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15.10.1999 - 

E-Commerce/Moderne Software-Architekturen ebnen den Weg zu E-Commerce

Mehrstufige Strukturen bieten Flexibilität und Skalierbarkeit

Immer mehr Wertschöpfungsketten sind komplett digitalisiert. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an IT-Lösungen. Kommunikations- und Transaktionsschnelligkeit, Flexibiliät und Integration erfordern eine neue Softwaregeneration, erklärt Manfred Metzger*.

Unternehmen müssen sich zur Zeit vielfältigen Herausforderungen stellen. Zur Sicherung von Wettbewerbsvorteilen sollen neue und bessere Produkte oder Dienstleistungen möglichst schnell auf den Markt gebracht werden. Zudem gilt es, um Kosten zu senken, die Bereitstellung von Vorprodukten und damit auch die Beschaffungskette zu rationalisieren. Im Wettlauf um die Gunst des Kunden werden individuelle Kundeninformationen immer wichtiger. Demografische Daten bilden dabei nur die Basis. Ausschlaggebend sind aussagefähige Details über das Konsum- und - im Kontext E-Business - das Transaktionsverhalten der Kunden.

Globalisierung und das Internet beschleunigen die Geschäftsprozesse. Der zunehmende Web-Handel führt zu einer exponentiell steigenden Zahl elektronischer Transaktionen. Das Spektrum reicht vom einfachen Abruf von Informationen - beispielsweise Aktienkurse -, über Wareneinkäufe, die mit einer entsprechenden Bestandsabfrage verbunden sind, bis hin zu Kapitaltransfers einer Bank oder der Organisation von Lieferungen.

Aber nicht nur in Verbindung mit dem Internet existieren immer mehr digitalisierte Wertschöpfungsketten. Auch die Produktion basiert immer häufiger auf computergesteuerten Fertigungsprozessen. Damit erhält die zur Entwicklung von Produkten verfügbare Zeit eine elektronische Dimension. Ein Beispiel hierfür liefert die Textilkette Benetton. Hier kann die Produktionsplanung auf Basis der Outlet-Verkaufsdaten unmittelbar angepaßt und verändert werden - eine Fähigkeit, für die der Konzern bekannt wurde.

Wesentlicher Faktor dafür ist die Geschwindigkeit, mit der Geschäftsinformationen verarbeitet und umgesetzt werden, angefangen von der Datenerfassung und -analyse bis hin zur Rückkopplung mit Fertigung, Versand, Buchhaltung und Marketing.

Unbedingte Voraussetzung hierfür ist eine leistungsfähige Informationsverarbeitung. Das bedeutet aber auch wachsende Abhängigkeit des Unternehmenserfolgs von der Computertechnik.

Der hieraus resultierende Bedarf spiegelt sich in der beschleunigten Bereitstellung technologischer Innovationen wider. Allerdings können sich häufige Technologiemodifikationen im Unternehmen auch extrem störend auswirken. Gelingt es nicht, die verschiedenen Technologien sinnvoll zu verbinden, hat dies in der Regel dauerhafte unerfreuliche Folgen.

Einerseits sind Unternehmen mehr denn je abhängig von Technologien, welche die Integration aller Geschäfts- und Entscheidungsprozesse unterstützen. Andererseits müssen sie jedoch in der Lage sein, sich in gewisser Weise davon abzukoppeln; und - was ganz wesentlich ist - sie müssen die Störeffekte minimieren, die sich aus den dynamischen technologischen Veränderungen und ihrem diversifizierten Technologie-Umfeld ergeben.

Aus diesen Anforderungen erwächst der IT-Abteilung die Aufgabe, dynamische Geschäftsprozesse und Technologieveränderungen aufeinander abzustimmen. Dabei müssen in den meisten Unternehmen verschiedene Hardware- und Betriebssystem-Versionen, Datenbanken, Objektstandards und Benutzerschnittstellen zusammengeführt werden. Eine ähnliche Heterogenität zeichnet die Datenstrukturen und -formate aus, die in einem Unternehmen anzutreffen sind, darunter herkömmliche Dateisysteme, Online-Datenbanken, Data-Warehouses, eigenentwickelte Anwendungen und Standardapplikationen sowie Echtzeitdaten aus der Online-Welt. Auch die Vielfalt der Endgeräte wird - gerade im Kontext E-Commerce - immer komplexer, angefangen vom einfachen Terminal über Desktop- und Netz-PCs, Palm Organiser und Mobiltelefone, bis hin zu Geldautomaten, TV-Set-top-Boxen oder interaktiven Sprachsystemen.

Die steigenden Anforderungen der Wirtschaft und der daraus resultierende Integrationsbedarf haben eine Reihe neuer Technologietrends hervorgebracht, von denen einige bereits als zukunftsfähig gelten können. Dazu gehören Objektorientierung und der Einsatz komponentenbasierter Anwendungen, das steigende Angebot intelligenter Nachrichtensysteme sowie neue Konzepte für die Software-Architektur.

Austauschbare, wiederverwendbare Komponenten lösen monolithische Anwendungen ab. Die IT-Ressourcen eines Unternehmens müssen sich notwendigerweise auf die Bereitstellung wichtiger Schlüsselfunktionen konzentrieren. Daher sollte man für Anwendungen und Dienste leistungsfähige und marktführende Komponenten einsetzen, die das spezifische Anforderungsprofil abdecken. Dank offener und dokumentierter Schnittstellen und Dienste lassen sich derartige Komponenten bedarfsgerecht kombinieren. Die zunehmende Nachfrage nach funktionsspezifischen Softwarekomponenten verdeutlicht auch den Trend zur Objektorientierung.

Dennoch können vorhandene geschäftskritische Systeme nicht einfach unberücksichtigt bleiben. Auch sie müssen soweit wie möglich in Form von Komponenten verfügbar gemacht werden. In der Übergangsphase ermöglicht die sogenannte Wrapping-Technik die Integration geschlossener, proprietärer Funktionalität in eine komponentenorientierte Umgebung.

Informationsressourcen als Objekte

Damit sich in einer Umgebung mit vielen verschiedenen Informationsressourcen Datenkonsistenz und Integrität gewährleisten läßt, müssen die Datenquellen synchronisiert werden. Durch die Trennung von Datenverarbeitung und -speicherung erhält man vorverarbeitete Daten über Applikationsschnittstellen zur Verfügung gestellt. Daraus entstehen Informationsressourcen, welche die Komponenten der Unternehmensinfrastruktur bilden. Auch hier zeichnet sich eindeutig ein Trend in Richtung Objektorientierung ab.

Mit der steigenden Informationsflut und kurzen Entscheidungszyklen fehlt es vielen Anwendern an der Zeit, nach wichtigen Informationen zu suchen. Effiziente Abhilfe schaffen hier Push-Technologien, die in der Regel über Event Broker mit Publish-and-Subscribe-Funktionalität und intelligente Agenten realisiert werden. Sie liefern dem Anwender automatisch für ihn wichtige Informationen.

Aus den Überlegungen von Spezialisten, die sich mit Multi-Tier-Architekturen befassen, kristalliert sich mittlerweile eine einheitliche Software-Architektur heraus. Sie basiert auf dem Ansatz, daß verschiedene Informationsressourcen über einen "Informationsbus" sogenannte Business Services bereitstellen. Der Zugriff auf diese Services erfolgt über Thin Clients, die mit dem Informationsbus gekoppelt sind. Die Implementierungsdetails dieser Dienste sind vollständig gekapselt und für die Clients unsichtbar.

Diese Infrastruktur dient vorrangig dem Ziel, eine Software-Architektur mit den folgenden drei Ebenen zu unterstützen:

- Informationszugriff; auf dieser Ebene arbeiten die Client-Prozesse. Hier wird der Zugriff auf den Informationsbus über die Benutzerschnittstellen der verschiedenen Geräte gelöst.

- Informationsbus; über ihn können die Informationsressourcen ihre Business Services bereitstellen und Clients die Informationsdienste abrufen.

- Informationsressourcen; auf dieser Ebene läßt sich die Business-Logik implementieren, in der verschiedene Datenquellen und Analyseressourcen verkapselt sind. Die daraus entstandenen Informationsdienste werden den Clients über den Informationsbus zur Verfügung gestellt.

Eine solche Infrastruktur liefert folgende Schlüsselfunktionen:

-Aufteilung der Anwendung durch die Entkoppelung von Benutzerschnittstelle, Geschäftslogik und Informationsressourcen (Daten)

-verschiedene Client/Server-Kommunikationsmodelle für den Zugriff auf diese Business-Logik

-Integration der Komponenten (Plug-and-play-Umgebung)

-Datensynchronisation

-die Voraussetzungen für Enterprise Level Management, also ein durchgängiges Systemmanagement aller IT-Ressourcen

-Unterstützung von Industriestandards

-Plattformunabhängigkeit (durch Unterstützung von Komponenten, die auf verschiedenen Plattformen laufen)

Der Schlüssel zu Lösungen, die Geschäftsprozesse optimal unterstützen können, liegt in der Systemarchitektur, im Umstieg auf eine Multi-Tier-Architektur. Sie bietet die erforderliche Integrations- und Leistungsfähigkeit, um notwendige Technologien im Interesse reibungsloser Geschäftsprozesse zu verbinden. Dedizierte E-Commerce-Transaktionsplattformen vereinen eine Vielzahl der oben beschriebenen Funktionen und eröffnen Unternehmen die Chance, flexibel auf Veränderungen zu reagieren, neue Ideen schnell in neue Geschäftsprozesse umzusetzen und gleichzeitig einen reibungslosen Betrieb aufrechtzuerhalten. Eine solche Transaktionsplattform entkoppelt unter anderem die Anwendung von der zugrundeliegenden Plattform. Die Multi-Tier-Architektur unterstützt die Anpassung der Applikation an wachsende Erfordernisse und damit die bedarfsgerechte Steigerung der Geschäftstransaktionsraten.

Die zweite Client-Server-Revolution

Die hier beschriebenen Technologietrends haben eines gemeinsam: Sie ebnen den Weg zu integrierten, skalierfähigen, plattformübergreifenden und komponentenbasierten Lösungen, die für ein erfolgreiches E-Business unverzichtbar sind.

Damit ist das Client-Server-Modell endgültig den Kinderschuhen entwachsen - eine Tatsache, die auch die Fachliteratur aufgreift. In "The Essential Client/ Server Survival Guide" (Orfali, Harkey, Edwards, 1996) wird diese Entwicklung als "intergalaktische Vernetzung" oder als "die zweite Client/Server-Revolution" bezeichnet, in der "alles für die Client/Server-Welt ê la carte käuflich ist".

In dieser diversifizierten Umgebung müssen integrierte Systeme implementiert werden, die Geschäftsprozesse zuverlässig, skalierbar und flexibel unterstützen. Dadurch ist die Aufgabe der IT-Abteilung zwar nicht weniger komplex, dank offener, integrierbarer Technologien ist sie aber heute lösbar.

Angeklickt

Durch das Internet werden Informationsressourcen einer praktisch unendlich großen Gemeinde zugänglich gemacht. Bei einer E-Business-Anwendung ist die Million Benutzer keine ferne Größe. Das explodierende E-Commerce-Geschäft hat dazu geführt, daß Unternehmen sehr schnell und drastisch die Grenzen ihrer Systemumgebung erkennen. Mangelnde Integrationsfähigkeit und Skalierbarkeit sowie Inflexibilität sind hier typische Ursachen.

Drei- und mehrschichtige Software-Architekturen unterstützen den Multiplexbetrieb für große Benutzergemeinden über das "Thin-Client-Fat-Server"-Modell. Diese Systemarchitektur bildet ein wichtiges Fundament dafür, daß sich die Leistungsfähigkeit bedarfsgerecht ausbauen läßt. Auf dieser Basis können flexible, komponentenbasierte Systeme geschaffen werden, die Geschäftsprozesse in einem Unternehmen umfassend unterstützen. In der Industrie hat sich mittlerweile die Erkenntnis durchgesetzt, daß der erfolgreiche Einsatz komponentenbasierter Anwendungen eine solide Software-Infrastruktur mit Multi-Tier-Architektur voraussetzt.

*Manfred Metzger ist Vice-President und Geschäftsführer von Bea Systems für die Region Zentraleuropa in Aschheim/Dornach.