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06.08.2004 - 

Startups nehmen WLAN-Probleme in Angriff

Mehr Performance für Funk-LANs

Der Siegeszug der WLANs ist gleichzeitig ihr Problem: Immer mehr Devices in einer Funkzelle beeinflussen den Datendurchsatz negativ. Und die funkenden Access Points in ihrer wachsenden Zahl stören sich gegenseitig (Interferenzen), wenn das Nachbarbüro den gleichen Funkkanal verwendet.

Eine Reihe von Herstellern wie Propagate Networks Inc., Engim Inc., Motia Inc. oder Airgo Networks Inc. versucht diese Probleme nun mit neuen technologischen Ansätzen zu lösen. Die Unternehmen, bei denen es sich großteils um junge Startups handelt, setzen dabei sowohl auf Software- als auch reine Hardwarelösungen.

Störende Interferenzen

Propagate Networks geht beispielsweise das Interferenzproblem - also wenn sich zwei Access Points stören, weil sie den gleichen Funkkanal verwenden - mit der Software "Autocell" an. Stellt das Programm Störungen fest, so schaltet es laut Propagate den Access Point automatisch auf einen anderen Funkkanal um. Nach Angaben der Entwickler beabsichtigen etliche Hersteller, ab Herbst ihre Access Points mit diesem Feature auszurüsten.

Eine Lösung, um möglichst viele WLAN-Benutzer auf engstem Raum (etwa auf Messen, in Hotspots oder im Flieger) mit einem drahtlosen Netzzugang zu bedienen, hat Engim Inc. entwickelt. Das US-amerikanische Unternehmen hat Chips und Referenzdesigns für Access Points gemäß den Standards 802.11b und g geschaffen, die es erlauben, drei Funkkanäle gleichzeitig zu verwenden. Mit diesem Trick, so Vice President Scott Lindsay, verdreifacht sich die Zahl der User, die eine Funkzelle nutzen können.

Auf den ersten Blick ist dieser Ansatz so einfach, dass man sich die Frage stellt, warum niemand einen Access Point mit drei Funkteilen baut, die auf unterschiedlichen Kanälen funken. Zumal ja für 802.11b und g in den USA elf und in Europa 13 Funkkanäle definiert sind. Bislang scheiterte die Idee daran, dass die Funksignale eines Kanals auch auf die Nachbarkanäle überstrahlen. Die dabei auftretenden Interferenzen beeinflussen dann den Datendurchsatz negativ. Hier kommt nun Engims neuer Chip ins Spiel. Er ist laut Hersteller in der Lage, diese Interferenzen zu erkennen und herauszurechnen. Nach den Chipsätzen für die WLAN-Varianten b und g will Engim auch Halbleiterbausteine für802.11a auf den Markt bringen.

Neben der Fähigkeit, Interferenzen zu unterdrücken, wartet der Engim-Chipsatz mit einer weiteren Funktion auf: Er scannt das Frequenzband nach anderen Geräten ab, die eventuell Störungen verursachen. Dabei erkennt die Elektronik etwa Funktechnologien wie Bluetooth oder schnurlose Dect-Telefone. Ist ein so ausgestatteter Access Point mit einem Netz-Management-System verbunden, sendet das Gerät die gewonnenen Informationen automatisch an eine Management-Konsole. Auf diese Weise, so Lindsay, ist es für einen Administrator deutlich einfacher, Störquellen zu erkennen und zu beseitigen.

Javelin verdoppelt Reichweite

Firmen wie Motia Inc., Airgo Networks Inc. oder die Cisco-Tochter Linksys gehen dagegen ein anderes Problem an, das nur indirekt mit den durch Interferenzen hervorgerufenen Schwierigkeiten zusammenhängt: Die häufig als zu gering bemängelte Reichweite der Access Points. Gerade Unternehmen, die große Flächen per WLAN abdecken wollen, kennen die Probleme, die sich daraus ergeben, wenn sie viele Funkknoten zur Netzabdeckung installieren müssen. Die Access Points stören sich wiederum gegenseitig.

Bei Motia, einem Unternehmen, an dem Intel Capital finanziell beteiligt ist, versucht man dies durch eine Kombination aus einem Chip namens "Javelin" zur Aufbereitung der Funksignale und mit intelligenter Antennentechnik in den Griff zu bekommen. Dabei soll das von dem Chip aufbereitete Funksignal eines Access Point nicht mehr nur von einer Antenne abgestrahlt werden, sondern von vier Miniantennen. Dieser Ansatz verdoppelt oder verdreifacht im günstigsten Fall laut Motia die Reichweite einer Funkzelle. Mit Motorola und Hawking Technologies Inc. hat die Company bereits Absichtserklärungen über den Einsatz dieses Verfahrens unterzeichnet.

Wiedergeburt der Repeater

Auf intelligente Chipsätze setzt auch Airgo Networks mit seiner Funktechnik "Multiple input multiple output" (Mimo). Wie Motia verwendet der Hersteller dabei mehrere Antennen. Gleichzeitig verfolgt die Company ähnlich wie Engim die Idee, mehrere Funkkanäle zur WLAN-Übertragung zu nutzen. Ein Access-Point-Anbieter, der namentlich nicht genannt werden will, konnte mit Musterchips nach eigenen Angaben die Reichweite seiner Funkknoten um 150 bis 300 Prozent erhöhen. Neben einer verbesserten Funkreichweite wartet Mimo laut Airgo auch mit einem höheren Datendurchsatz als heutige WLAN-Lösungen auf. Branchenkenner spekulieren deshalb bereits darüber, ob dieses Verfahren in die kommende IEEE-Spezifikation 802.11n einfließen wird. Die für 2005 erwartete Norm soll schnellere WLANs definieren, deren Geschwindigkeit deutlich über den heute üblichen 54 Mbit/s liegt.

Gegenüber diesen Hightech-Verfahren zur Verbesserung der WLAN-Reichweite wirkt der Ansatz, den Linksys verfolgt, schon fast altbacken. Die Company setzt wie in den alten Ethernet-Netzen mit Koaxkabeln schlichtweg auf einen Repeater, um die Reichweite zu erhöhen. Der "Wireless G Range Extender" empfängt dabei die Signale eines Access Point, verstärkt sie und strahlt sie wieder ab. Die Ausdehnung einer Funkzelle lässt sich zwar auch mit WLAN-Bridges vergrößern, doch der Repeater ist im Vergleich zu dieser Gerätegattung einfacher aufgebaut und damit kostengünstiger. Er soll nämlich bereits für weniger als 100 Dollar zu haben sein. (hi)

WLAN-Probleme ...

- Überlastung der Funkzellen durch zu viele Benutzer;

- Störungen durch Funkinterferenzen;

- zu geringe Reichweite der Funkzellen;

- Performance-Einbrüche.

... und ihre Lösung

- Mehr Nutzer in einer Funkzelle ermöglicht ein Chipsatz von Engim durch die Verwendung mehrerer Funkkanäle.

- Störungen durch andere Access Points erkennt die Software "Autocell" von Propagate und wählt automatisch einen anderen Funkkanal.

- Mit intelligenter Antennentechnik und Signalaufbereitung erhöht Motia die Reichweite der WLANs.

- Reichweite und Datendurchsatz steigert Airgo mit der Technik "Multiple input multiple output" (Mimo).

- Mit einem klassischen Repeater rückt Linksys dem Problem der zu geringen WLAN-Reichweite zu Leibe.