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16.04.1981

Mehr und qualifiziertere Besucher- Stand kurzerhand vernagelt - Gerüchte im Umlauf Messestrategie der Software Zunft: Mängelrügen

HANNOVER- Software-lnteressenten nutzen die Hannover-Messe zunehmend zur Vorbereitung "zu Hause" anstehender Entscheidungen. In einer Zwischenbilanz beurteilten die unabhängigen Software-Anbieter die ersten Messetage einhellig positiv, wenn auch mit unterschiedlichen Akzenten. Keine Stellungnahme war der Ottobrunner SFD GmbH & Co. KG vergönnt. Am dritten Tag blieb ihr Stand unbesetzt und dunkel, am vierten wurde er mit Brettern vernagelt.

Über die Hintergründe des SFD-Desasters war bislang kaum etwas zu erfahren. Die Messe-Gerüchteküche wollte wissen, daß die Staatsanwaltschaft die Geschaftsräume in Ottobrunn versiegelt habe und dem Firmeninhaber auf den Fersen sei. (In Ottobrunn lagert Software, die Siemens für sein Simas-System in Auftrag gegeben hat.)

Vor wenigen Tagen erst hatten drei führende SFD-Mitarbeiter den Versuch "heißen" Quellecode an sich zu bringen, mit der fristlosen Kundigung bezahlen müssen. Sie hatten den Braten offenbar gerochen und vertrauten nicht mehr dem Jungbrunnen strömender Siemens-Gelder, aus dem SFD so lange wie nur irgend moglich zu trinken gedachte.

Projektbegleitende Lehrlinge

Von eben dieser Absicht hatten SFD-Vertreter gegenüber dem Autor dieses Beitrags noch ganz zu Beginn der Messe gesprochen und sich für dieses Vorhaben auch gute Chancen ausgerechnet ; denn zur Beaufsichtigung des Simas-Projekts stelle Siemens nicht Fachleute, sondern Lehrlinge ab, darunter solche, die seit drei Wochen EDV-Gehversuche machten.

Positive Nachrichten zur Messehalbzeit kamen von den anderen Beratungs- und Software-Häusern. Übereinstimmend wurde festgestellt, daß es ein Besucherwachstum gegeben habe - quantitativ wie auch qualitativ.

Der Wilhelmshavener ADV/Orga GmbH wurde am zweiten Messetag vor lauter Andrang der Stand zu klein, so daß man sich genötigt sah, auf umliegende Plätze und Gänge auszuweichen .

Peter Beyer, Chef der Stuttgarter Ikoss GmbH, erkannte, er hätte keinen einzigen Mann weniger mit nach Hannover nehmen dürfen. Und für Dr. Hans-Gerd Pärli, Geschäftsführer der Dortmunder mbp GmbH, hat sich die Frage, ob man weiterhin an der Messe teilnehmen solle, angesichts der zahlreichen Kontakte von selbst beantwortet.

Wie professionell die Besucher seien, lobte Fritz Lassig, Bereichsleiter der Orga-Ratio GmbH, Nordhorn. Es habe sich für ihn gelohnt, sich für die Messe bis in alle Einzelheiten der hauseigenen Programme hinein zu präparieren. An anderen Ständen wurde aber auch Kritik laut wegen des Wissensdurstes vieler Gesprächspartner, der nicht einmal vor dem letzten Bit haltmache.

Dietger Rosenfeld von der Calwer Unternehmensberatung Reif sah sich in der Erkenntnis bestätigt, daß immer mehr solche Kunden in ein Consulting-Haus Vertrauen zu investieren bereit sind, denen der Berater frühzeitig und schonungslos einen Spiegel vorhält, um damit die Mißstande in dem jeweiligen Betrieb aufzuzeigen.

Ähnlich Anselm Triestram, Chef der Essener Ibat-Unternehmensberatung:

"Die Zahl der Leute nimmt zu, die in ihren Betrieben grundlegende Organisationsmängel erkennen und mit einem Kurieren an den Symptomen nicht mehr zufrieden sind. Es sind aber immer noch relativ wenige."

Anders geartete Meldungen kamen von der Stuttgarter UDF Unternehmensberatung GmbH: Eine Woche, nachdem man für einen westeuropäischen Hersteller einen Facilities Management-Vertrag mit einem Ostblockland abgeschlossen habe- UDFAnteil eine Million Mark -, sei auf der Messe ein Vertrag mit der Scan Development A. S., Oslo/Stockholm, unterzeichnet worden, der das internationale Treuhand- und Unternehmensvermittlungs-Geschäft der Stuttgarter ausbauen solle.