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25.01.1991 - 

Diskussionen auf der Uniforum '91

Mehr Mitsprache: Anwender setzen X/Open unter Druck

MÜNCHEN (CW) - Die Hersteller in der X/Open-Gruppe müssen auf der diesjährigen Uniforum-Messe in Dallas mit Druck von Seiten der Anwender rechnen. Der Grund: Die Organisation für offene Systeme verweigert dem User Council einen zusätzlichen Sitz im Board of Directors.

"Die Anwender werden auf der Uniforum manifest für ihre Interessen eintreten", erwartet Michael Spring, Communications Manager von X/Open Europe. Ein Problem sieht er darin nicht, denn seine Organisation unterstütze dieses Engagement und verfolge mit der derzeit stattfindenden Veranstaltung das Ziel, die Benutzer zusammenzubringen, damit sie ihre Wünsche und Vorstellungen austauschen können.

Außerdem will die X/Open die Ergebnisse ihres Xtra-Projekts vorstellen, in dessen Rahmen die Anwender zu ihren Vorstellungen von offenen Systemen befragt wurden.

Die von X/Open immer wieder hervorgehobene Bedeutung der Anwender schlägt allerdings kaum durch. Obwohl das User Council immer dringlicher Einfluß auf die Entscheidungsprozesse bei der Spezifizierung offener Standards nehmen will, ist die Herstellervereinigung laut Spring auch künftig nicht bereit, ihm mehr als eine Stimme im Board of Directors zuzugestehen.

Um den Anspruch auf Mehr Mitspracherecht zu unterstreichen, hat der Anwenderbeirat von X/Open jetzt die Verdoppelung seiner Migliederanzahl in den kommenden zwei Jahren beschlossen. Außerdem will er sich auf der Uniforum mit einer Reihe anderer Anwendervereinigungen kurzschließen. Zu diesem Zweck hat das User Council unter anderem Vertreter von Poso und ETTS 92 sowie von der User Alliance for Open Systems eingeladen.

Bewegt sich der Informationsausstausch der Anwender-Organisationen noch im Rahmen der Vorstellung der X/Open-Hersteller, so könnte ein mitgliederstärkerer Anwenderbeirat durchaus zu mehr Vertretern im Board of Directors führen. "Wenn das Council so groß wird, daß wir Ländergruppen bilden müssen, dann werden wir über eine Erweiterung des Boards nachdenken", räumt X/Open-Manager Spring ein.

"Das Wichtigste ist, daß die Anwender überhaupt im Board vertreten sind", äußert sich dazu von Herstellerseite Volker Dulich, für Unix zuständiger Abteilungsleiter der Siemens Nixdorf Informationssysteme AG (SNI). Außerdem stünde es den Anwendern frei, in den technischen Komitees mitzuarbeiten. Aber auch Dulich sieht, daß eine zusätzliche Stimme den Einfluß der Anwender vor allem bei Abstimmungen über technische Entscheidungen erhöhen würde.

Angesicht der angespannten Weltlage ist derzeit jedoch nicht klar, ob das Treffen der Anwenderorganisation im geplanten Umfang stattfinden kann. Der SNI-Manager berichtet von Mitarbeitern, die wegen des Kriegsausbruchs ihre Flüge zur Uniforum-Messe storniert haben. Nach seinen Informationen werden auch die europäischen Vertreter von Hewlett-Packard und die AT&T-Unix-Entwickler der Unix Software Laboratories Europe zu Hause bleiben.