Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

16.10.1998 - 

Internet World 98 in New York

Mehr eine Verkaufsshow als ein Forum für Techniken und Trends

Nach Angaben des Veranstalters Mecklermedia lockten 471 Aussteller über 60 000 Besucher in die Messehallen am Hudson. Bis auf wenige Ausnahmen waren nur amerikanische Unternehmen präsent, unter anderem die großen Player Microsoft, Netscape, IBM, AOL, Hewlett-Packard und Oracle. Deutschland wurde durch die US-Niederlassungen von Pixelpark und Intershop Communications vertreten.

Das Internet-Geschäft ist inzwischen nicht mehr die Frage immer neuer Techniken oder Features. Die Produkte sind oftmals ausgereift, und es geht um die sorgfältige Auswahl und Integration in bestehende Umgebungen. Selbst die Keynote-Sprecher in New York konnten keine bahnbrechenen Neuerungen verkünden.

Interessant immerhin das unbedingte Bekenntnis sowohl von John Gage, Chef-Entwickler bei Sun, Oracle-Chef Larry Ellison und AT&T-Boß Michael Armstrong zum Internet als der Plattform der Zukunft. Gage und Ellison kündigten mit der Weiterentwicklung von "Java Intelligent Network Infrastructure" (Jini) als Java-basiertes Betriebssystem für Internet-Geräte aller Art sowie einer Linux-Version der Oracle-8-Datenbank eine Breitseite auf Microsoft an. Mit Hilfe von Suns Jini sollen unterschiedliche Geräte via Internet problemlos miteinander kommunizieren können. Jini erlaubt den Versand von Objekten und kleinen Programmen und erlöst den Anwender von der Fessel eines Betriebssystems. Erste Anwendungen sollen laut Gage Ende des Jahres fertig sein. Oracle-Chef Ellison versprach ebenfalls für Ende des Jahres eine vollständig in Java gehaltene Datenbanklösung namens Oracle 8i. Die Internet-Technologie sei die ausschließliche Basis für künftige Oracle-Entwicklungen, so Ellison. AT&T springt auf diesen Zug auf und will in den kommenden Jahren laut CEO Armstrong einige Millionen Dollar in die Entwicklung von IP-Telefonie investieren.

Auch Netscape-CEO Jim Barksdale nutzte seine Rede vor allem, um dem ewigen Gegner Microsoft einige verbale Seitenhiebe verpassen. Er stellte außerdem die neue Version 4.5 des "Netscape Communicator" vor, die in den USA in rund drei Wochen auf den Markt kommen soll.

In den Messehallen selbst dominierten Produkte zur Errichtung von E-Commerce-Sites für mittlere und kleine Unternehmen sowie Tools für den Aufbau eigener Web-Communities. Sicherheit war in New York nicht mehr das zentrale Thema. Offenbar ist das Internet inzwischen ein Markt für jedermann geworden.

Messeveranstalter Mecklermedia plant bis Ende 1998 und im Jahr 1999 weltweit insgesamt 35 Messen mit dem Titel "Internet World". Sie werden allerdings unter anderer Regie organisiert werden, da Mecklermedia in New York die Übernahme durch Penton Media bekanntgegeben hat.