müssen. So sieht man denn auch eine Schwerpunktverlagerung von der Programmierung zur Organisation - parallel dazu wächst die Bereitschaft, mehr von den Fachabteilungsproblemen verstehen zu wollen.

Die DV-Leute scheinen ferner erkannt zu haben, daß sie bereits bei der Projektplanung beteiligt sein müssen, um zum einen ihre Erfahrungen einbringen und zum anderen DV-technisch nicht realisierbare Aufgaben modifizieren zu können. Eine besondere Rolle spielt dabei die Nutzung von Datenbanken durch die Endanwender in den Fachabteilungen. Hier wollen die DV-Abteilungen mehr Anwendersupport bieten und auch der Anwendbarkeit von Software eine höhere Aufmerksamkeit widmen.

Dies hat zur Folge, daß sich DV-Abteilungen in Zukunft noch stärker um die Analyse und Bewertung von Standard-Software kümmern sowie deren Anpassung auf die unternehmensspezifische Anwendung vornehmen werden. Schließlich deutet auch der wachsende Einsatz von Software-Entwicklungstools darauf hin, daß individuelle Lösungen wieder stärker im Kommen sind.

Es setzt sich die Erkenntnis durch daß jedes Unternehmen eine ganz eigene Struktur hat und daher beim Umstieg auf die Informationsverarbeitung auch eigene Wege gehen muß, um in Wettbewerbssituationen bestehen zu können. Daraus wird deutlich, daß sich die (heutigen) DV-Leiter in ihrer (zukünftigen) Rolle als Informationsmanager mehr als Manager denn als Techniker sehen. Schon in zwei Drittel der Unternehmen fand die Neuorientierung des

DV-Verantwortlichen in Richtung "Information Manager" statt - oder sie ist zumindest geplant.

Außerdem gilt es, Hierarchieprobleme zu überwinden. Immer noch ist nämlich der DV-Verantwortliche vorwiegend im mittleren Management angesiedelt (81 Prozent). Nur in 13 Prozent aller befragten Anwenderunternehmen ist der DV-Leiter Mitglied des oberen Managements beziehungsweise der Geschäftsleitung. Insgesamt hat sich das Klima zwischen DV- und Geschäftsleitung erkennbar verbessert: 41 Prozent der Unternehmen sehen ein besseres, 50 Prozent ein unverändertes und nur 9 Prozent beklagen ein verschlechtertes Verhältnis zur Geschäftsführung.

Einen Boom aufgrund der neuen Anwendernähe erlebt der Job des DV-Koordinators. In 65 Prozent der Unternehmen, so ergab die CW-Umfrage, ist dieses Berufsbild neu entstanden. Mit 54 Prozent folgt der DB-Administrator und schließlich der Mikro-Manager (47 Prozent). Andere Berufsbilder beispielsweise sind IDV-Berater, Hardware-Beauftragte, Info-Ressourcen-Manager, Office-Automation-Manager, Netzwerk-Operator, Kommunikationstechniker/-organisator sowie Netzadministrator oder TP-Koordinator. In zehn Prozent der Unternehmen entstanden keine neuen Berufsbilder.

Die Aufwendungen für die Datenverarbeitung liegen bei 30 Prozent der Befragten in der Größenordnung bis einschließlich 0,9 Prozent vom Umsatz, 31 Prozent geben 1,0 bis 1,9 Prozent des Umsatzes für DV aus, weitere 12 Prozent investieren 2,0 bis 2,9 Prozent in Hard- und Software. 18 Prozent der Unternehmen waren sich über ihre Kosten nicht im klaren: Sie konnten keine Angaben machen.