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17.08.2001 - 

Kolumne

"Meister aller Klassen"

Christoph Witte Chefredakteur CW

Eigentlich hat es sich beim PC nicht einmal um eine Innovation gehandelt. Der 5051, den IBM aus verschiedenen Komponenten unterschiedlicher Hersteller "assembliert" hat, war im Grunde ein Nachbau. Andere Hersteller von Mikrocomputern (Commodore, Apple Osborne, Xerox) hatten die Pionierarbeit geleistet. Nur die Furcht des damals fast omnipotenten Herstellers, von einer möglicherweise wichtigen Entwicklung abgehängt zu werden, machte den Personal Computer möglich. Und weil die eigenen Labors so schnell keine geeigneten Komponenten hergaben und auch keines der eigenen Betriebssysteme für diesen Rechenzwerg zu passen schien, griff IBM erstmals auf ein fremdes Betriebssystem (DOS) und auf die CPUs einer anderen Prozessorschmiede (Intel) zurück. Das und die für die damalige IBM absolut ungewöhnliche Veröffentlichung der Spezifikationen machte den unvergleichlichen Siegeszug des PC erst möglich - übrigens ohne staatliche oder herstellerunabhängige Normungsgremien.

Um den PC-"Standard" entstand eine gesamte Industrie, die sich zunächst explosionsartig ausdehnte. Es war viel Geld zu verdienen mit Standardkomponenten und mit Software, die weltweit eingesetzt - sprich überall ohne großartige Änderungen verkauft werden konnte. Erst seit wenigen Jahren gilt der PC als Commodity und bringt nur noch so geringe Margen, dass Hersteller, die allein von ihm abhängig sind, in großen Schwierigkeiten stecken.

In der Rückschau neigt man zur Sentimentalität, aber es sei trotzdem gesagt: Der PC hat dem Anwender in Unternehmen ein großes Stück Unabhängigkeit beschert und die massenhafte private Nutzung von Computern erst ermöglicht. Selbst das Konzept der postindustriellen Informationsgesellschaft wäre ohne den PC realitätsfern geblieben. Auch das World Wide Web und die jetzt so arg gebeutelte New Economy hätten ohne die Grundlage des Personal Computers nicht entstehen können.

Doch selbst, wenn man seine ökonomische und gesellschaftliche Bedeutung einen Moment beiseite lässt, ist der PC immerhin für die Revolution in der Unternehmens-DV verantwortlich. Erst wurde er dort belächelt, dann mit starkem Widerwillen betrachtet (Wildwuchs), schließlich eingebunden, um dann binnen weniger Jahre zentrales Werkzeug der IT zu werden. Damit war der Weg frei (via Client-Server) für eine dezentrale Informationsverarbeitung und eine Beschleunigung von Veränderungsprozessen in den Unternehmen, die uns manchmal schwindelig macht. Und all das soll am 12. August 1981 durch einen einzigen leistungsschwachen Rechner ausgelöst worden sein?

Ja!