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11.07.1975

Meldewesen Rheinland-Pfalz: 2260 dann 3270 und was nun?Intelligenz macht flexibel

MAINZ - An den Abfertigungsschaltern von 66 Verwaltungsdienststellen in Rheinland-Pfalz (Einwohnermeldeämter und Polizei-Reviere) sind Bildschirmgeräte installiert, um den Meldevorgang zu beschleunigen.

1800 km Leitungen

Über festgeschaltete Multi-Point-Verbindungen - bis zu fünf Dienststellen hängen an einer Leitung - werden sämtliche Einwohnerdaten zentral im Landesrechenzentrum in Mainz verarbeitet. Die Gesamtinstallation umfaßt zwei Großsysteme IBM/370-158 mit je 1,5 Megabyte Hauptspeicher sowie insgesamt 120 Datensichtgeräte IBM 3270 - davon 86 mit angeschlossenem Drucker IBM 3286. Das Terminalsystem 3270 löste 2260/2265-Bildschirme ab. Die Datenfernübertragungs-Leitungen haben zusammen eine Länge von 1800 Kilometern. Die Rechner-Terminal-Verbindung wird über Postmodems DS 200 S geschaltet. Ministerialrat Joachim Stöckel, zuständiger Referent für Datenverarbeitung im Innenministerium Rheinland-Pfalz, nennt die Vorteile der Online-Lösung: "Jeder Sachbearbeiter hat Zugang zu sämtlichen Daten des Einwohnerwesens. Die bisherige Arbeitsteilung nach Buchstaben konnte aufgegeben werden, was für den Meldepflichtigen eine wesentliche Beschleunigung der Abfertigung mit sich brachte."

Darüber hinaus hat die Umstellung auf Bildschirme zu einer Arbeitserleichterung in den Meldestellen geführt: Die Dateneingabe ist formatgesteuert, zudem werden nur variable Daten erfaßt und Fehler bereits bei der Eingabe korrigiert.

Bei Abfragen werden auf dem Monitor nur die unbedingt erforderlichen Daten angezeigt. Stöckel: "Das ist auch von den Antwortzeiten her günstiger." Überdies erfolgt die Ausgabe auf dem Bildschirm in Klartext, so daß der Bediener ankommende Nachrichten nicht erst entschlüsseln muß.

Für die Belange der Meldebehörde ist es unbedingt erforderlich, daß die Bildschirmgeräte über eine Hardcopy-Einrichtung verfügen, weil Meldebescheinigungen etc. gedruckt werden müssen. Hier zeigen sich - wie Stöckel erklärt - "die Grenzen des IBM-Gerätes". Das Problem liege beim Drucker, der sowohl von der Leistung als auch den Bedienungsfunktionen mit den Druckern anderer Hersteller nicht konkurrieren könne:

"IBM's 3270 ist für büromäßigen Einsatz wegen der Geräuschentwicklung ungeeignet und entspricht nicht den Anforderungen, die an ein menschenfreundliches Gerät gestellt werden müssen." Schon deshalb wird heute beim Rechenzentrum in Mainz untersucht, ob es eine bessere Alternative gibt. Hinzu kommt, daß die 3270-Bildschirme nicht programmierbar und dadurch unflexibel sind.

So laufen zur Zeit Testinstallationen von Datenstationen der Hersteller SEL, GTE und Raytheon, die über mehr Intelligenz verfügen.

Von intelligenten Datenstationen verspricht sich Stöckel weniger Kosteneinsparungen als vielmehr zusätzliche Möglichkeiten der Datenübertragung: "Es ist die Strategie dieser Hersteller nicht nur mit >plug to plug<-Geräten IBM-Peripherie abzulösen, sondern intelligente Terminals anzubieten, die geradezu nebenbei Fremdprozeduren per Software emulieren." Das kommt den Intentionen Stöckels entgegen: "Als Mehrzweck-Rechenzentrum legen wir Wert darauf, uns nicht durch eine bestimmte Hardware einzuschränken." Diese Vorteile müssen nicht unbedingt durch einen höheren Preis erkauft werden, wenn nämlich mit dem Hersteller längere Mietzeiten vereinbart werden. Und das ist bei Systemen die softwaremäßig auf Anpassung ausgelegt sind, ein durchaus kalkulierbares Risiko.