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Brocade legt Roadmap vor


12.04.2002 - 

Mehr Intelligenz für Speicher-Switches

SAN JOSE (kk) - Brocade, Marktführer bei Speicher-Switches der Mittelklasse, will sich nun mit einem neuen Produkt auch im oberen Leistungssegment versuchen.

Mit der Vorstellung des "Silkworm 12000" streckt Brocade Communications Systems die Fühler nach dem Highend-Switch-Markt aus, in dem sich bislang McData und Inrange tummeln. Der neue "Core" Fabric Switch, der mit bis zu 128 Ports zu haben ist, erlaubt die Datenvermittlung mit jeweils 2 Gbit/s und soll vor allem zur Konsolidierung bestehender Speichernetze verwendet werden.

Hohe VerfügbarkeitDer große Silkworm arbeitet bereits mit dem neuen Asic, das Brocade im vergangenen Jahr fertig gestellt hat. Damit sollen sich nicht nur die Service- und Verwaltungsleistungen verbessern, sondern auch die Sicherheit im Speichernetz: Eine Verfügbarkeit jenseits der "fünf Neuner", also von mehr als 99,999 Prozent, werde damit erreichbar, erklärte Brocade-Chef Greg Reyes auf dem "Brocade Vision Summit" im kalifornischen San Jose. Der Fabric Switch isoliert beispielsweise fehlerhafte Verbindungen und leitet den Datenverkehr automatisch auf alternative Wege um. Zweifach ausgelegte Prozessoren sowie doppelt verfügbare Stromversorgungs- und Kühlsysteme sollen den Switch vor einem Stillstand bewahren. Zudem sind die Komponenten im laufenden Betrieb austauschbar.

Eine weitere Funktion des neuen Asic-Bausteins ist das "Frame Filtering", mit dem die Ressourcenauslastung über den ganzen Fabric Switch hinweg gemessen und so die Kapazitätsplanung erleichert werden kann. Außerdem lässt sich damit der Datenverkehr jedes Ports verfolgen - von der Datenquelle bis zum Ziel -, was die Einhaltung von Service-Level-Agreements erlaubt. Durch die Hardware ist das "Zoning", also die Unterteilung des SAN in einzelne Bereiche, nun auf Basis von Logical Unit Number (LUN), World Wide Name (WWN) oder je Port möglich. Dadurch, dass das Zoning in der Hardware verankert ist, vermeidet man eventuelle Sicherheitslücken, die bei softwarebasierendem Zoning entstehen könnten.

Leitungsbündel zwischen zwei SwitchesSchließlich haben die Brocade-Ingenieure den Silkworm 12000 mit der Möglichkeit ausgestattet, bis zu vier Inter-Switch Links (ISLs) zu einem logischen Strang ("Trunk") zusammenzufassen. Damit erhöht sich der Datentransfer je logische Verbindung zwischen jeweils zwei Switches auf 8 Gbit/s, und die Verwaltung der Speichernetze vereinfacht sich.

Das Offenlegen der Application Programming Interfaces (APIs), die sich bei Brocade "Fabric Access Layer" nennen, gehört derzeit zum guten Ton in der Branche. Erst kürzlich hat McData, schärfster Mitbewerber von Brocade im Highend-Bereich, einen Teil seiner APIs im Servicepaket "Connectors" gebündelt und als dreistufiges Konzept zur Lizenznahme angeboten (siehe CW 12/02, Seite 30). Die Brocade-Führungsspitze schätzt die Bewegungen des Konkurrenten jedoch als bloßes Zugeständnis an die Öffentlichkeit ein, denn sie würden nur eine geringe Funktionalität zur Verfügung stellen. "Im Grunde handelt es sich nur um ein etwas ummänteltes SNMP", erklärte dazu Jay Kidd, Brocades Vice President Product Marketing.

Er legte dar, was sein Unternehmen unter dem Begriff "Open Fabric Management" versteht: Neben der Bereitstellung des Fabric Access API gehören dazu optional verfügbare Web-Tools und der ebenfalls kostenpflichtige "Fabric Manager". Ein Vorteil von Brocade sei es, dass es nur einen API-Zugang zur Fabric gebe. "Die Host-Library muss nur mit einem Switch innerhalb der Fabric kommunizieren. Die Firmware in diesem Switch verteilt die Befehle dann automatisch an die anderen Switches in der Fabric", erklärt Kidd.

Zudem seien in diesem Zugangssystem Sicherheitsfunktionen eingebaut, so dass beispielsweise nur autorisierte Personen das API für Verwaltungsaufgaben nutzen könnten. Weitere Funktionen von Fabric Access sind die Verwaltung mehrerer unabhängiger SANs von einem Zugangspunkt aus sowie die Möglichkeit, für bestimmte Operationen, etwa das Zoning, den zeitgleichen Zugriff zu untersagen (geschützte Transaktionen). Erst kürzlich wurde bekannt, dass EMC das Fabric-Access-API in die "Widesky"-Middleware integrieren will.

Im Übrigen wolle sich Brocade mit seinem API an die gängigen oder zukünftigen Standards halten: objektorientiertes XML-Interface und das "Common Information Model" (CIM). Die Storage Networking Industry Association (Snia) unterstützt durch die Festlegung von "Profilen" die Bemühungen der Distributed Management Task Force (DMTF) um ein gemeinsames Modell für die Informationsverwaltung im Unternehmen. CIM soll die bestehenden Management-Standards wie SNMP oder DMI erweitern.

Derzeit arbeitet Brocade zusammen mit Partnern an einer Lösung zur Virtualisierung im Fabric Switch, die nach Auffassung von Vice President Kidd "at wire speed", also bei Leitungsgeschwindigkeit, erfolgen soll: "Das Mapping von virtuellen zu physikalischen LUNs soll im Switch geschehen, und es soll schnell sein." Kidd rechnet damit, dass der "V-Switch" im kommenden Jahr verfügbar sein wird.

Trusted Switch soll für Sicherheit sorgenDann soll auch der Inter-Fabric-Switch auf den Markt kommen, der Subnetze verbindet oder als Firewall zwischen unabhängigen SANs agiert. Ein weiteres Projekt ist das sichere Fabric-Betriebssystem, von dem die Brocade-Manager hoffen, es könnte ein allgemein verbindlicher Standard werden. Hauptbestandteil von "Extended Secure Fabric OS" ist ein dedizierter "Trusted Switch", der neben seinen Switching-Aufgaben auch als Sicherheitszentrale dient: Er verteilt die Sicherheitsinformationen an die anderen angeschlossenen Switches. Die Authentifizierung soll sich in Zukunft bis in die Applikations- und Management-Ebene verlagern lassen. "Die Sicherheit im Speichernetz ist dann wichtig, wenn das SAN das Haus verlässt", beschreibt Kidd die Gründe für die Bemühungen.

Im Jahr 2004 will Brocade die Quality of Services soweit vorangetrieben haben, dass ein protokollerkennder Switch entwickelt ist, der zudem proaktives Monitoring betreiben kann. Die Leitungsgeschwindigkeit dürfte dann bei 10 Gbit/s liegen.

Brocade in ZahlenDerzeit beschäftigt das Unternehmen mit Hauptsitz im kalifornischen San Jose weltweit etwa 1100 Arbeitnehmer. Im abgelaufenen Geschäftsjahr (27. Oktober 2001) hat die Company Waren im Wert von 513 Millionen Dollar abgesetzt - 184 Millionen mehr als im Vorjahr. Die ersten drei Monate des laufenden Geschäftsjahres verliefen allerdings weniger erfolgreich als 2001: Die Nettoerlöse erreichten mit 123 Millionen Dollar nicht die 165 Millionen Dollar des ersten Quartals 2001.

Brocade rechnet damit, dass im laufenden Geschäftsjahr rund 60 Prozent aller Einnahmen aus dem Konsolidierungsgeschäft (Server und Speicher) stammen werden, 18 Prozent werde man mit Systemen für Backup/Restore erzielen. Die Company unter Leitung von Greg Reyes hat nach eigenen Angaben OEM-Verträge mit allen Server-Herstellern und erreicht im Mittelklassebereich einen Marktanteil von bis zu 95 Prozent. Das große Volumen wirke sich höchst vorteilhaft auf die Kostensituation aus, da man zusätzlich darauf achte, in allen Produkten möglichst die gleichen Komponenten zu verwenden. Auch für die Zukunft ist den Managern nicht bange: Die Analysten der Gartner Group erwarten, dass 2007 der Markt für die SAN-Infrastruktur weltweit 17 Milliarden Dollar beträgt

PatentstreitBrocades Mitbewerber McData hat Mitte Februar 2002 gegen den Konkurrenten eine Patentklage eingereicht. Sie betrifft McDatas Patent, das in den "Viper"-Asics das Filtern und Messen von Frame Traffic regelt. Als Brocade zwei Wochen nach der Klage ein weiteres Produkt ankündigte, von dem McData glaubt, es verletze die eigenen Rechte, wurde eine einstweilige Verfügung beantragt.

Abb.: Leitungsbündelung

Der Inter-Switch-Link bündelt bis zu vier Leitungen zu einem Strang. Damit soll eine Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen zwei Switches geschaffen werden. (Quelle: Brocade)