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11.06.1976

Mehrere Mio. Datensätze mit variabler Länge zwischen 50 und 3500 Bytes: "Da steigen die bekannten DB-Systeme aus"

BERLIN - Nach dem von der Universität Dortmund in Zusammenarbeit mit der IBM entwickelten System DOBIS (Dortmunder Bibliotheks Informations System) stellt jetzt die BSE Systementwicklung (Berlin) das zwegte deutsche integrierte Bibliotheksinformationssystem vor: IBIS, das gemeinsam mit der Universität Bielefeld erstellt wurde.

IBIS ist ein Bibliotheks- und Dokumentationssystem mit modularem Aufbau, das auf einer eigenen, für große variable Datenmengen entwickelten Datenbank basiert.

32 767 Dateien möglich

Die BIS-Datenbank FMS (File Management-System) sieht bis zu 255 Dateien vom Typ einer Stammdatei, Struktur-I-Datei (Verknüpfungsdatei), Struktur-2-Datei (Fortsetzungsdatei), Indexdatei und Nebenindexdatei vor. Die Anzahl der Dateien, die Art und die Größe sowie ihr Aufbau können beliebig gewählt werden: eine Erweiterung auf maximal 32 767 Dateien ist möglich.

Zugriff über ganze Texte

Das Auskunftssystem von IBIS verfügt über Retrieval-Routinen, die nicht nur den Zugriff über die üblichen bibliothekarischen Suchbegriffe wie Autorenname oder Titel, sondern auch über komplette Textkategorien erlauben. Mehrere Suchbegriffstexte können über die logischen Operationen UND, ODER, NICHT verknüpft werden. Die formal fehlerfreie Retrieval-Eingabe wird in der Korrespondenzdatei gespeichert, um eine Modifikation oder Erweiterung bei einem unbefriedigenden Suchergebnis zu ermöglichen. Werden mehrere Zielinformationen gefunden, so werden diese in Kurzlisten zusammengefaßt, deren einzelne Elemente wiederum als Suchanfrage dienen können.

Korrekturen online

Die IBIS Online-Korrektur ermöglicht die Durchführung aller Arbeitsvorgänge der Formalkatalogisierung und Sacherschließung. Auf Anforderung wird die gesamte Titelaufnahme (bzw. der gesamte Text) angezeigt, die beliebig korrigiert werden kann, wobei Löschung, Korrektur oder Neuaufnahme einzelner Kategorien oder gesamter Titelaufnahmen (bzw. Texte) erlaubt ist. Geht eine Titelaufnahme über mehrere Bildschirmseiten, so kann vor- und zurückgeblättert werden. IBIS ist an kein spezielles Kategorienschema gebunden. Die Anzeige auf dem Bildschirm kann wahlweise im IBIS-Schema oder in einer vom Anwender gewünschten Form erfolgen

Das Onlinesystem IBIS besteht zur Zeit aus 84 Programmen und belegt 150 KB Hauptspeicher. Davon sind 70 KB für Bereiche und Tabellen reserviert, 20 KB für residente Programme bzw. Standardroutinen und 34 KB als Overlay-Speicher für nicht residente Programme. Alle Programme sind in Assembler geschrieben, wobei der normale Befehlsvorrat um 100 IBIS-Makros erweitert wurde. IBIS kann mehrere Millionen Buchtitel bei variabler Datensatzstruktur (zwischen 50 und 3500 Bytes Satzlänge) aufnehmen. BSE-Chef Hacker: "Bei solchen Anforderungen steigen die bekannten Datenbanksysteme aus."

In IBIS steckt bei einer Entwicklungszeit von 3 Jahren ein Personalaufwand von 25 Mannjahren. Die Entwicklungskosten betrugen insgesamt zirka 3,5 Millionen Mark, davon 1 Million Mark Fördermittel aus dem DV-Programm des Bundes.

Nicht nur für Bibliotheken

IBIS ist zwar speziell für Bibliotheken konzipiert, kann aber auch für andere Anwender interessant sein, die hohe Anforderungen an variable Satzlänge und Retrieval-Möglichkeiten mit numerischen und alphanumerischen Suchbegriffen stellen. Zu den ersten Interessenten gehört beispielsweise das Deutsche Institut für Normung (DIN). IBIS kostet je nach Ausbaustufe zwischen 320 000 und 460 000 Mark. uk