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22.10.2004

Mehr Fenster für das Wohnzimmer

Microsoft setzt auf das neue Entertainment-Betriebssystem "XP Media Center 2005". Von den Vorgängern wurde lediglich eine Million PC-Systeme verkauft.

Dass der PC die Schaltzentrale im Privatleben wird, gilt als ausgemachte Sache - zumindest unter den großen Anbietern von Betriebssystemen und Computern. Microsoft-Gründer Bill Gates persönlich präsentierte die neue Version 2005 des Betriebssystems XP Media Center vergangene Woche in Los Angeles, und der Konzern ist gut beraten, seine Marketing-Anstrengungen zu intensivieren. PC-Hersteller und Kunden beklagten sich über viele Unstimmigkeiten im Konzept, die bislang zu einer schwachen Nachfrage geführt haben.

Ähnlich wie der Tablet-PC fristet der Wohnzimmer-PC immer noch ein Nischendasein. Nur eine Million der Media-Center-PCs sind innerhalb der vergangenen zwei Jahre verkauft worden, räumte Gates ein. Zum ursprünglichen Plan hielt er sich hingegen bedeckt. Zwischen 20 Millionen und 100 Millionen Dollar lässt sich Microsoft Berichten zufolge nun eine Marketing-Kampagne kosten, um die Nachfrage nach dem künftigen Herzstück der Heimunterhaltung zu stimulieren.

PC-Analystin Meike Escherich von Gartner Dataquest fällt ein Grund ein, der für die Anschaffung eines kompletten Multimedia-PCs sprechen würde: Man könne durch gebündelte Systeme Platz sparen. Dies allein reiche jedoch nicht aus, um Kunden zu überzeugen. Kaum jemand werde seine vorhandenen und erprobten Entertainment-Gerätschaften durch eine einzelne Kiste ersetzen, die in wenigen Jahren veraltet sein wird. Und: "Systemabstürze und lange Startzeiten werden im Wohnzimmer nicht akzeptiert", sagt Escherich.

Abgesehen von den Problemen durch die komplexe Bedienung seien die Geräte zu teuer, und bei Privat-PCs entscheide in erster Linie der Preis. Durchschnittlich 1600 Euro musste ein Europäer im ersten Quartal 2004 für einen Media-PC zahlen, rechnet die Analystin vor. Hinzu kommen ungeklärte Fragen zur Sicherheit und zum legalen Umgang mit Content - das Rechte-Management digitaler Inhalte (DRM) stößt gerade bei der technikaffinen Zielgruppe auf Ablehnung.

Mit dem Release Media Center 2005 hat sich der Konzern vieler Kritikpunkte angenommen und Fehler ausgebügelt; auch wurde der Preis gesenkt. Digitale Unterhaltung, gab sich Gates selbstbewusst, ist nun dank des neuen Betriebsystems im Mainstream angekommen. (ajf)

Was steckt im Media-PC?

Die Schaltzentrale für das digitale Wohnzimmer bündelt verschiedene Komponenten. Dazu zählen in der Regel:

- ein (oder mehrere) TV- und Radio-Tuner;

- DVD-Laufwerke zum Abspielen und Brennen;

- überdurchschnittliche Sound- und Video-Karten;

- WLAN-Funk-Unterstützung;

- leistungsfähige Festplatten;

- leise Lüfter;

- eine Fernbedienung;

- ein Betriebssystem, das traditionellen PC-Anforderungen ebenso wie Multimedia-Standards entspricht.