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19.10.2001 - 

Bitkom stellt Grundsatzpapier vor

Mehr Sicherheit in IT und Telekommunikation gefordert

MÜNCHEN (CW) - Anlässlich der Systems 2001 hat der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) seine "Wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Grundsätze" vorgestellt. Im Mittelpunkt stand dabei das Thema IT-Sicherheit.

"Zur CeBIT habe ich gesagt: Es sind Gewitterwolken am Horizont zu sehen. Jetzt kann man die Situation der ITK-Branche eher als Sturmtief bezeichnen", leitete Willi Berchtold, Vorsitzender der Geschäftsführung von Giesecke & Devrient und Vizepräsident des Bitkom, die diesjährige Systems-Pressekonferenz des Verbandes ein. Vor allem durch die Ereignisse des 11. September habe sich die Lage weiter zugespitzt.

Besonderes Gewicht bei der Präsentation der "wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Grundsätze" legte der Bitkom daher auf den Bereich IT-Security, der nach den Terroranschlägen in New York und Washington und der dadurch ausgelösten Sicherheitsdebatte in Deutschland auch auf der Systems 2001 beherrschendes Thema war. Mit einer Fläche von 5000 Quadratmetern und 100 Ausstellern war die IT-Security-Area, die von Bundesinnenminister Otto Schily eröffnet wurde, doppelt so groß wie im Vorjahr.

"Obwohl die Systeme zum Schutz gegen Viren, Würmer und Co. immer besser werden, hat sich die Zahl der Virenattacken seit 1998 verdoppelt", bilanzierte Berchtold. Eigentlich müssten Unternehmen der IT-Security schon im eigenen Interesse höchste Prioriät einräumen. Vor allem in kleineren und mittleren Betrieben sei das Sicherheitsbewusstsein jedoch noch viel zu schwach.

Mit Blick auf das in den USA verabschiedete 30-Milliarden-Dollar-Programm forderte Berchtold ein stärkeres Engagement der Politik für die Sicherheit in IT, Internet und Telekommunkation. Das US-Programm sei zwar nicht eins zu eins auf Deutschland übertragbar, zusätzliche Mittel seien jedoch auch hier dringend erforderlich. Neben speziellen Studiengängen für IT-Sicherheit erwartet Berchthold vor allem staatliche Unterstützung beim Aufbau "Computer Emergency Response Teams" (Certs): "Wir müssen den Angreifern immer eine Softwaregeneration voraus sein."

Der von Schily geplante Personalausweis mit Fingerabdruck geht nach Ansicht des Bitkom nicht weit genug. Zur eindeutigen Identifizierung bedürfe es auch des Einsatzes biometrischer Verfahren - etwa des Fingerabdrucks in digitalisierter Form in Verbindung mit den Ausweisdokumenten. In sicherheitskritischen Einrichtungen wie Atomkraftwerken und dem Flugverkehr schaffe diese Technik eine "neue Dimension von Sicherheit".

Des Weiteren geht es in dem Grundsatzpapier um die gezielte Förderung des Mittelstands, der von der konjunkturellen Abschwächung besonders betroffen sei, sowie um Maßnahmen zur Bekämpfung des Fachkräftemangels durch eine Flexibilisierung und Öffnung des Arbeitsmarkts: "Das Zuwanderungsgesetz sollte möglichst noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden."

Abb: IT-Sicherheitsmarkt

Der deutsche Markt für IT-Security-Lösungen wächst weiter. Derzeit sind rund 10000 Mitarbeiter in diesem Geschäftsfeld aktiv. Quelle: Meta Group