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20.01.1984 - 

SCS-Studie über künftige Netzausbaustrategie der Post:

Mehr Mittel für ISDN und Glasfaser nötig

BONN (cmd) - Für den schnellen, flächendeckenden Einsatz des ISDN ab 1985/86 sind zusätzliche Mittel von zwei Milliarden Mark erforderlich.

Diese Zahl nannte Franz Arnold, Mitglied der Geschäftsleitung der Scientific Control Systems (SCS) in Bonn vor der Presse. Bei der Präsentation einer Studie zur "zukünftigen Entwicklung der öffentlichen Fernmeldenetze in der Bundesrepublik Deutschland und ihre Auswirkungen auf die Benutzer" meinte der ehemalige Abteilungsleiter im Postministerium weiter, auch in der optischen Nachrichtentechnik bedürfe es erheblicher, langfristig angelegter und bedarfsunabhängiger Investitionen sowie vor allem einer "nationalen Anstrengung". Ansonsten laufe die Bundesrepublik auch in der Informationstechnologie Gefahr, in einen ähnlichen Rückstand zu geraten wie in der Datenverarbeitung und der Mikroelektronik.

Als Beispiele für die intensiven Aktivitäten des Auslandes führte Arnold Frankreich und Japan an. So sollen nach den Plänen der japanischen Postverwaltung in den nächsten 15 Jahren insgesamt 230 Milliarden Mark für Glasfaser und ISDN bereitgestellt werden. Selbst wenn sich die Bundespost nur auf diese beiden Bereiche konzentriere, könne sie vergleichbare zukunftsorientierte Investitionen nicht alleine aus eigenen Mitteln tätigen.

Im Hinblick auf die heutigen Spezialnetze wie HfD, Datex-L und Datex-P plädierte der Postexperte dagegen für einen streng bedarfsorientierten Ausbau. Es bestehe nämlich die Gefahr, daß diese Netze bei ihrer Inbetriebnahme technologisch bereits veraltet seien. Außerdem gelangten sie kaum mehr in die Kostendeckung, da sie vom ISDN aufgesogen würden.

In einer "kritischen Stellungnahme" zu der SCS-Studie betonte das Postministerium, die Forderung, die Glasfaser völlig unabhängig vom Bedarf aufzubauen, sei so praktisch nicht zu verwirklichen. Eine solche, vom langfristig absehbaren Bedarf unabhängige Ausbaustrategie wäre mit außerordentlichen Risiken verbunden.

Der Digitalisierung und dem Ausbau des ISDN-Netzes habe Postminister Schwarz-Schilling ohnehin "höchste Priorität" eingeräumt. Eine noch größere zeitliche Forcierung sei nicht möglich, da die hierfür notwendigen Entwicklungs- und Fertigungskapazitäten der Industrie voll ausgelastet seien. (Anmerkung der Redaktion: In der nächsten Ausgabe der COMPUTERWOCHE erscheint ein Interview mit Franz Arnold zu den in der Studie angeschnittenen Themen.)