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24.09.1976 - 

Automatisches Kassieren, Datenträgeraustausch und Bundeskonzentration

Mehr EDV durch EAN

MÜNCHEN - "Eines der größten Rationalisierungsvorhaben der deutschen Wirtschaft" ist - so Hans Sternberg von der Kaufhalle GmbH - die Einführung der europäischen Artikel(EAN). Das System wurde bei der Lebensmittelfachausstellung Ikofa 76 in München öffentlich vorgestellt.

Die auf alle Verpackungen aufgedruckte EAN ist Voraussetzung für "automatisches Kassieren" im Einzelhandel unter Verwendung von POS-Terminals. Die Kosten dafür treffen so Gerhard Wüstenberg von der Deutschen Nestle GmbH - zunächst die Industrie, die größere Anforderungen an Druck- und Papierqualität stellen muß, wenn sie die Nummer im UPC-Strichcode aufbringen will. Die Senkung der Distributionskosten werde sich dagegen beim Handel auswirken. In den USA machen beispielsweise - so Wüstenberg - fehlerhafte Preisregistrierungen in Supermarktkassen einen Verlust in Höhe von 0,6 Prozent des Umsatzes aus. Solche Fehler entfallen beim automatischen Kassieren.

Im Gegenzug erhofft sich die deutsche Industrie, daß der Handel sie an den aus den neuen Kassensystemen gewonnenen Informationen teilhaben läßt - beispielsweise zur Kontrolle des Erfolges von Sonderverkaufs- oder Werbeaktionen. In England hat sich der Handel bereits verpflichtet, den Lieferanten Informationen aus seinen DV-Systemen zur Verfügung zu stellen.

Sprunghafter Aufstieg in den USA

"Bisher war die Industrie skeptisch", erklärte Wüstenberg. "In den USA haben die Hersteller inzwischen rund 30 Prozent aller Waren mit UPC-Symbolen versehen - aber Ende 1975 gab es erst 45 Märkte, die mit UPC-Systemen arbeiteten." Die jüngsten Untersuchungen nach Überwindung der Rezession hätten allerdings jetzt einen sprunghaften Anstieg der Installationszahlen gezeigt.

Datenträgeraustausch begonnen

Der nächste Schritt wird bereits getan: Seit Juli testen einerseits Unilever, Jacobs, Müllers Mühle, die Frischdienst-Zentrale Hannover, Hag und Dr. Oetker und andererseits die Handelsketten Gedelfi, HKG, Edeka und Rewe den Datenträgeraustausch. Auf der Basis der "Standardregelungen für die Durchführung eines Datenträgeraustausches in der Lebensmittelwirtschaft", die die Kölner Centrale für Coorganisation (CCG) parallel zur EAN entwickelte, soll die wiederholte Erfassung derselben Daten vermieden werden. Dr. Karl-Heinz Severing von der HKG-Zentrale, bei der wöchentlich 8 000 bis 20 000 Belege anfallen: "35 Prozent aller Belege stammen von den 25 umsatzstärksten Lieferanten. Der Datenträgeraustausch eignet sich zunächst für den Verkehr zwischen großen Handelsorganisationen und Herstellern. Nachdem wir gute Erfahrungen machten, haben wir am 9. September zunächst mit einem Betrieb der Union Deutsche Lebensmittelwerke den dauernden Magnetbandaustausch vereinbart. Wir wollen weitere solche Vereinbarungen schließen."

Ergänzend zu diesen bilateralen Vereinbarungen will die CCG im nächsten Jahr untersuchen, ob mit einem multilateralen System auch den Betrieben mit geringerem Beleganfall geholfen werden kann: Projektiert ist ein "Bundeskonzentrator". An diese Zentralstelle könnte die Industrie beispielsweise Magnetbänder mit Rechnungsdaten für eine Vielzahl von Händlern schicken - von der Zentralstelle würden die Händler dann jeweils Bänder mit den Daten einer Mehrzahl von Lieferanten bekommen.