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09.11.1984 - 

Über wachsende Konkurrenz von seiten der USA besorgt:

Mehr Zusammenarbeit in Japans Roboterindustrie

TOKIO (VWD) - Trotz des vergleichsweise guten Jahres 1983 bei der Erzeugung und dem Absatz von Industrierobotern aller Art sind einige japanische Hersteller in jüngster Zeit über wachsende Konkurrenz vor allem seitens der USA besorgt. In ersten Reaktionen bemühen sie sich derzeit, durch Straffung ihrer Branche eine "übermäßige" Konkurrenz untereinander zu verhindern, berichtet die Bundesstelle für Außenhandelsinformationen (BfAI. Köln).

Hintergrund für die Befürchtungen der Branche sind die teilweise sehr selbstbewußten Schätzungen ausländischer Verbände und Hersteller über die wahrscheinliche Entwicklung dieses Bereiches während der nächsten Jahre. So hat beispielsweise eine Vorhersage der amerikanischen Roboter-Verbände in Japan Aufsehen erregt. Sie unterstellt, daß die USA 1990 wertmäßig deutlich mehr Industrieroboter erzeugen werden als Japan.

Der Verband stellte fest, daß Japan 1983 Roboter im Wert von etwa 550 Millionen Dollar erzeugt habe, während die US-Produktion einen Wert von 230 Millionen Dollar ausgewiesen habe. Bis 1990 soll sich diese Position ins Gegenteil verkehren: Der Produktionswert in den USA soll etwa 2 Milliarden Dollar gegenüber etwa 1,3 Milliarden Dollar in Japan erreichen. Stückmäßig soll "das Land der aufgehenden Sonne" jedoch an führender Stelle bleiben, denn 1990 werde Japan 34 600 solcher Roboter gegenüber 24 000 in den USA herstellen.

Die Studie nimmt ferner an, daß die Bundesrepublik 1990 etwa 3500 Roboter im Wert von 219 Millionen Dollar produzieren werde. Wichtigster Hersteller in Europa soll Italien sein mit 5000 Geräten im Wert von 586 Millionen Dollar, gefolgt von Frankreich mit 4500 Robotern für 195,4 Millionen Dollar.

Diese und ähnliche Vorhersagen deren Aussagekraft nicht von allen japanischen Fachleuten in vollem Umfang akzeptiert wird weil der amerikanische Verband immer "zu optimistisch aus amerikanischer Sicht sei", haben bereits zu ersten Reaktionen in der Branche geführt. Die Privatindustrie, zu der etwa 200 große, mittlere und kleine Unternehmen gehören, versucht derzeit Vorsorgemaßnahmen gegen die Übernahme der Spitzenposition durch die USA in Kraft zu setzen. Dazu gehört beispielsweise, daß sich einige Unternehmen zusammenschließen, um sich gegenseitig auf dem Weltmarkt Konkurrenz zu machen.

Internationale Kooperation

Zu den jüngsten Entwicklungen auf diesem Gebiet zählt der Zusammenschluß zwischen der Yaskawa Electric Manufacturing Co., einem führenden Hersteller von Schweißautomaten, und der Seiko Instrument and Electronics Co., die sich auf die Herstellung von Montagerobotern spezialisiert hat. Ähnliche Pläne haben - so verlautet aus Fachkreisen in Tokio - derzeit auch Großunternehmen wie etwa Hitachi und Toshiba. Allerdings werden sich diese Firmen nicht zusammenschließen, sondern eventuell ihre Roboter beziehungsweise Teile davon in angeschlossene Firmen "auslagern", die dann weitere Fusionen eingehen könnten.

Während die japanischen Privatfirmen ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern suchen, steuern staatliche Stellen einen anderen Kurs. Sie wollen mehr Zusammenarbeit mit anderen Ländern. In einem ersten konkreten Schritt hat das Ministerium für Internationalen Handel und Industrie (MITI) kürzlich in Tokio die Gründung eines internationalen Zentrums für den Austausch von Robotertechnologie angekündigt. Dieses Zentrum soll dem MITI zufolge japanische Robotertechnologie an andere Länder liefern, internationale Gemeinschaftsunternehmen in dieser Branche fördern und ausländische Techniker ausbilden. Zu den Trägern des Instituts, das seine Tätigkeit 1985/86 aufnehmen soll, werden überwiegend Roboterhersteller, teilweise aber auch Endbenutzer wie Kfz-Hersteller zählen. In welcher Form sich staatliche Stellen beteiligen werden und wie die Ausstattung des Instituts sein wird, wurde allerdings noch nicht mitgeteilt.

Interessant ist in diesem Zusammenhang ferner, daß das MITI zusammen mit der Japan Development Bank (JDB) versucht, die Verwendung "flexibler Produktionssysteme einschließlich Industrieautomaten aller Art" weiter zu verbreiten. Das sei notwendig, um die Herstellungskosten vor allem in kleineren Unternehmen zu senken.