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17.11.1995

Mehrheitsbeteiligung am franzoesischen Partner unwahrscheinlich Daimler und Debis ueberarbeiten Vertraege mit Cap Gemini Sogeti

STUTTGART (CW) - Die Debis AG, Berlin, ist dabei, ihr Engagement beim franzoesischen Software- und Servicepartner Cap Gemini Sogeti S.A. neu zu definieren. Als nahezu sicher gilt inzwischen, dass die Daimler-Tochter ihre 34prozentige Beteiligung an der Holding- Gesellschaft Sogeti S.A. nicht auf eine Mehrheitsbeteiligung ausdehnen wird.

Daimler hatte sich 1991 mit 1,4 Milliarden Mark in die Sogeti S.A. eingekauft und gleichzeitig die Option erworben, bis Ende Januar 1996 die Mehrheit dieser Dachorganisation zu uebernehmen. Inzwischen haben sich die Plaene offenbar geaendert: Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, ist Daimler jetzt daran interessiert, die Beteiligung an der Holding in ein direktes Engagement bei der Tochtergesellschaft Cap Gemini Sogeti (CGS) umzuwandeln. Da sich dieses Unternehmen lediglich zu 61,5 Prozent in Sogeti-Besitz befindet, laege der Daimler-Anteil an CGS in diesem Fall bei nur noch 21 Prozent.

Wie aus Unternehmenskreisen verlautet, haben die Aufsichtsraete von Daimler und Debis bereits einen unterschriftsreifen Beschluss gefasst, der jedoch in puncto kuenftige Beteiligungsverhaeltnisse alle Moeglichkeiten offenhalte. Als Partner der Holding- Gesellschaft habe man in den vergangenen Jahren einen nur geringen Einfluss, aber sehr hohe Kosten gehabt.

Wuerde Daimler, wie urspruenglich in Erwaegung gezogen, bis Ende Januar 1996 die zu einer Mehrheitsbeteiligung fehlenden 17 Prozent der Anteile an der Holding-Gesellschaft Sogeti S.A. erwerben, muesste der krisengeplagte Autokonzern tief in die Tasche greifen. Eine Investition von zirka 500 Millionen Mark stuende an - ein Betrag, der angesichts der schwierigen Situation der Konzerntoechter AEG und Dasa intern kaum zu rechtfertigen waere. Hinzu kommt, dass Cap Gemini selbst seit einigen Jahren mit Verlust wirtschaftet und durch Aenderungen im franzoesischen Bilanzierungsrecht einen erhoehten Abschreibungsbedarf hat - der "Spiegel" berichtet sogar von einer dreistelligen Millionensumme.

"Die Entwicklung bei Cap Gemini wird bei Daimler-Banz sehr kritisch gesehen", bestaetigt ein Insider. Vor allem in den USA habe sich die Konzerntochter Gemini Consult nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Die Franzosen haetten mit Veraenderungen im Management reagiert, denen wohl noch weitere personelle Massnahmen folgen wuerden.

Mit Gewinn hatte Cap Gemini unlaengst seine knapp 28prozentige Beteiligung am franzoesisch-britischen Wettbewerber Sema Group zum Preis von rund 280 Millionen Mark verkauft. Dennoch ist der seit zwei Jahren in der Sanierung befindliche Konzern nach wie vor hoch verschuldet. Erst kuerzlich hatte Debis gegenueber dem "Handelsblatt" bestaetigt, dass Cap Gemini aufgrund neuen Abschreibungsbedarfs eine Kapitalspritze benoetige. Ob Kapital nachgeschossen wird, blieb allerdings offen.

Die Geruechte um die Cap-Gemini-Beteiligung hatten zuletzt im Fruehjahr neue Blueten getrieben. Damals berichtete das "Manager Magazin", der kuenftige Vorstandschef Juergen Schrempp sei im Gegensatz zu seinem Vorgaenger Edzard Reuter nicht daran interessiert, die Beteiligung an der Sogeti zu erhoehen. Mit einem solchen Vorgehen, so die angeblichen Motive Schrempps, sei die Konsolidierung von Cap Gemini verbunden, die sich mit einer Belastung in Milliardenhoehe auf die Konzernbilanz niederschlagen koennte.