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16.04.1976 - 

DV bei der öffentlichen Hand

Mehrzweckrechenzentren sind am besten

STUTTGART - Die Kombination von Mehrzweck- und Fachrechenzentren hält der Stuttgarter Unternehmensberater Prof. Dr. Hellmuth Fischer für die günstigste Lösung bei der öffentlichen Hand: "Für die Länder sind dezentrale, für zentralisierte Verwaltungen wie den Bund zentrale Mehrzweckrechenzentren anzustreben. Sie können - zur Lösung von Spezialproblemen - jeweils durch Fachrechenzentren ergänzt werden."

Der Bundesrechnungshof hatte in einem DV-Gutachten 1975 die Tendenz der Bundesverwaltung zu dezentralen (ressortorientierten Fachrechenzentren kritisiert. Er forderte Integration sowie Koordination der DV-Aktivitäten im öffentlichen Bereich und die Aufstellung eines bundesdeutschen EDV-Gesamtplanes. "Wenn der Grundstein für ein integriertes Verwaltungsinformationssystem gelegt werden soll" - so folgerte Fischer im einem Vortrag vor dem Ausschuß für wirtschaftliche Verwaltung (AWV) - "dann müssen die Verwaltungsrechenzentren zu Knotenpunkten in einen Datenverbundnetz werden. Urdaten müssen in diesem Fall nur einmal erfaßt werden und lassen sich dann vor den verschiedensten Abfragern zu unterschiedlichen Zwecken auswert(..) Mehrzweckrechenzentren sind das Voraussetzung für eine Integration."

"Die von der Automation ausgehende Dynamik macht erfahrungsgemäß nicht an Ressortgrenzen halt", erklärt Fischer. "Es besteht andererseits kein Notwendigkeit, die für andere Funktionen zweckmäßigen dezentrale Strukturen nur um des DV-Einsatze" willen abzubauen." Die Integration der Datenverarbeitung bei der öffentlichen Hand erfordert nach Ansicht von Fischer das Herauslösen von EDV-Teilfunktionen aus ihrer ausschließlichen Bindung an bestimmte Verwaltungsbehörden. "Die zentralisierende Konzeption der Mehrzweckrechenzentren bietet sich sowohl beim Bund als auch - in Form von Gebietsrechenzentren - bei Ländern und Gemeinden als zweckmäßige Lösung an." Mehrzweckrechenzentren könnten, so Fischer, als Kristallisationspunkte dienen und bei Bedarf ohne großen Mehraufwand zusätzliche Aufgaben übernehmen. Sie hätten die Möglichkeit, Verarbeitungsprozesse miteinander zu verknüpfen und könnten über ein gemeinsam organisiertes Datenübertragungsnetz zusammenarbeiten.

Wer hat die Aufsicht?

Wenn mehrere Verwaltungseinheiten mit einer Organisationseinheit zusammenarbeiten müßten, seien Reibungsverluste nicht auszuschließen. Es entstehe auch - so erklärte Fischei, das Problem der Fach- und Dienstaufsicht über ressortneutrale Großrechenzentren, bei denen häufig ein Trend zur Personalaufblähung und Unkontrollierbarkeit gefürchtet werde.

Großsysteme für ressortübergreifende Datenbanken

Fischer hielt es für erstrebenswert, daß zentrale Großrechner entlastet werden, damit sie ressortübergreifende Datenbanken und damit zusammenhängende Entwicklungsprojekte übernehmen können. Seiner Ansicht nach sollten mehr dezentrale mittlere Mehrzweckrechenzentren ausgebaut werden. "Sie sind durch Fachrechenzentren das können im Einzelfall auch Satellitenrechner, intelligente Terminals oder Datensammelsysteme sein - zu ergänzen, die den gesetzlichen Notwendigkeiten, den Forderungen nach Bürgernähe oder den Wünschen an besondere Betriebsformen wie das wissenschaftliche Arbeiten entsprechen." -py