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21.02.1975

Mehr Datenträger-Austausch !

Dipl.-ing., Dipl.-Wirtsch.-lng. Heinz Solf ist Mitglied des Vereins beratender Ingenieure (VBI) und Geschäftsführer der Rado-Plan GmbH, Poing bei München, sowie der Deutsche Utimaco Rechen-zentrum GmbH, Bad Homburg v.d.H.

"Als eleganter Datenträger erscheint zweifellos die Magnetbandkassette. Sie kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch noch nicht als problemlos angesehen werden, da nicht alle Hersteller der mittleren Datentechnik der ECMA-Norm genügen. Aber selbst dort, wo der ECMA-Norm Rechnung getragen wird, ist in den einzelnen Betriebssystemen der Hersteller ein unterschiedlicher Bandbeginn festgelegt!" - So der Beitrag eines verzweifelten Anwenders bei einem GAEB-Symposium (GAEB = Gemeinsamer Ausschuß Elektronik im Bauwesen).

Die große und wirtschaftlich sinnvolle Zielsetzung des GAEB, die EDV im Bauwesen zu rationalisieren durch die Schaffung eines von allen Beteiligten im Baugeschehen erarbeiteten Standardleistungsbuches, droht zu scheitern. Das Standardleistungsverzeichnis von mehreren Institutionen während des Baugeschehens benötigt, soll nur einmal erstellt und dann auf Daten-trägern zwischen Auftraggebern, Planern und Auftragnehmern ausgetauscht werden. Wegen der Egoismen von Hardware-Herstellern, die nur ihren eigenen Marktanteil kennen, erwarten die Anwender kaum Überwindbare Schwierigkeiten beim Datenträgeraustausch, beschränken sie sich nicht auf die altehrwürdige Lochkarte.

Das marktbeherrschende Unternehmen ist von der Eleganz der Magnetbandkassette so wenig überzeugt, daß es für sein neues Datenerfassungssystem ein weiteres Datenträgemedium schuf, die IBM - elegante Diskette, absolut IBM - kompatibel.

Unser Beispiel zeigt wie groß die echte Rationalisierungsmöglichkeit in der EDV durch Datenträgeraustausch ist, bedenkt man die Vielzahl an Mehrerfassungen von Ur-Informationen in den verschiedensten Institutionen. Der volkswirtschaftliche Nutzen eines Abbaues der Datenerfassung durch mehr Datenträgeraustausch ist nur schwer abschätzbar, sicherlich aber beachtlich, betrachtet man die in Frage kommenden Interessierten, wie Behörden (zum Beispiel bei Umsatzsteueranmeldungen, Exportpapieren etc.) oder jede Firma, die Informationen mit anderen austauscht, wie zum Beispiel Banken, Lieferanten, Kunden, Wirtschaftsprüfer und andere. Eine wirkungsvolle Idee zur Umgehung des Engpasses Datenerfassung! Doch der Probleme gibt es viele.

Im organisatorischen mangelt es an der genormten Verschlusselung (zum Beispiel bei Konten, Nummern Begriffen) mit einheitlicher Länge, an einheitlichen Formularen und einheitlichen Erfassungsmechanismen. Im technischen verhindern verschiedene Schriftnormen wie OCR-A, OCR-B, PICA, Iateinische Schriftzeichen und andere das Lösen von Erkennungsproblemen. Auch die Vielzahl der Erkennungsverfahren wie mechanische Lesung der Lochkarten oder des Lochstreifens, photo-elektrische Erkennung, magnetisches Lesen mit unterschiedlichen Lesegeräten und herstellerindividuellen Codes sowie Aufzeichnungsabmessungen begrenzen die Übertragung und den Austausch von Daten auf jene Wenigen, die sich der gleichen Medien bei gleicher Organisation bedienen. Hier versperrt zudem Benutzeregoismus bessere Nutzung des Möglichen, getarnt als notwendige Individualität, vielfach auch der Verschleierung dienend.

Dabei sollen die kriminellen Gefahren nicht bei der Betrachtung ausgeschlossen werden, wie zum Beispiel Datenmißbrauch, Datenmanipulation oder andere Verletzungen des Datenschutzrechtes.

Das Ideal der direkten Eingabe, der einmaligen Datenerfassung oder der arbeitssparsamen Datenergänzung ist wirtschaftlich so sinnvoll und würde die EDV für weite Kreise, insbesondere der mittelständischen Industrie eröffnen, daß erhebliche Anstrengungen unternommen werden müssen. Zuerst von den Anwendern, denn nur sie vermögen die Hardware-Produzenten aller Größenordnungen als Kunden zur Normung im technischen Bereich zu zwingen, wenn sie neuen Produkten des Hardware-Egoismus ein klares marktwirtschaftliches "Nein" entgegensetzen!

Die Geschlossenheit der Anwender ist wirkungsvoll von Verbänden zu unterstützen, durch das Bemühen die unterschiedlichen Interessen in ihrem Bereich auszugleichen und die Lösungsfindung zu objektivieren. Die weitgehend einseitige Festlegung der Banken zum Beispiel für OCR-A kann hierbei nicht als besonders geglückt beurteilt werden, da die getroffene Entscheidung nur unbedeutend die Auswirkungen beim Kunden mit einbezieht. Objektiv notwendig wäre zudem auch der Blick über eigene Grenzen auf Europa gewesen.

Eine besondere Leitfunktion könnte die Behörden als potente Auftraggeber übernehmen. Eine bundesweite Normierung, ein klarer Anforderungskatalog für Hardware-Hersteller sind Maßstäbe denen