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28.05.1976 - 

Neuer Beruf: Diplom-Informatiker der Medizin

Mehr Stellen als Studenten

HEILBRONN - Anfang 1977 gehen die ersten von derzeit 180 in Heilbronn eingeschriebenen Studenten als "Diplom-Informatiker der Medizin" ins Berufsleben. Sie werden vor allem das ist jetzt schon absehbar - in Krankenhäusern arbeiten, die Datenverarbeitung beispielsweise im klinisch-chemischen Labor, bei der Diagnoseunterstützung, in der medizinischen Statistik, der Dokumentation, Krankenhausverwaltung und Betriebsorganisation einsetzen. Weitere künftige Tätigkeitsbereiche für die Medizin-Informatiker sind Gesundheitsämter, Krankenkassen, das Sanitätswesen der Bundeswehr und die Medizin-Ressorts der EDV-Industrie.

Studium von acht Semestern

Das Studium ist auf acht Semester angelegt. Im ersten viersemestrigen Studienabschnitt bis zur Diplom-Vorprüfung beschäftigt sich der Student mit den Gebieten:

Mathematik (Algebra, Analysis, Differentialgleichungen, Numerische Mathematik)

Medizin (Terminologie, Anatomie, Physiologie, Biochemie, Klinische Medizin). Um eine gute Verbindung zur Praxis zu gewährleisten, ist im 4. Semester ein Praktikum im medizinischen Bereich abzuleisten.

Informatik (Einführung in die medizinische Informatik, Grundlagen der Informationsverarbeitung, Technische und Praktische Informatik, Automatentheorie und formale Sprachen, Wahrscheinlichkeitstheorie).

Naturwissenschaft und Technik (Grundlagen der Elektrotechnik, Meßtechnik, Regelungstechnik, Physik).

Schwerpunkte bilden

Im zweiten Studienabschnitt, der mit der Diplomarbeit abschließt, muß sich der Student für einen der drei Schwerpunkte Betriebswirtschaft/Organisation, klinisch-technischer Bereich oder diagnostischen Bereich entscheiden. Unabhängig vom Schwerpunkt stehen auf dem Studienplan für das 5. bis 8. Semester:

Anwendungen der Mathematik (Biostatistik, Informationstheorie, Warteschlangentheorie, Operations Research)

Theoretische und Praktische Informatik (Rechnerstrukturen, Rechnersysteme, Prozeßdatenverarbeitung, Systemprogrammierung, Compilerbau, Simulationsverfahren, Informations- und Datenbanksystem, Systemanalyse, Graphische Datenverarbeitung, Praktische Informatik, Informatik Seminar).

Medizinische Informatik (Medizinische Dokumentation und Datenerfassung, Krankenhausinformationssysteme, Biosignalverarbeitung, Klinische Chemie, Medizinische Geräte, Krankheitsbilder).

Der Studiengang wurde im Wintersemester 72/73 vom Kultusministerium Baden-Württemberg in Heilbronn eingerichtet und wird gemeinsam von der Fakultät für Theoretische Medizin an der Universität Heidelberg und der Fachhochschule Heilbronn getragen.

Die Berufsaussichten der Medizinischen Informatiker werden allgemein als gut angesehen Selbst bei vorsichtiger Kalkulation der Zahl der Arbeitsplätze in den nächsten Jahren wird der Bedarf die Zahl der in Heilbronn ausgebildeten Fachleute weit übersteigen.